Events, Trends und Reportagen für die Rhein-Ruhr-Region
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September 2021 - coolibri

SZENE

SZENE VielseitigePerformances: Besucherdes DüsseldorfFestivalkönnen ihrenkulturellen Horizont erweitern. Foto: Dan Aucante Grenzgebiete Wegvom Spartendenkeninder Kunst–beimDüsseldorfFestivalverschwimmenseitjeher dieGrenzen zwischen Musik,Theater,Tanzund Neuem Zirkus.Zum 31. Malpräsentiertdas renommierte Kulturfestein breitgefächertes Repertoireinternationaler Künstler,darunterdrei Deutschlandpremieren, eine Uraufführung und einNRW-Debüt. Knapp drei Wochen lang Performing Arts aus denBereichen Tanz,Theater, Musikund NouveauCirque,stil- undspartenübergreifend; einProgramm, dasGrenzen überschreitet, innovativeKunstformen zeigtund neue Sichtweisen eröffnet:Vom 8. bis27. Septemberlädtdas DüsseldorfFestival zur kulturellen Horizonterweiterung. 1991 wurdeesunter demNamen „Altstadtherbst“ insLeben gerufen–als Gegenmodellzur tradierten Spartenorganisation deröffentlichen Häuser. Bisheute obliegtdie Intendanzden Gründern ChristianeOxenfort undAndreas Dahmen,die schon früh auf unkonventionelleFormatewie denNeuen Zirkus setzten. Unter ihrerLeitung entwickeltedas alljährlich im Spätsommer stattfindende Festival seineStrahlkraftweitüberdie Region hinaus. DergroßenJubiläumsshow machteimletzten Jahr dieCoronapandemie einenStrichdurch dieRechnung. Um einenTotalausfall abzuwenden, war Plan Bgefragt.Alternative Spielortemussten gefunden, neue Gästeakquiriertwerden: Da vielen Künstlern aus demAusland dasReisennicht möglich war,bot mander lokalen SzeneeineBühne. Mitder 31.Ausgabe kehrt dieReihe nunzurück in dasTheaterzelt am Burgplatz, dasseitAnbeginn daspulsierende Zentrumdes Festivals ist. Undauch internationale Ensemblessindmit großer SpielfreudewiederzuGastamRhein. DenAuftakt macht dieNachwuchs-KompanieShechter II desisraelischen Choreografen Hofesh Shechter miteiner Deutschlandpremiere: „Political Mother Unplugged“ isteineMischungaus Tanztheaterund Rockkonzert, diedas ThemaMassenund Machtmit aufwühlenderKörperlichkeit performt. Ebenfalls hierzulandeerstmals zu sehenist dieaktuelleArbeit „DanceMacabre“ desSchweizer Choreografen Martin Zimmermann.Die 12 subtil-humorige Inszenierung wirdbestrittenvon drei tragikomischen Figurenauf einerMüllhalde, über denenals launigerStrippenzieherder Tod seineHandhält. DiedritteDeutschlandpremiere zeigen derAustralier YaronLifschitzund sein CircaContemporary Circus mit„Humans 2.0“: eine extrem artistischePerformance, dieder Schwerkraftzutrotzen scheint undinatemberaubendenMenschenpyramidengipfelt. Zwischen Jazz undWeltmusik bewegt sich derDrummer Yussef Dayes, derals einerder innovativstenKöpfe derLondonerJazzszene gilt. Sein Soundist eine kongeniale Mischung aussenegalischer Percussion,Funk, Hiphop, Grimeund psychedelicJazz. EinKeyboarderund einBassist supporten ihninDüsseldorf. In derenglischen À-cappella-TraditionstehenVO- CES8,die sich auseinstigen Chorist:innen derWestminsterAbbey rekrutieren.Mit Stückenvon Thomas Tallisbis Igor Strawinskibeweistdie achtköpfige Truppe unterdem Titel„After Silence“die enorme Bandbreite ihres Könnens. HandarbeitimwahrstenSinne desWortesist dasStück„Cold Blood“ von MichèleAnneDeMey undJacoVan Dormael. SielassenHände undFinger in Miniaturkulissentanzen, waslivegefilmt undauf eine großeLeinwand projiziert wird. EinWiedersehen gibtesmit dererfolgreichen Eigenproduktion „TabulaRasa“ aus demvergangenen Jahr.Das Ensemble Urbanatix bringt eine Neufassung aufdie Bühne,die sich vonleiserPoesiezuenergetischemTanzund vielseitiger Artistik steigert. BK 8.–27.9.:DüsseldorfFestival, TheaterzeltamBurgplatzund andere Orte in Düsseldorf; duesseldorf-festival.de

TITEL Neues Kunstfestival auf Zollverein Kimchi andChips,Another Moon,Projektskizze Foto: Courtesy: Kimchi and Chips, Originalfoto: Jochen Tack ©Stiftung Zollverein Ab dem 27.August findet erstmalsNEW NOW–Festivalfür Digitale Künste aufden Anlagen des UNESCO-Welterbes Zollverein in Essen statt. Mitden Möglichkeitender Digitalen Künste sollen aktuelleFragestellungen zumZusammenlebenvon Menschen, Naturund Technikkünstlerisch behandelt werden. Dabei spielt auch dieAuseinandersetzung mit demindustriellen Erbe der Region eine Rolle. DasFestival zielt darauf ab,einen hybriden undparzipatorischen Raum zu schaffen. Das Setting stimmt,wennnebst zahlreicheretablierter Kultur-und Bildungseinrichtungendas Festival „NEWNOW“seine Premiere aufZollvereinfeiert. Fünf Wochen lang soll ein„temporäresZentrum einerneuen Produktionskultur undKunstbewegung“ entstehen, wieesJasmin Grimm beschreibt, dieKünstlerischeLeitung vonNEW NOW, zugleich Künstlerische Leitungder StiftungZollvereinmit Schwerpunkt aufDigitaleKünste. AusdiesemGrund verwebtdas Festival nichtnur Formen wieAusstellung, Events sowieeineKonferenz, sondern initiiert auch einResidenzprogramm.AmEröffnungstagziehenzehninternationale digitale Künstler:innenauf Zollvereinein undnehmendortihreArbeitauf.Diese gebenmittels Workshops,RundgängenoderPerformanceszudemEinblick in ihre Arbeitsweisen undKonzepte. Unterihnen istStine Deja,die mitihrerArbeit nach derBedeutung vonKohle undFeuerfür unserZusammenlebenfragt. Studio Above&Belowaus Londonschaffen wiederum virtuelle Skulpturen aus denVermessungsdatender Ruhr. Das Residenzprogramm gipfeltschließlich in einerAusstellung, diemit Werken weiterer zeitgenössischerdigitaler Künstler:innen ergänztwird. Das Virtual-Reality-Studio Marshmallow LaserFeast wirdzum Beispielmit derArbeit„Treehugger:Wawona“ dasInnenlebendes weltweit größten Baumszeigen undwilldamitunsereBeziehung zurNatur in Zeiten von Kriseund Wandelbefragen. Im Zusammenspiel mitimmersivenInstallationen,der Konferenz„AnotherEnd is possible“und derergänzenden virtuellenPlattform ZECHE will„NEWNOW“eine„LivingSculpture“ ergeben. Diesestelltauch eine ArtInitiationsritus fürdas neue Förderfeld „Neue KünsteRuhr“ dar, daszum Ziel hat, zukunftsweisende Kunstformen im Ruhrgebiet zu etablieren.Für besondereAufmerksamkeitsorgenneben bekanntenNamen wieIngridLaFleur oder MatthewHerbert auch dieAußeninstallation„AnotherMoon“ im Maschinenpark. Das koreanischeKünstler:innenduoKimchiand ChipswilldortamHimmel einenzweiten Mond erscheinen lassen–mitLaserprojektorengezeichnet undvon Sonnenenergiegespeist. Dieser soll nachts beiklaremHimmel kilometerweit zu sehensein. Wenn dasklappt, dann ziehtdas Festival vielleicht nichtnur gutinformierteKulturtourist:innen oder -schaffende an, sondern auch dieneugierigeNachbarschaft. SR 27.August-3. Oktober:NEW NOW–Festival für Digitale Künste, Zeche Zollverein,Essen;newnow-festival.com DieVeranstaltungen vom27.8. bis3.10. im Überblick: 27.August: Eröffnungund Einzug derResidenzkünstler:innen; Immersive SoundNight 1 Bis17. September: Zehn Residenzkünstler:innen arbeitenauf Zollvereinan neuenArbeiten; Workshopsund Performances 17.September:Ausstellungseröffnung, Immersive SoundNight 2, Startder Außeninstallation„AnotherMoon“ 18.und 19.September:Internationale undinterdisziplinäreKonferenz „Another EndIsPossible“ 13

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