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April 2021 - coolibri

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KINO „Sisters“

KINO „Sisters“ vonAnnaScherbyna andValentina Petrova Der Blickgen Osten Foto: Anna Scherbyna/goEast Die künstlerische Vielfalt der FilmschaffendeninMittel- und Osteuropapräsentiert dasvom DeutschesFilminstitut&Filmmuseum (DFF) veranstaltete„goEast–Festival des mittel-und osteuropäischen Films“ in diesem Jahr vom20. bis26. April. Diesmalnichtausschließlich online, sondern nach Möglichkeitwiederdort, wo das Festival auch hingehört–in den Kinos im Rhein-Main-Gebiet. 32 Fürdas „goEast“ war im letztenJahr alles anders.Bedingt durch dieanhaltende Corona-Pandemiemussteauf einneues, hybridesKonzept statt desklassischenFilmgenussvor großer Leinwand ausgewichenwerden. In diesem Jahr gibtesdie 21.Ausgabe desFilmfestivals.Und mitdieser möchteman vom20. bis26. AprilimRhein-Main-Gebietzuden Wurzeln zurückkehren.„goEast"goesbacktoCinema–natürlich unterEinhaltung aller Hygienevorschriften. Zusätzlich bieten Online-Veranstaltungsangebote möglichst vielen Interessiert:innen an demhierzulande oftnoch rechtunbekannten Kino aus Mittel-und Osteuropaein Film- undKulturerlebnis derbesonderenArt. Und dieseAuseinandersetzungzwischenOst undWestist wichtig, wiedie Festival-Chefin undLeiterin desDFF HeleenGerritsen findet: „Bei einem im westlichen Deutschlandangesiedelten Filmfestivalden Fokusauf OstundMitteleuropazulegen, istsoaktuell undnotwendig wieehund je:In Zeiten desUmbruchs, in denensichdas europäischeProjekt seit einigen Jahren befindet,kann dieFilmkunst,als zugängliches Medium,wesentlich dazu beitragen, Vorurteile abzubauenund BrückenzwischenKulturen zu schlagen.“ Es werden beim „goEast“-Festivalsowohl Filmezuaktuellen, gesellschaftlichen Themen gezeigt, aber auch filmhistorischeRetrospektiven undSonderreihen findeninWiesbaden einPublikum. Zentralasien enthüllen–Das „goEast“-Symposium Fünf Republiken ZentralasiensfeiernindiesemJahr30Jahre Unabhängigkeitund stehen gleichzeitig vorgroßenHerausforderungen.„goEast“ widmet sich im Symposium „Zentralasienenthüllen“ derFilmkulturinKasachstan, Kirgisistan, Usbekistan, Tadschikistan undTurkmenistan. MitVorlesungen,Diskussionenund einemFilmprogramm kuratiertvon Expert:innen wieProf. Dr.BirgitBeumers vomLehrstuhl für SlavischeLiteraturenund Kulturender Universität Passau undJoël Chapron, Beauftragter für Zentralasien undRussland derFilmfestspieleCannes,eröffnet dasFestival einFenster in eine Filmlandschaft, diebisher zwar bei„goEast“vertreten war,dochnie im Mittelpunktstand. Heleen Gerritsen Foto: Angelika Stehle

KINO „Schweigender Stern“ vonKurtMaezig Foto: Waltraut Pathenheimer „Mariam“ vonShripaUrazbayeva Foto: goEast Vorallem derEinfluss derSowjetunion aufdie filmhistorischeEntwicklung derRegionseit1922steht im FokusdiesesSymposiums. Mitdem Kino solltendie wildenGebiete Zentralasiensgebändigt undanalphabetische Völker vonden Errungenschaftendes sowjetischenRegimes überzeugt werden.Exemplarisch fürdas Gebarender UdSSR als Kolonialmacht stehendabei früheKulturfilmewie Vladimir Erofeevs „Pamir.Dachder Welt“ (Krysha mira, UdSSR,1927) oder Viktor Turins„Turksib“(UdSSR, 1929). In denerstenDekaden nach demZweiten Weltkrieg galten dieStaaten Zentralasiens als Sprungbrettfür jungeFilmschaffende aus Moskau undKiew.IndieserZeitgab es aber auch ersteKonflikteimSpannungsfeldzwischensowjetischerZugehörigkeitund nationalerIdentität. Das Publikum wendetesichzusehends einheimischen Genreproduktionenzu, wieShukhratAbbassovsusbekisch-sprachige Komödie „Darüber sprichtdie ganzeNachbarschaft“(Mahalladaduv-duv gap, UsSSR,1960) oder auch AliHamroyevs„Ohne Angst“(Bez strakha, UsSSR,1972).Letztererbehandeltals „roter Western“ denHujum,alsodie gewaltsameEntschleierungder Frauen,und dokumentiert dieZerrissenheit derFrauin Zentralasienzwischen Fortschritt undTradition. Im Schmelztiegel der Kulturen Mitdem Zusammenbruch desOstblocks wandtensichdie Länder Zentralasiens vomsowjetischenWertesystem ab undversuchten, zu ihrenWurzeln zurückzukehren, ohne dabeiauf nationaleWerte zu achten.Das hatte zurFolge,dassethnische undreligiöseGruppen,nomadischeund sesshafte, Anhänger:innen vonTengrismus undIslam zusammengewürfelt wurden,umeine„Nation“zubilden. DieentstehendenKonfliktespiegeln sich heute in kuriosen,ernsten undauch parodistischen Filmen wider. EinbesonderesAugenmerk desSymposiumsrichtet „goEast“ auch auf dieKasachische Neue Welleund ihrenEinfluss in derRegioninden Wendejahren undfrühen2000ern.Neben derAufarbeitung derSowjetzeitin YusupRazykovs„Orator“(Voiz,Usbekistan, 1999) widmen sich Filmein dieser Zeit modernen Formen derBrautentführung wieinErnestAbdyzhaparovs„Klare Kühle“ (Boz salkyn,Kirgisistan, 2007), derErinnerungskulturwie Saodat Ismailovas „40TageSchweigen“(Chilla, Usbekistan,2014) oder demBruch mittraditionellenGenderrollenwie Abai Kulbais „Strizh“ (Kasachstan, 2007). TrotzWeiterentwicklung, Wiederaufbau undUnabhängigkeitder Filmindustrien in Zentralasien,gibtesheute großeUnterschiedezwischenden nationalen Kinematographien. So beleuchtet dasSymposium auch dieTatsache, dass etwa Kasachstan eine deramweitest entwickelten Filmindustrien in derRegionbietet, währendjeneinTurkmenistanpraktisch stillsteht. „Yellow Cat“ eröffnet die21. Ausgabe vongoEast DerFilm „YellowCat“(Zheltaya Koshka,Kasachstan/Frankreich2020) vomlangjährigen„goEast“-Wegbegleiter AdilkhanYerzhanov istder Eröffnungsfilm desFestivals. In einerDeutschlandpremiere zeigtdas vomDFF veranstalteteFilm-Event dabeidie vonKomik undTragik durchzogeneRoadmovie-GeschichteKermeks,der dank eineszweifelhaften Deals aus demGefängnis entlassen wird.Inder düsteren Realitätder Außenwelttritt er fortan dieFluchtins Kino an.Kermekträumt voneinem eigenen Bergkino undwill dieWeltdes Verbrechensendgültighintersichlassen. Allerdings entdeckt er dabei, dass sein Wegindie Freiheit an einenGangsterboss geknüpft ist, für den er zurWiedergutmachung arbeitensoll. RheinMainKurzfilmpreis gehtinRunde 3 In seinedritteRunde startetder RheinMain Kurzfilmpreis bei„goEast“. Der vomKulturfonds FrankfurtRheinMain unterstützte Wettbewerbzeichnet denbestenKurzfilmbeitrag miteinem Preisgeld von2500Euroaus. WeitereInfos zum„goEast“gibt‘sunter: www.filmfestival-goeast.de mb 33 Foto: goEast

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