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coolibri Campus No 08

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GRÜNDEN Felix Bierholz,

GRÜNDEN Felix Bierholz, 24 Wirtschaftswissenschaftler Ruhr-Universität Bochum futterzeit-shop.de Gründergeschichten DasSocialImpact LabinDuisburg isteine Brutstätte fürzukunftsweisendeIdeen. Hier tummeln sich mutige Gründer,Co- Worker und Studismit Start-up-Ambitionen. Wir stellen einige der umdenkendenKöpfe, ihrespannendenProjekteund die Geschichtendahinter vor. Lassteuch inspirieren –und ermutigen. Denn vielleicht schwebt auch in eurem Hinterkopfschon eine visionäre Idee, dienur einen kleinen Anstoß braucht? „Ich mache Insekten zuHundefutter“ MitmeinemStart-up Futterzeit stelle ichnachhaltigesHundefutterauf Basisvon Insekten her. Diesindeinegesunde undökologische Alternative zu Fleisch. Aufdie Idee binich durch einenmeinerMitbewohner gekommen, einenAustauschstudenten aus China, mitdem ichoft über verschiedene Esskulturensprach undsomehrüberInsektenals Nahrungsmittel erfuhr. Wenige Monatenachdemich dieIdee zu Futterzeit hatte, habeich einenGründerwettbewerb in Duisburg gewonnen.Das war derMomentwo ichwusste, dasVorhaben hatPotenzial –auch wenn ichmit Insekten als Proteinquellegegenviele Vorurteile ankämpfen mussund viel Überzeugungsarbeitzuleisten habe. Erste ErfahrungenimBereich Start-up sammelteich in derStudierendeninitiative Enactus undimRahmen meiner Abschlussarbeit, in derich wissenschaftlich dieKaufentscheidungfür Hundefutterauf Insektenbasisuntersuchte.Und ja,ich binmir sicher:Insektenwerdenwir in Zukunft auch im normalen Supermarkt finden! Foto: Futterzeit Lena Halbedel (27),FlorianKrohm(25) Industrial Designer Foto: Stadtteilfabrik Folkwang Universität derKünsteEssen stadtteilfabrik.de „Wir bringen urbane Produktion nach Essen“ UnserGründungsprojekt istdie Stadtteilfabrik.Wir entwerfen Produkte aus urbanen Rohstoffen wieSperrmüllholz, diezuhauseoderbei unseren Workshops nachgebaut werden können. Wirhaben schon länger mitdem EssenerEltingviertelzutun undoft miterlebt, wiedortder Sperrmüll an denStraßen wuchert. Statt dasnur als Problemzusehen,haben wir einen Hocker aus demSperrmüllholzentworfen,der so gutes Feedback bekam, dass wir gesagt haben: ‚Wir probierenjetzt mal, wieder sich verkaufen lässt‘. Natürlichmussten wir unsdurch einenDschungel an Hürdenkämpfen, Gründung wirdeinem ja nirgendwo so richtigbeigebracht.Aberso lerntman eben auch am besten!Von unseremUni-Wissen hatuns am ehestendas konzeptionelle Arbeiten weitergeholfen. Denn beiuns im StudiengangIndustrialDesignentstehen zwar jedesSemesterendehaufenweisetolle Prototypen –inder Regellandendie dann aber in derMülltonne undwerdennicht weiterverfolgt,weilhiereinfachkeinerweiß, wiedas An-den-Markt-bringen funktionieren würde. Wir würdenuns da uniübergreifende Projekte mitMarketing, BWLoderauch Jura wünschen. Unsere aktuelleChallengesindbeispielsweise dieVertriebsmöglichkeiten. Hier sind wir froh,imAndersgründer-Stipendium desSocialImpactLabsgelandetzusein–dortbekommen wir massigInput! PiaBrillen,Michael Kortenbrede(27) Kommunikations-und Marktmanagement Hochschule Düsseldorf „Wir machen Mode mit Botschaft“ bayti-hier.de baytihier istein integratives Modelabel, dasArbeitsmarktintegrationfür geflüchteteMenschenermöglichtund durch dieKombination westlicher undorientalischer Stilekulturellen Austauscherreicht.UnsereKunden sind keineKundenimklassischen Sinne, sondern Botschafterfür eine offene,tolerante Gesellschaft.Die Idee kamuns durchdie Begegnung miteinemsyrischen Pärchen,beidegelernteSchneider,ineinem WelcomeCafé in unsererHeimatstadtMünster.Wir wusstennicht,obesfür unserProdukt einenMarktgibt. Also haben wir erstmalein Facebook-Video gedreht unddie Resonanzen abgewartet.Dank despositiven Feedbackshaben wirlosgelegt.Anfangs haben wir alles aus eigener Tasche finanziertund mangelsErfahrung einigesanLeergeld gezahlt. WichtigesWissenaus der Uniwar fürmichdas ErlernenstrukturiertenArbeitens undEinblickein Unternehmensprozesseund Marktbedingungen. Das mussjetzt angewandtwerden, denn baytihiermussjetzt vorallem eins:Wachsen! Foto: bayti hier 8 Wintersemester2018/19

GRÜNDEN Fatima Çalıskan, 28 Kulturanthropologin Ruhr-UniversitätBochum netzwerk-immigra.de Tim Weyel, 24 BWLer Universität zu Köln socialbnb.org Foto: Rabia Çalıskan „Wir fördern Bildungsaufsteigerinnen“ UnserProjekt heißt Netzwerk ImMigra undist eine Plattform für jungeBildungsaufsteigerinnen mitMigrationsgeschichteinDeutschland.Wir fördern Potenziale junger Frauen an derSchnittstelle vonSchuleund Universität durchunsereNetzwerkarbeitund WorkshopszuEmpowermentund Kernkompetenzen.Während unseresStudiums trafen wir aufviele Frauen mitähnlicher Biografie: Unsere Eltern sind nach Deutschlandimmigriert undmussten unsineinfachenVerhältnissengroßziehen. Um einenguten Abschlusszuerhaltenund einenPlatzinder Gesellschaftzubekommen mussten wir hart arbeiten. Das hatuns allezustarken undklugenEinzelkämpferinnen gemacht,aberwir wolltenmehr: Wirwollten unsuntereinandervernetzen undvoneinander lernen.AmEnde unseresStudiumshabenmeine Mitgründerin Handan undich beschlossen,sofortloszulegen undImMigra zu gründen. AlsGesellschaftswissenschaftlerinnen haben wiranfangs aber nurwenig Wissen über betriebliche Themen wieFinanzierung, Steuern oder Unternehmensorganisationgehabt–das mussten wiruns selbst aneignenund haben im Rahmen eine GründungsstipendiumsSeminare belegt.Besonders bereichert hatuns aber diemoralische Unterstützungvon anderenFraueninFührungspositionen.Wichtig ist uns, dass dieIdeenund Zielevon mehr Frauen gehört werden.Herkunft, Geschlecht, Religion oder andere Merkmaledürfen keinGrund sein,Menschenaus eineraktiven gesellschaftlichen Teilhabeauszuschließen. „Wir verbinden NGOs und Touristen“ Socialbnb isteineinnovative, sozialeHomestay-Plattform,die Nichtregierungsorganisationund Touristen für einengegenseitigenNutzenmiteinanderverbindet.Auf Socialbnb.org können sich Hilfsorganisationenregistrieren undungenutzte Räumlichkeiten in Form vonUnterkünften inserieren, dieTouristendanndirekt buchen können. 80 Prozentdes Übernachtungspreises wandern direkt in NGOs undHilfsprojekte.Auf dasKonzept kamenwir,als wirvor zwei JahrenMr. Thyineinemkambodschanischen Dorf trafen.Erwollteden Kindern hier Englischunterrichtermöglichen,jedoch fehltendie finanziellen Mittel.Wir kamenauf dieIdee,indem vom Tourismus starkbetroffenen Gebiet eine Unterkunft derbesonderenArt zu errichtenund derNGO so eine konstanteEigenfinanzierungzuermöglichen.Dafür bekamenwir eine Sonderauszeichnungvon Airbnb undeine Einladungzum Innovators’Pitch 2017.Die größtenHerausforderungenwarenfür unsdas Hochhalten derMotivation trotzteils ausbleibenderErfolge unddie Kunst, sich für denrichtigen nächsten Schritt zu entscheiden. Die Rückmeldungender NGOs unddie Begeisterung,mit derMenschenauf unserKonzept reagieren, treibenuns aber immer wieder voran. Gerade warunser Team in Peru unterwegsund hattollesFeedback mitgebracht. Foto: Socialbnb Foto: Tremon Soft „Ich bringe Sozialarbeit ins Netz“ Wintersemester2018/19 SvenBaumgart, 22 Angewandte Informatik /Intelligent SystemsDesign TU Dortmund /HSHLCampusHamm tremonsoft.de Das Projekt tremaze bietet sozialen EinrichtungeneineeigeneWebsite undZugangzur tremaze-Appmit Toolszum Event-Management undder Kommunikationüberdie gängigenSocial-Media-Kanäle.Wir betrachten tremazeals unserenerstenBeitrag zu einerbesserenZukunftfür alle und demvon unsgeforderten Grundrechtauf Digitalisierung.GanzzuBeginn derIdeenphase entwickelten wir eine Individuallösungfür dieJugendeinrichtungen einerKommune in NRWund machtendiesesSystemdann fit, um kosten-und zeiteffizientauch vonanderen Kunden genutztzuwerden. Neben denüblichenSorgenund bürokratischenHürdenwar es besonders lehrreich, sich selbst als größtesHindernis zu identifizieren. Wenn mansichjedochersteinmal wirklichdaraufeingeschossen hat, diesesProjekt zumErfolgführenzuwollen, lösen sich alleanderen Probleme fast vonselbst. Das selbstständige,lösungsorientierteArbeiten, dasinder Unierforderlich ist, hilft dabeiungemein. Durchhaltevermögen undFokus zahlen sich immeraus.Derzeit laufen dieerstenPilotprojekte sehr zufriedenstellendund wirsindauf derintensivenSuchenachneuenTeammitgliedern.Ich finde,das Ruhrgebiet isteinetolle Spielflächefür Gründer! Der(meiner Meinung nach)bishererfolgreiche Transformationsprozess vonKohle undStahl zu IT undDienstleistungzeigt,welcheAnpassungsfähigkeitund Zukunftsorientierungdas Ruhrgebiet antreiben. Diehohe Dichte an Universitätenund Kultureinrichtungen undder geteilte Wille, etwas zu bewirken,sindeinmalig. 9

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