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April 2016 - coolibri Ruhrgebiet

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K U N S T O B E R H A U

K U N S T O B E R H A U S E N Blick des Astronauten Wer eine Ausstellung im Gasometer Oberhausen besucht, will überwältigt werden. Schon die Gestalt des 68 Meter breiten, 117 Meter hohen, ehemalige Gas-Tanks beeindruckt. Die Fahrt mit dem Aufzug nach oben und die Aussicht auf das Ruhrgebiet zwischen Industrie- und Einkauflandschaft (CentrO) sowieso. Die neue Ausstellung „Wunder der Natur“ lockt außerdem mit einem Blick, der sonst nur Astronauten gegönnt ist: den auf die Erdkugel. Ein Ballon mit 20 Metern Durchmesser, also fast so hoch wie die Kuppel des Berliner Reichstags, verwandeln die Licht- und Sounddesigner von Intermediate Engineering mit Hochleistungsprojektoren in eine originalgetreue Erdkugel. Bewegte, hoch aufgelöste Satellitenbilder werden detailgenau projiziert. So kann der Besucher die Erscheinungen der Erdatmosphäre im Wechsel von Tag und Nacht und dem Wandel der Jahreszeiten erleben. Die Ausstellungsmacher haben dafür mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt zusammengearbeitet. „Die Fahrt im gläsernen Panoramaaufzug auf das Dach des Gasometers bietet anschließend einen Blick auf unseren Heimatplaneten, wie ihn sonst nur Astronauten erleben“, verspricht Jeanette Schmitz, Geschäftsführerin des Gasometers Oberhausen. Der Blick auf die Erdkugel im dunklen Raum des Gasometers, der dann wie die endlose Weite des Weltraums wirken wird, ist der Höhepunkt einer Ausstellung, die auch an anderen Stellen an die Bildgewalt der vergangenen Schauen an diesem besonderen Ort der Industriekultur anknüpft: Der Besucher von „Wunder der Natur“ folgt dem Wachsen und Werden auf seinem Planeten. Rund 150 großformatige Fotografien und Filmausschnitte (unter anderem aus der wegweisenden BBC-Doku „Planet Erde“) zeigen die schöpferischen Kräfte des Lebens, erzählen von sinnlichen Fähigkeiten und genialen Strategien im Kampf um die Existenz, von der Vielfalt der sexuellen Rituale, dem Reichtum sozialer Beziehungen und dem Vermögen, mit anderen Arten zusammenzuleben. Die ausgestellten Bilder setzten ganz auf die Faszination der Evolution, der Faszination darüber, wie sich Flora und Fauna unter widrigsten Umständen entwickeln konnten und überleben können: In tiefste Tiefen und große Höhen wachsen Pflanzen zu majestätischer Größe heran und füllen in mikroskopischer Winzigkeit noch die kleinsten Nischen. „Die Besucher entdecken die Genialität der biologischen Systeme im Großen wie im Kleinen“, sagt Kurator Prof. Peter Pachnicke, „und lernen, wie sich die Formen des Lebens ständig verändern, sich überlisten und auch mit andern verbünden“. Max Florian Kühlem Wunder der Natur: bis 30.12. Gasometer, Oberhausen; gasometer-oberhausen.de Montage: Thomas Wolf

K U N S T D O R T M U N D Advertorial Videostill aus „Julian Assange’s The World Tomorrow“ Julian Assange im Interview mit Slavoj Zizek & David Horowitz gesendet auf Russia Today Digitaler Widerstand Wenn es so etwas wie Helden des digitalen Zeitalters gibt, dann sind das Typen wie Edward Snowden oder Julian Assange, die um den Preis ihrer persönlichen Freiheit Geheimnisse verraten haben, die die Welt in einem anderen Licht erscheinen lassen. Die neue Ausstellung des Hartware Medienkunstvereins im Dortmunder U widmet sich ihnen und ähnlichen Figuren: „Whistleblower & Vigilanten. Figuren des digitalen Widerstands“. In Deutschland wurde das Thema des Geheimnisverrats im Internet zuletzt im Frühjahr 2015 heftig diskutiert. Da hatte der Blog Netzpolitik.org Ausschnitte aus einem als vertraulich eingestuften Bericht des deutschen Verfassungsschutzes veröffentlicht, in dem es um den Aufbau einer neuen Einheit zur Überwachung des Internets ging. Gegen den Autor wurde ein Verfahren wegen Landesverrats eröffnet. Das wurde zwar mittlerweile wieder eingestellt, aber es zeigt, welche Relevanz das Thema weiterhin hat. Die Schau „Whistleblower & Vigilanten“ fragt, was die Menschen verbindet, die für „das Gute“ hacken oder Geheimnisse in Portalen wie Wikileaks veröffentlichen. Wie sehen die Rechtsvorstellungen der unterschiedlichen Akteure aus? „Wer nimmt sich welches – höhere – Recht und gibt es Gemeinsamkeiten in den Vorstellungen?“ Das ist laut Peter Bell, Geschäftsführer des Hartware Medienkunstvereins, eine der zentralen Fragen der Ausstellung. „Wer nimmt sich welches Recht?“ Die ausgestellten Arbeiten, Filmschnipsel, Bilder, Texte, eine Bücherecke, befinden sich oft im Spannungsfeld zwischen Politik und Kunst, sind zum Beispiel Dokumentationen von viel diskutierten Aktionen wie denen des Peng! Collectivs. Das hat zuletzt durch den Tortenwurf auf die AFD-Politikerin Beatrix von Storch auf sich aufmerksam gemacht. Zu sehen sein werden aber auch Dokumente wie das technikkritische Manifest des Unabombers, der zwischen 1978 und 1995 16 Briefbomben in den USA verschickte und damit drei Menschen tötete. Die Journalisten von Netzpolitik.org und die Aktivisten von Peng! Collective werden sich auch am Vermittlungsprogramm der Ausstellung beteiligen. In ihren Veranstaltungen wird es um Netzfragen und die Entwicklung der Digitalisierung gehen und auch um die neuen digitalen Vigilanten mit rechtsextremem Hintergrund, die teilweise gezielt Menschen persönlich angreifen. mfk Whistleblower & Vigilanten. Figuren des digitalen Widerstands: 9.4.–14.8. Hartware Medienkunstverein, Dortmund; hmkv.de Foto: RT Das Salzkammergut stattet Dortmund einen Besuch ab. Das Salzkammergut sagt „Servus“ KOMMA PÜTT KUCKEN! Täglich Führungen über Zeche und Kokerei www.denkmalpfad-zollverein.de Foto STMG Das Salzkammergut stattet Dortmund vier Tage lang einen Besuch ab. Vom 21. bis 24. April sorgt die österreichische Freizeitdestination rund um die Reinoldikirche für Stimmung. „Musi, Schmankerl und Lust auf Urlaub“ – so das Motto – warten auf die Menschen im Zentrum des Ruhrgebiets. Das Salzkammergut hat bereits dreimal erfolgreich diese Veranstaltung im österreichischen Linz durchgeführt. Nun ist Dortmund an der Reihe – in Kooperation mit den Ruhr Nachrichten. Über 40 Aussteller sollen Lust auf einen Urlaub im Salzkammergut machen. Ein Besuch lohnt sich: Bratwurst, Sauerkraut, Kaiserschmarrn, Wildschweinburger und Kasnocken stehen auf den Speisekarten. Dazu werden Schnaps-, Bier- und Wein-Spezialitäten gereicht. Neben anderen stellen ein Krippenfigurenschnitzer und ein Alphornbauer ihre Arbeiten vor. Das Programm beginnt am Donnerstag (21.4.) um 10 Uhr. Um 14 Uhr steht das Gössl Dirndlspringen an, das täglich stattfinden wird. Die Teilnehmer erhalten Leihdirndl, dann folgt ein Sprung in den Attersee-Tauchcontainer. Die besten Sprünge werden von einer Jury gewählt. Jeder Teilnehmer erhält ein Geschenk; den Erstplatzierten der vier Tage erwartet jeweils ein Urlaubsgeld für einen Aufenthalt im Salzkammergut in Höhe von 250 Euro. Um 15.30 Uhr findet die Eröffnung statt. Am Freitag (22.4.) und Samstag (23.4.) steht eine Gössl Modenschau an – mit Trachten. An allen vier Tagen gibt es für die Kinder ein Kasperltheater, außerdem einen Klettergarten und einen Wildpark. Das Salzkammergut sagt „Servus“. 53

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