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April 2017 - coolibri Düsseldorf und Wuppertal

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T HEATER D Ü S S E L D

T HEATER D Ü S S E L D O R F Probenfür diePremierevon b.31 Dasneue Ballettprogrammder Oper am Rheinunter ihremChoreographenund Künstlerischen Direktor Martin Schläpferist wiegewohnt einDreiteiler. Gemeinsam istallen Stücken, dass sienicht in ihrer Ursprungsversion gezeigtwerden. Am 1. April feiert b.31 PremiereinDüsseldorf. Tänzerische Höchstleistungen Foto: Gert Weigelt Eröffnetwirdder Abendmit einerneuenFassung von„Obelisco“, einemder wichtigstenWerke Martin Schläpfers, dasdieser2007für das ballettmainzproduzierte. EinKreisen um die MitteinsiebenBildern,die akustischhöchstunterschiedlichbespieltwerden: mitMusik von MarlaGlen, Salvatore Sciarrino, FranzSchubert, Domenico Scarlatti, W. A. Mozart,GiacintoScelsi undRichard Heuberger. Obelisco istein sehr stimmungsvolles,fasttranceartiges Ballettund nichtzuletztein BallettüberFüße undihre Bekleidung–getanztwirdmal barfuß,mal in Schläppchen,inSpitzenschuhen oder High Heels. Ähnlich entrückt unddunkel wirkt dieSphäre in 48 „AdagioHammerklavier“ desgroßenniederländischen ChoreographenHansvan Manen. Ludwigvan Beethovens Spätwerk giltsoziemlich als dasGegenteilvon „guter Ballettmusik“,was van Manenmit seiner Adaption desAdagios aus derSonateNr. 29 B-Dur op.106 („GroßeSonate für dasHammerklavier“)bereits 1973 eindrucksvollwiderlegte. Heutegiltdas Stück, in demdreiPaare geradezu schmerzhaft langsam ihre Konstellationenausloten, als einesder Meisterwerke des20. Jahrhunderts. DieNeueinstudierung seines Opus‘für b.31 überließ der MaestroseinerMuse, derStarballerinades Amsterdamer Nationalballetts,IgonedeJongh. Dendritten Teil desAbends bestreitet dasspanisch-britische Choreographen-Duo SolLéon undPaulLightfoot miteiner schwungvollenund humorigenInszenierung. Frei nach „Lifecould be adream“ persifliert„SH-BOOM!“ dasShow- Business:ZuU-Musik der1920erbis 1950er Jahre liefernsichHerreninFeinrippunterwäscheund Dameninzüchtigen Kleiderneinen unterhaltsamen Schlagabtausch.Tänzerische Höchstleistungenfolgenhierinwahnwitzigem Tempoaufeinander. Mitteder 90er entstand das Stückfür einenWorkshop desNederlands Dans Theaters.Seitdem wurde es mehrfach überarbeitet –und vonMal zuMal besser. bk b.31:1., 5.,7., 21.&23.4., OpernhausDüsseldorf; operamrhein.de

T HEATER E S S E N Bühneaus Pappe: eine Stärke desStücks Das Leben vor dem Tod Derach so kurzeMomentder Erkenntnis:Tomte-TexterThees Uhlmann hatdieseninseinenLiedern skizziertund in seinem Erfolgs-Roman„Sophia,der Todund ich“ die ganz großeBühnegegeben. Dieräumt demRoman jetzt auch das Essener Schauspiel ein: eine Uraufführung. Foto: Martin Kaufhold Spätestens als derTod aufdem Wannenrand sitzt undden Erzähler beim Pinkelnüberrascht, mussdiesererkennen: So geht’s nichtweiter. Allein schon,weilesnaturbedingt vondiesemMomentanüberhauptnicht weitergeht. Doch weil gerade auch noch die „schönschönschön“ Ex-Freundin klingelt, kommt nichtnur sein Herzaus demRhythmus,sondern auch der Sensenmann selbst.Statt drei Minutenhat er nundreiTage, sein Leben zu sortieren undsichseinenletztenWunsch zu erfüllen: EinMal noch denimSorgerechtsstreit verlorenen Sohn sehen, demerbislang Tagfür Tagväterlich verrücktePostkarten schrieb.Sophia(StephanieSchönfeld), derTod under, dazu seine protestantisch tapfereMutter(„schönschönschön“)machensichauf den Weg. Tilman Gersch setzt daspotenzielle Road-Movie als Kammerspiel um und gibt demTodgeweihten(Stefan Diekmann im „You’llneverwalk alone“- Shirt) justjeneZeit, sich mitdem Todabzufinden, dieder „große Kerzenauspuster“ (JensWinterstein –Bestatter-Lookmit Rowan-Atkinson-Augen) braucht, sich mitdem Leben anzufreunden. Stattauf Effektgebolze beim Auftritt eineszweiten,nochtödlicheren Todes(JanPröhl mitblassblondemFascho-Scheitel)setzterdagegenauf spärlichePantomime. Das istTheater!Und werjetzt einwirft,ein Ich-Erzähler seivielleichtauf derBühne nichtsoprickelnd,und hier einanimiertes Hörbuch in Pappkulisse vermutet,liegt nureinmal richtig: DieBühne (von HenrikeEngel)ist tatsächlich vonPappe–unddas istihre Stärke. Das Ende,nun,entbehrt nachaller Komik nichtder angemessen tränenziehendenTragik. Aber es kommt im richtigenAugenblick. Andreas Lammers „Sophia, der Tod und ich“: 8.+9., 21.4. Schauspiel, Essen 49

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