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Dezember 2020/ Januar 2021

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INTERVIEW Ohne

INTERVIEW Ohne Geschwurbel GuterRap gedeihtimDreck –ein guter Podcast offenbar im Streit.Vassili Golod(27) und JanKawelke(28) konntensich schonimmer wunderbarüberThemenzwischenPolitik und Rap zoffen. Im Machiavelli-Podcastlassen sienun die Öffentlichkeit daran teilhaben, durchleuchten zwei gegensätzlich wirkendeWeltenund suchen zwischen Sakkos und Sneakern, Krawattenund Klunkernnach Gemeinsamkeiten. Wie sehr sie ihreChefin damals nervenmussten,umden Podcast zu startenund wasRap undPolitik voneinander lernen können: AndréKaminski hatbei Jannachgefragt. EinPolitik-Head, einRap-Nerd: Vassili Golod(l.)und JanKawelke Fangen wirmal ganz vornean: Wieist die Idee desPodcasts eigentlich damalsentstanden? Machiavelli wurdeimStreitgeboren.Vassili undich konnte unsimmer wunderbar zoffen über Themen zwischen Rapund Politik. Unfreiwillige PatenwarenwohlKollegahund FaridBangmit ihremEcho-Skandalund der DebatterundumAntisemitismus im Deutschrap undder Gesellschaft. Und dann hatder „Machiavelli“-PodcastkonkreteFormenangenommen... Genau. Wir warendamals noch WDR-Volontäre, wolltenden Podcastaber unbedingtstarten,amliebstenbei Cosmo. Das führte dazu,dasswir quasi vordem Büro unsererChefin SchiwaSchleicampierten. Schließlich sagtenwir:Entwederwir machen es hier oder wir gehenwoanders hin oder wirziehenesalleine auf. So überzeugtwarenwir vonder Idee. 40 Und wielanghabeihr gebraucht, einenpassenden Namenzufinden? Zwei Stundenverzweifeltes Telefonat.Vassili war in London,ich am Esstischbei meinen Eltern.AmEndewollten wir schon irgendwasdämliches nehmen,als ichineiner Verzweiflungstatnochmal „Politik Zitate“gegoogelt habeund über Machiavellistolperte.Für mich war es ab demZeitpunkt klar.Vassili mussteich dieVerbindungzuTupac,der damals auch unterdem PseudonymMakaveligerappthat,nochkurzerklären. Euer Podcastschafft eine SchnittmengezwischenRap und Politik. Wollt ihrmehrdie Leuteaus demRap erreichen, diewas über Politikerfahren möchten?Oderandersrum? Unser Anspruch war vonAnfanganbeideWeltengleichzuerreichen: Unsere Hörer*innenzeigen,dassuns dasgelungenist.Was wir außerdem relativoft hören: Politik-Student*innen,die Rap-Fans sind –alsoquasi Machiavelli-PodcastinPerson. Geht manauf dieAnfänge derRap-Musik zurück,wurdenauchviele soziale, gesellschaftlicheund politische Missstände angesprochen. Sindheutige RapperindeinenAugen zu unpolitisch? Internationalgesehen,ist Rapgeradesopolitisch,wie langenicht mehr. Diegrößten Rap-Stars derUSA oder UK äußern sich zu wichtigenpolitischenThemen. DieDeutschrap-Szenelahmtdortnochhinterher,aberProbleme, Rapper*innen zu finden,die sich reflektiertmit derGesellschaft auseinandersetzen,hattenwir noch nie.

Foto: Nils vom Lande Waskann Politikvon Rap, waskann Rapvon Politiklernen? Politikkann vonRap lernen,die Dinge ohne Geschwurbelauf denPunkt zu bringen. Rapkann vonPolitik lernen,die Dinge zu differenzieren. VonOlafScholzüber Kevin Kühnertbis Felix Lobrecht–ihrhattetbereits zahlreicheGäste am Mikro. Werhat am meisten Eindruck hinterlassen? Es gabwirklich wahnsinnigviele kluge,lustige,berührende Momente. Spontanfälltmir ein, wiewir mitCredibil durch Frankfurtgefahrensindund er unsschilderte, wo sein Stiefvaterangeschossen wurde. UndSahra Wagenknecht, dieuns erzählte, wiesie mitmentalerGesundheitumgeht. „Politik kann vonRap lernen, die Dinge ohne Geschwurbel aufden Punkt zu bringen. Rap kann vonPolitik lernen, die Dinge zu differenzieren.“ Wassindeureaktuellen Themen und waskönnendie Hörer in nächster Zeit erwarten? Corona schränktuns gerade natürlich einwenig ein. Wirvermissendie Reisen wienachWien, Paris oder Londonund diegroßenStudiofolgenmit jeweils zwei Köpfenaus Rapund Politik. Wirversuchen,„Machiavelli“ immerweiterzuerweitern:Zum Beispiel haben wir ja seit Anfang desJahres Zuwachsinunserer Podcastfamilie. Seit Maigibtesneben „Machiavelli“ auch noch „Machiavelli Push“mit derJournalistinSalwa Houmsi undmir. Da redenwir über verschiedene aktuelleThemen, stattuns nurimDetail in einOberthema zu stürzen. Wir haben noch einpaargroße Dingegeplant, aber darüber darf ichnochnicht reden. Ichempfehle: Folgtuns schonmal beiInstagram:@machiavellipodcast. ZumAbschluss:Hastdueinen Tipp für Leute, die gernihren eigenenPodcaststarten möchten? Wasbraucht es dazu? Es istein wunderbaresMedium,umGeschichten zu erzählen undDiskurs zu führen, sich Raum zu nehmen,Gedanken und Themen zu wälzen.Podcastsmachenesmöglich,sichder ganzen Wucht desAudioszubedienen, dessen sollte mansichbewusst sein. „COSMO Machiavelli–Der PodcastüberRap undPolitik“, onlinebeimWDR undüberall,woesPodcastsgibt. 41

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