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coolibri Campus NO 02

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Das Wintersemester 2015/2016 hat gerade begonnen, da wird die Welt, wie wir sie kennen, in ihren Grundfesten erschüttert. Denn am 21. Oktober landet im amerikanischen Hill Valley Marty Mc Fly, der vor exakt 30 Jahren „Zurück in die Zukunft“ gereist ist. Gleichzeitig erlebt ihr Studis gerade eure ganz eigene Reise durch die universitäre Gegenwart. Für euch haben wir das neue Campus-Magazin entwickelt. Als Ratgeber, Handbuch für abendliche Zerstreuung oder als Pausenfüller zwischen den Seminaren.

INTERVIEW Die meisten

INTERVIEW Die meisten Studierenden kennen aber ohnehin nur noch das neue System. Das ist ja noch dramatischer. Die wissen gar nicht, was ihnen entgeht. Die alte Kultur des Studierens ist ja quasi abgeschafft. Der einzige Vorteil ist es, dass man vielleicht früher fertig wird. Und wer das Studium nur als Berufsausbildung sieht, freut sich natürlich. Foto: Pressefoto PROF. WALTER KRÄMER „Ich bin nicht im Elfenbeinturm gefangen“ Er positioniert sich gerne deutlich – und polarisiert damit: Professor Walter Krämer ist im Ruhrgebiet ein Unikat. Der 66-jährige Statistiker lehrt an der TU Dortmund, privat ist er als Sprachschützer bekannt. Zur Bologna-Reform vertritt er eine unmissverständliche Haltung. Herr Krämer, wie sind Sie Professor der Statistik geworden? Ich habe sowohl Mathematik als auch Volkswirtschaftslehre studiert und war mir schon nach dem Abitur sicher, was ich später einmal machen wollte. 1974, während meines Studiums in Mainz, habe ich dann auf einen Aushang gesehen, dass es in Dortmund eine Fakultät für Statistik gibt. Mir war sofort klar: Da musst du hin. Und was soll ich sagen: Mittlerweile bin ich seit über 25 Jahren hier – das Beste, was mir passieren konnte. Sie sind auf dem Campus der TU Dortmund ein Professor, über den gesprochen wird – jemand, der auch fakultätsübergreifend bekannt ist. Wie erklären Sie sich das? Ich habe von Anfang an versucht, mich der Öffentlichkeit und meinen Studierenden gegenüber verständlich auszudrücken. Das gelingt nicht jedem. Und viele wollen es auch nicht. Außerdem bin ich früh mit manchen Positionen an die Öffentlichkeit gegangen, habe im „Spiegel“ publiziert oder auch in der „Bild“. Beide haben auch Teile je eines meiner Bücher vorabgedruckt. Manche Kollegen trauen sich so etwas nicht. Dass Sie mal anecken, gehört also dazu. Als Professor bin ich ja nicht im Elfenbeinturm gefangen. Das, was man entdeckt hat, sollte doch zum Allgemeingut werden. Dann wünsche ich mir auch ein besseres Image für meine geliebte Statistik. Dafür tingele ich sogar durch Schulen, um auf dieses Fach aufmerksam zu machen. Sind Ihre Studierenden denn ähnlich leidenschaftlich dabei wie Sie? Es gibt zwei Gruppen: Die einen unterschätzen das, was sie an mathematischen Fähigkeiten mitbringen müssen, und verlieren bald die Lust. Die anderen wiederum beißen sich durch und bestehen ausnahmslos. Das freut mich natürlich sehr. Welche gravierenden Veränderungen haben Sie in 27 Jahren als Professor miterlebt? Die Bologna-Reform ist aus meiner Sicht ein Desaster. Ich halte meine Vorlesungen wie immer, aber für die Studierenden ist vieles schlechter geworden, sie sind die Leidtragenden. Ich selbst habe mir den Luxus gegönnt, 16 Semester zu studieren und viele fachfremde Vorlesungen zu besuchen – mittlerweile unmöglich. Das alte Studentenleben, wie ich es noch genossen habe, ist heute sozusagen verboten. Aber das Rad lässt sich kaum noch zurückdrehen. Doch. Was man einführt, kann man auch wieder abschaffen. Und wie soll das funktionieren? Indem die alten Studienordnungen wieder eingeführt werden. Das ist gar nicht so schwierig. Dafür braucht man etwas Mut, der leider fehlt. Viele ducken sich weg. Wie nehmen Sie die Kommunikation unter den Studierenden wahr? Immerhin leiten Sie den „Verein deutsche Sprache“. Ich bin selten dabei, wenn die sich untereinander unterhalten. Dass Leute Anfang 20 im Vergleich zu älteren Menschen anders sprechen, ist vollkommen natürlich. Auch eine Veränderung der Sprache ist ganz normal. Dagegen stemme ich mich gar nicht. Sondern? Ich ärgere mich über den schlampigen Umgang mit unserer Sprache, über Leute, die sie mit Füßen treten. Können Sie ein konkretes Beispiel nennen? Nehmen sie das „Event“. Ich gehe zu einer Kirmes, einem Radrennen oder einer Hochzeit – aber nicht zu einem Event. Mich stört, dass ein solcher Begriff ein ganzes Wortfeld plattwalzt und viele schönere und präzisere deutsche Wörter quasi unterpflügt. Das gibt es mittlerweile ja selbst an der Uni. Die „Food Fakultät“ an der TU ist nur ein Beispiel… Da werde ich mir nie ein Brötchen kaufen. Diesen Leuten fehlt das Selbstwertgefühl. Sie flüchten aus dem Deutschen heraus, hinein ins Angeber-Englisch. In anderen Ländern gibt es das so nicht. Diese Schleimerhaltung – Entschuldigung – macht mich ganz krank. Aber manchmal verwenden Sie doch sicher auch Anglizismen, oder? Haufenweise. Ich bin doch kein Fremdwortfresser, ich habe nichts gegen hilfreiche Ergänzungen aus anderen Sprachen und keinerlei Berührungsängste. Aber schöne, eingeführte deutsche Wörter durch billige Anglizismen zu verdrängen, ist etwas anderes. Dass die Studierenden bei mir besonders darauf achten, ist doch klar. Philipp Rentsch 26 Campus Wintersemester 2015/16

management: www.public-entertainment.de tourbooking: www.livestyle-entertainment.de Plakat_Mirja_DLIKP_A1_RZ.indd 1 01.05.14 17:03 20.+21.11.15 DORTMUND 11.+12.12.15 KÖLN 26.02.16 DÜSSELDORF 29.04.16 ESSEN 16.10.15 ESSEN TV AUFZEICHNUNG 27.12.15 OBERHAUSEN 02.01.16 KÖLN 20.01.16 HAGEN 21.01.16 BOCHUM 19.03.16 ESSEN K ONK R 23.04.16 DORTMUND 01.05.16 DÜSSELDORF 21.05.15 MÜNSTER 22.05.16 LEVERKUSEN NEUES PROGRAMM 28.02.16 OBERHAUSEN 10.11.16 ESSEN 11.11.16 DÜREN 02.02.17 MÜNSTER 04.02.17 DORTMUND 05.02.17 DÜSSELDORF 10.03.17 KÖLN 12.03.17 KREFELD 20.-22.10.15 KÖLN 25.10.16 SIEGEN 26.10.16 DUISBURG 15.12.16 MÜNSTER 21.11.15 BOCHUM 19.+20.12.15 DORTMUND 16.01.16 WUPPERTAL 17.01.16 HAGEN 30.04.16 HAMM 21.05.16 LEVERKUSEN 03.03.16 BOCHUM 04.03.16 HAGEN www.mirja-boes.de 22.05.16 ESSEN 30.10.16 MÜNSTER 27.05.17 OBERHAUSEN TICKETS UNTER WWW.P-PROMOTION.INFO sowie an allen bekannten Vorverkaufs stellen TICKETHOTLINE 06073-722 740

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