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coolibri Campus No 3

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B U C K E T L I S T Die

B U C K E T L I S T Die alternative Ruhrpott Bucket List 1 . Azurblaue Harpener Teiche entdecken 2 . Über die Hombrucher Alpen kraxeln 3 . Die Wilde Insel erkunden 4 . Das pöttische Irland finden 5 . Sessellift im Westfalenpark fahren 6 . Über die Camera Obscura staunen 7 . Im Gar ten der Er innerung ver w eilen 8 . Sonnenuntergang an der Ko r te- Klippe 9 . Durch die Westruper Heide wandeln 1 0 . Die schönste Zechensiedlung finden 1 1 . Gustavs Park aufspüren 1 2 . Ver w u n derlichste Radwege abradeln 1 3 . Über den Regenbogen laufen Foto: Lukas Vering 1: Dank Grubenwasser der Zeche Robert Müser färben sich diese Seen zwischen Bochum Harpen und Werne in milchiges Blau. 2: Die Dortmunder Halde Gotthelf wird dank Doppelgipfel neckisch als Hombrucher Alpen bezeichnet. 3: Die Wilde Insel mit ihren surrealen Monumenten ist ein Damm zwischen Rhein-Herne-Kanal und Emscher an der Gelsenkirchener Schleuse. 4: Keltische Baumkreise und grüne Hügel umzingeln die vom Iren William T. Mulvany gegründete Zeche Erin in Castrop. 5: Im Westfalenpark warten 500 Meter nostalgischer Sessellift. 6: In der Turmkuppel am Mülheimer Schloß Broich findet sich die weltweit größte Lochkamera. 7: Wie Monumente einer vergessenen Welt verweilen Überreste halb abgerissener Gebäude in diesem Duisburger Park nahe des Hafens. 8: Die Korte-Klippe bietet den besten Ausblick auf den Essener Baldeneysee. 9: Was wirkt wie eine weitläufige Videospielwelt, ist tatsächlich die Westruper Heide bei Haltern. 10: Die Zechensiedlung Schüngelberg in Gelsenkirchen-Buer soll eine der schönsten ihrer Art sein. Nebenan liegt die sehenswerte Halde Rungenberg. 11: Hinter der Essener Zeche Carl findet sich dieser Zollverein-Bruder und Mini-Landschaftspark mit kleinen Kunstwerken. 12: Von Bönen über Lünen nach Kamen führt der Seseke-Weg mit allerlei illustren und irritierenden Installationen und Kunstwerken. 13: Am Ende des Emil-Figge-Parkplatzes an der TU findet sich eine Fußgängerbrücke, die nachts in Regenborgenfarben erstrahlt. 26 Sommersemester 2016

I N T E R V I E W P o p a u f K o h l e „Massenweise Musikjournalisten und Radioleute“ waren bereits am 2013 gegründeten Institut für Populäre Musik der Folkwang Universität zu Gast, resümiert Hans Nieswandt an einem Dienstag im April – im Übungsraum auf einem Schlagzeughocker sitzend. Nun geht es mit Artist Talks und Lecture Performances noch bis Juli in die Praxis. Wohl wissend, dass insbesondere diese vierte Ausgabe der Ringvorlesung für viele interessant ist, die sich mit Pop-Musik und -Kultur auseinandersetzen. Stefanie Roenneke sprach mit ihm über den Pop-Standort Bochum. Dirk von Lowtzow (Tocotronic) und Hans Nieswandt Foto: Stefanie Roenneke Aus universitärer Sicht sind Bochum, Siegen, Paderborn und Hildesheim die Pop-Standorte schlechthin. Soll von diesen Städten eine neue Strahlkraft ausgehen? Ich mache schon einen Unterschied zwischen Städten der Größenordnung Bochum und Städten der Größenordnung Paderborn, Siegen oder Hildesheim. Das ist ein großer Unterschied. Aber es ist auffällig, dass die hippsten Studiengänge in kleinen Städten angesiedelt werden, was vermutlich damit zu tun hat, dass man hippe Leute zwingt, diese Städte zu beleben. Das hat seine Vor- und Nachteile. Da viele wieder gehen, ist das nicht richtig nachhaltig. Das habe ich auch schon im Zusammenhang mit der Ruhr-Uni gehört. Hier sind zwar unzählige Studierende, aber die sind nur so lange hier, wie sie studieren und die beleben nach meinen Informationen auch das Nachtleben nicht mehr in dem Maße, wie es früher war — aufgrund von Bachelor-Studium und verkürzter Oberstufe. Mir ist das mal im Zusammenhang mit der Zeche geschildert wurden. Keine Zeit mehr…? Ja. Früher sind zum Rock-Donnerstag noch 600 Leute gekommen und heute sind die um 10 Uhr in der Uni und gehen nicht mehr zum Rock- Donnerstag. „Es ist mir wichtig, dass das hier keine provinzielle Nummer ist.“ Welches Potenzial siehst du dennoch? Das Thema Strukturwandel wird hier noch extrem lange virulent sein. Und das Problem mit Kreativ-Quartieren in denkmalgeschützten, alten Industrieungetümen zu lösen, liegt auch auf der Hand. Was denkbar wäre – ich mach jetzt keine Prophezeiung, aber man kann natürlich beschließen, das Ruhrgebiet als das neue Berlin zu sehen, wegen des massiven Leerstands und der Millionen Menschen. Mein Vater hat mir früher schon erzählt, dass man sich das Ruhrgebiet wie Los Angeles vorstellen muss, als ein riesiges Konglomerat. Das Institut ist zwar in Bochum, aber wir sind ein weltweites Institut. Ich möchte mich hier mit dem Geschehen in Essen und Herne in einem sinnvollen Verhältnis ebenso beschäftigen wie mit dem Geschehen in Seattle, Rimini und Detroit. Die Beziehung zu Bochum ist etwas enger, aber es ist mir wichtig, dass das hier keine provinzielle Nummer ist. Bochum ist keine Kleinstadt. Bochum ist eine Großstadt, die struggelt. Da setzen wir an. Es ist natürlich toll, wenn Studis aus der Umgebung kommen, aber mich macht es stolz, dass wir Studierende aus Istanbul und Kolumbien haben werden. Einer hat sich aus Kula Lumpur beworben. Das finde ich abgefahren. Die sagen, wir wollen nicht nach Berlin, wir wollen zur Folkwang nach Bochum – an dieses Pop-Institut. Und es gibt hier tatsächlich den billigen Wohnraum und die leeren Hallen, die Berlin in den 90er- Jahren so magnetisch gemacht haben. Und der Magnetismus lässt nach. Man akzeptiert den Standort, denkt aber über die Grenzen hinaus, um eben nichts auszuschließen... Vielleicht hat es auch seinen Grund, dass die Wahl auf jemanden wie mich gefallen ist, der nicht hier groß geworden ist. Ich verstehe dieses „Wir im Revier“, aber Kohle und Stahl sind eindeutig nicht der Weg nach vorne. Auf der anderen Seite finde ich es toll, dass bei uns Jeff Cascaro unterrichtet, dessen Opa hier auf der Zeche eingefahren ist und Jeff schon in den Sechzigern auf dem Gelände war. Ich verstehe das schon sehr gut, aber ich bin nicht sehr identitär unterwegs. Ebenso wie Authentizität und Identität im Pop auch nichts Substanzielles sind, sondern Konstruktionen. Ich habe bestimmt in Deutschland den Ruf, ein voll authentischer House-Typ zu sein. Aber an mir ist nichts authentisch. Wenn ich schwul, schwarz und aus Chicago wäre, dann wäre ich vielleicht irgendwie authentisch. Aber was soll das schon sein. Sommersemester 2016 Bei der Institutseröffnung hast du mit Pop-Theoretiker Diedrich Diederichsen auch über experimentelles Leben diskutiert. Das ist eine grundsätzliche Sache. Wenn man keinen Mut und keine Bereitschaft hat, Risiken einzugehen, auch Türen hinter sich zuzumachen, dann wird nie etwas Aufregendes passieren. So entstehen keine interessanten Künstler. Mir hatte Diedrich früher mal erklärt, eine experimentelle Existenz zu führen. Das mache ich de facto immer noch. Das ist meine erste Festanstellung, überhaupt, in meinem ganzen Leben. Bis dahin war ich immer nur Freiberufler, Achterbahnfahrer, dass einem Hören und Sehen vergeht. Das ist jetzt stabil. Dafür ist das, was ich tue, neu und experimentell. Ich bin zwar nach 25 Jahren Künstlerdasein auf viele Fragen gut vorbereitet, auf andere Fragen natürlich überhaupt nicht. Ich lerne jeden Tag von den Studis, ich lerne strukturell und ich schmeiße immer noch täglich eine Ming-Vase um. Die Termine gibt’s auf Seite 32, das vollständige Interview auf coolibri.de. 27

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