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April 2017 - coolibri Oberhausen, Duisburg, Mülheim

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Schon seit 30 Jahren

Schon seit 30 Jahren arbeitet das Internationale Frauenfilmfestival in Dortmund (im jährlichen Wechsel mit Köln) daran, das Schaffen vonFilmemacherinnender Unbekanntheitzuentreißen. Festivalleiterin Silke J. Räbiger klärtimGespräch, welche Highlights dasdiesjährige Programmbereithält, wiesodie Arbeitvon Frauen im Mainstream unterpräsentiert ist und warum wir generell weniger Kontrolle anstreben sollten. Foto: „Don‘t Call MeSon“ (c) Loco Films Keine Kontrolle mehr! Frau Räbiger, was erwartet uns im diesjährigen Filmprogramm? Wir haben denLuxusund dieFreude,auf gute100 Jahre Filmgeschichte zurückgreifen zu könnenund siesichtbarzumachen. UnserSchwerpunktprogramm istinzehnReihenkuratiert,etwaVideokunst zu KörperbildernoderpoetischeFilmeüberMenschen im Transit–daslässt sich in dieser Intensität nirgendwo anders finden. Worauf freuen Sie sich besonders? Ichfreue mich persönlich sehr über „En amontdufleuve“ derbelgischen Regisseurin Marion Hänsel, vonder wir schon etlicheFilmegezeigt haben. Gleiches giltfür diezweiFilmeder amerikanischen Avantgarde-Filmemacherin Su Friedrich. Es sind zwei sehr persönlicheFilme,der eine über die Lebensgeschichteihrerdeutschen Mutter,der andere zeigtdie gleiche Frau aufdem Wegins Altersheim.Von denvielenFilmen,die so locker und leicht mitqueerenThemenumgehen,finde ichdas brasilianischeDrama „Don’t Call Me Son“ besonders wichtig, weil es frisch undwitzigdas Heranwachseneines metrosexuellen Jugendlichen zeigt. Froh binich auch über denEröffnungsfilm„TheParty“, derfrisch vonder Berlinale kommt und herrlich selbstironisch,knackig undunterhaltsamist. Und im weiteren Rahmenprogramm? Wir haben sehr vieleLive-Acts undPerformances, vor allemauch vonjungenKünstlerinnen.DarunterLive-Drawing,Gespräche über Filmeund feministische Filmanalyse oder unsere Shorts on Wheels –dabei fahren wir miteiner mobilenFilmstationauf Fahrräderndurch Dortmund undprojizieren Filmeauf Hauswände,wobei sich jederauch spontaneinklinken kann. 48 Festivalleiterin SilkeJ.Räbiger Aufdem aktuellenPlakatliest man„Allesunter Kontrolle“ – warum dieses Motto zu diesem Zeitpunkt? Zumeinen knüpft dasMotto an dieaktuelleAusstellung im Museum Ostwall an,inder Arbeitender Künstlerin Niki de SaintPhallegezeigtwerden. Dieist berühmt fürihre Auseinandersetzung mitFrauenrollen, aber auch dafür,die Kontrolleüberdas eigeneBildzuerlangen. Dazu wird es am Festivalmittwoch auch einSymposium im Museumgeben.Zum anderenist Kontrollegeradeein mehr als relevantesThema –wir lebenineiner Situation,inder vermeintlich alles kontrolliertwird, wir mehr undmehrgesellschaftlichen Zwängenausgesetztsindund manselbstüberalles Möglichedie Kontrolleerlangenwill,sei es Essen,Gewicht,Aussehen, Arbeitszeit.EsherrschtpermanenteSelbstkontrolle.Das wollen wir hinterfragen. Gibt es denn überhaupt die totale Kontrolle? Mankann nichts wirklich kontrollieren.Aberman kann mitKontrolle verschiedenumgehen.Unser Plakat zeigteineFrau, dieFlüssigkeitaus einemGlas verschüttetund damitvölligcoolumgeht, es istihr egal.Ich finde,das istein schöner Ansatz,wennman über Kontrollenachdenkt.Sich einfachlocker drüber hinwegsetzen.Ich wünsche mir mehr Laissez-faire. Wieso ist die Arbeit von Frauen im Mainstream-Kino nicht so präsent? Das hatetwas mitSehgewohnheiten unddamit, wieunser Kinomarkt strukturiertist,zutun.Wir sind nach wievor US-amerikanisiert;Hollywoods Artvon Film istdas Maßaller Dinge.Das liegt auch daran, dass Film eine Ware ist, dierefinanziert werden muss. Da istesschwierig,gegen dieetablierten Sehgewohnheiten anzugehenund Dinge abseitsdes Mainstreamserfolgreichins Kinozubringen. DenOscar fürden besten Film hatdas queereDrama „Moonlight“ bekommen. Ist ein Wandel im Verzug? Dieser Sieg hattesicherlich etwasmit derReaktiondes sehr liberalenHollywoods aufden sehr konservativen PräsidentenTrump zu tun. Das istinsgesamt gutfür die Bewegung. In Deutschland läuftmomentan„Certain Women“ vonKelly Reichardtan, eingroßartiger,sehr gut besetzterFilm mithervorragendenKritiken –aber ob er sich durchsetzen kann,bleibtoffen.Esist halt immer noch viel zu tun. Lukas Vering IFFF: 4.-9. April, versch. Locations, Dortmund

ALBEN Depeche Mode: Spirit Es istimmer derFortschritt aufder Welt, derder Menschheit einendicken Knoten in dieBeine flechtet.Die Wissenschaftler behaupten, dass dergroße Weltlauftatsächlich wellenförmigstattfindet. DepecheMode gehenaberraffinierter vor: Siewandern zwei SchritteimKrebsgang vor unddann einenzurück. Dazu kleidet dasTrioseine Vision in zeitgemäße Elektronik –schön angereichert mitorganischenTangerineDream-Referenzenund einpaarübermütige Vintage-Zaubertricks haben sieauch versteckt. AufAlbum Nr.14werdendie großen Emo-Täler aus Zweifeln, Ängsten, Wut, Schmerzendurchwälzt–undüberirdischeGlücksmomente sind auch am Start.Columbia/Sony At theDrive In: In-terA-li-a At TheDriveInagieren wieein moralischeInstanz aufihremneuenAlbum–wiewildgewordenePredigerschreiensie nachmehrGerechtigkeit. SängerCedricBixler undseine Gang haben kräftig in dieHände gespucktund einwildesPost-Hardcore-Meisterwerk aus demHut gezaubert.Die Wutinder Welt vonAtThe DriveInist zumGreifen da.Die Band will nicht diedirekteKonfrontation herausfordern, sondern realeVerbesserungen erzielen.Sie brüllen lautund ihre wütende PosiewirktinunsererunsicherenWeltsehrwohltuend.Hiertrifft Noise-Rock aufFugazi- Grooves–alles eingerahmt vonaufheulendenGitarrenund faustschwingenden Refrains..Rise Records/Warner 02.04.2017 |Bochum |Zeche MassendeFekt 04.04.2017 |Düsseldorf |ZAKK Halle the BaBoon show 05.04.2017 |Düsseldorf |Mitsubishi Electric Halle gianna nanini 07.04.2017 |Düsseldorf |Club 134 swiss &die anderen 08.04.2017 |Essen |Turock hed pe &suMo CyCo 15.04.2017 |Bochum |Zeche Zsk 24.04.2017 |Bochum |Zeche thunder 02.05.2017 |Dortmund |FZW Club +03.05.2017 |Wuppertal |Klub + 05.05.2017 |Düsseldorf |The Tube B-tight 06.05.2017 |Düsseldorf |Mitsubishi Electric Halle Final Fantasy 09.05.2017 |Düsseldorf |Savoy Theater GoldFrapp: Silver Eye Retro-Popmit starkem 80er-Einschlagist seit Jahrendas Lebenselixier vonGoldfrapp.Diesmal abstrahieren siedas Spielmit denBeats undden schillerndenKlangbildern: Das Duostelltinden Wall of Soundtiefsinnige Analysen undgoutiertdazu geistreicheBetrachtungen. Sängerin Alison Goldfrapp spielt sich schonmal als Disco-Philosophin auf, wenn sieihre lyrischen PointeninSongs wie„EverythingIsNeverEnough“ oder „Zodiac Black“ haucht. Dazu swingt es unddie Melodien wippenleichtfüßig mit. WillGregoryund FrontfrauAlison beweisen auch mitdiesemachten Album, dass etwasGroßesinihrenHirnenwohnt.Esist modern undhat gleichzeitig eine angenehme Vintage-Attitude. Mute/Rough Trade Soulwax: Dee Wee Seit derGründung vonSoulwax 1995 sind dieDewaele Brüder Stephen undDavid immer andere Wege gegangen. Als 2ManyDJs revolutioniertendie BelgieranandererStelleden Bastard-Pop,indem sieMashUps vonungewöhnlichen Akteurenneu zusammen klebten. Das „Salt’n’Pepa trifft theStooges“-Prinzip istfür DeeWee auch absorbiert worden.Was nichtpasst,macht Soulwax hier passend –soundtechnischeRafinessenund Überraschungsmomenteinklusive.Dennhiergibtesbarrierefreies Genre-Hopping mitLCD Soundsystem, DJ Shadow undden Sparks im Motorraum–sowieeiner fast unendlichenAnzahl an Zitatenund Einflüssen on top. PIAS/Rough Trade Fink´s sunday night Blues CluB tour 11.05.2017 |Düsseldorf |ZAKK Club twelve Food ninJa 16.05.2017 |Düsseldorf |The Tube 17.05.2017 |Dortmund |FZW lotto king karl 22.06.2017 |Essen |Turock rotting Christ 25.07.2017 |Essen |Zeche Karl we are sCientists 09.09.2017 |Gelsenkirchen |Amphitheater sondasChule 23.09.2017 |Essen |Turock seruM 114 02.10.2017 |Dortmund |Konzerthaus +11.10.2017 |Düsseldorf |Tonhalle + 17.10.2017 |Wuppertal |Hist. Stadthalle +08.11.2017 |Essen |Colosseum sChiller 03.10.2017 |Dortmund |FZW Club tiM vantol 11.10.2017 |Dortmund |FZW guano apes 15.10.2017 |Oberhausen |Turbinenhalle2 irie rÉvoltÉs Nathan Gray: Until theDarkness takesus 17.10.2017 |Bochum |Zeche 20 Jahre lang konzentriertesichNathanGrayauf dieBandBoystsfire, nunschlägt er andere Töne an.Zwischen Industrialund Dark Wave-SequenzenhauchtNathanpathetische Sehnsuchts-Visionenins Mikro, 28.10.2017 |Bochum |Zeche Brother FiretriBe während dieSoundkulisse aufeinen düsterenKlangteppich gebettet delain Featuring MarCo hietala (nightwish) ist. Viele Konfrontationenbestimmen hier dasProgramm undamEnde 30.10.2017 |Bochum |Zeche tanztmit „Dark Fire“ einkleiner EBM-Teufel über dasParkett. Mit„At War“ kayeF gibtNathanuns seinedüstere Messagemit aufden Weg: Menschen 07.11.2017 |Düsseldorf |Mitsubishi Electric Halle sind zu dumm fürWaffen –und Kriege liefernattraktiveGeschäfte. Keine Frage, dieWeltist undbleibtein Fall fürden Psychiater. JaMiroquai Tongues Of Fire/Cargo Peter Hesse Infos &Tickets: www.concertteam.de 49

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