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September 2017 - coolibri Düsseldorf und Wuppertal

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KUNST D Ü S S E L D O R

KUNST D Ü S S E L D O R F B e h i n d t h e Blick hinter die Kulissen: Kunstpunkte in Düsseldorf S c e n e s Foto: Kulturamt der Landeshaupstadt Düsseldorf / Jürgen M. Wogirz Künstler gewähren wildfremden Menschen im Allgemeinen keinen Zutritt zu ihren Werkräumen. Einmal im Jahr aber machen sie kollektiv eine Ausnahme: Im Rahmen der Kunstpunkte öffnen sie an zwei Wochenenden ihre Ateliers und lassen sich bei der Arbeit über die Schulter schauen. Seit 1997 sind die vom Kulturamt initiierten Kunstpunkte eine feste Größe im Düsseldorfer Kulturbetrieb. Stets nach den Sommerferien präsentieren sich mehr als 500 professionelle Künstlerinnen und Künstler in ihrem Arbeitsumfeld der Öffentlichkeit, was selbige sehr begrüßt – rund 65.000 Atelierbesuche verzeichnete das beliebte Kunst-Happening in den letzten Jahren. Wann sonst hat man die Gelegenheit, Maler, Bildhauer, Fotografen, Medien- und andere Künstler beim Kunstschaffen zu beobachten, sie mit Fragen zu löchern und Einblick zu nehmen in ihre heiligsten Refugien? Auch das Geschäftliche lässt sich auf dem kleinen Dienstweg regeln – Kunst kann direkt aus dem Atelier heraus gekauft werden. 248 Werkstätten, Ateliers und Studios sind in diesem Jahr zu besichtigen, wie immer verteilt auf zwei Wochenenden: Am ersten (16./17.9.) öffnen die Standorte im Süden der Stadt ihre Türen, am zweiten (23./24.9.) im Norden. Integriert in die Kunstpunkte sind auch Gastkünstler aus Finnland, Großbritannien, Israel, Kroatien und Serbien, was spannende Begegnungen verspricht. Erstmals mit dabei sind zwei Tanztheater – die Ben J. Riepe Kompanie auf der Engelbertstraße zeigt Performances; beim Theater der Klänge (Winkelsfelder Straße) darf man einer Probe zur Produktion „bauhaus ballette“ beiwohnen. Seit jeher sehr aktiv die Off-Szene mit ihren von den Kreativen selbst organisierten Ausstellungsräumen. Hier erwartet die Besucher an den Freitagabenden vor den Kunstpunkten (15. + 22.9.) ein ergänzendes Programm wie Filme, Konzerte oder Vernissagen. Traditioneller Bestandteil des Projekts ist zudem der Shuttle-Service mit Oldtimer-Bussen, die an der Parkbucht vor den Rheinterrassen starten. Ungefähr fünf Stationen werden während der dreistündigen Tour angesteuert, begleitet und moderiert von Künstlern, die kompetent und kurzweilig über die Arbeiten ihrer Berufsgenossen informieren. Berit Kriegs Kunstpunkte: 16./17. + 23./24.9., Düsseldorf; kunstpunkte.de » © Stefaan Temmerman / Lumen Dieses Buch knistert vor Spannung. Ü berraschend, einfallsreich, erbarmungslos.« DE STANDAARD EIN BUCH, DAS ALLES GIBT UND ALLES VERLANGT WWW.FISCHERVERLAGE.DE 54

KUNST D Ü S S E L D O R F Ludwig Forum Aachen 08.09.17 18.02.18 Thomas Grünfeld, Fireplace 9 + misfit (cat/rabbit), 2016 Gemischte Gefühle Das Œuvre Thomas Grünfelds gliedert sich in streng getrennte Werkgruppen. Am bekanntesten sind die „Misfits“, eine Serie von hybriden Tierpräparaten, die ihn Ende der 80er schlagartig weltweit berühmt machte. Die Sammlung Philara zeigt seine Polsterobjekte und Dye-Transfer-Drucke. Foto: VG BildKunst Bonn / Todd White_London KUNST XKUBA Zeitgenössische Positionen seit 1989 Contemporary Perspectives since 1989 Schirmherr der Ausstellung Förderer ©Adrián Fernández Milanés, Cosmonaut (In Search of Orientation), 2015 Werke von Thomas Grünfeld lösen beim Betrachter oft Irritationen und widersprüchliche Emotionen aus: Faszination auf der einen Seite, Unbehagen auf der anderen, mitunter sogar leiser Ekel. Und sehr häufig ist man versucht, die Hand auszustrecken und die Dinge berühren zu wollen (Finger weg!), wie bei den tierischen Mischlingen – perfekt gemachte Kreuzungen aus Pfau und Pinguin, Schaf und Bulldogge oder Fuchs und Katze. Vom 2. September bis 22. Oktober präsentiert die Sammlung Philara zwei andere wichtige Werkgruppen des in Leverkusen geborenen Künstlers, der an der Düsseldorfer Kunstakademie Bildhauerei lehrt: Polsterobjekte aus der Serie „Fireplaces“ (2016) sowie die Dye-Transfer-Reihe „Heimspiel“ (1999). „Intercom“ lautet der Titel der Schau, der sich aus den lateinischen Wörtern inter (zwischen) und communicare (kommunizieren) zusammensetzt. Bezeichnet wird damit eine Sprechanlage, wobei der Nachrichtenempfänger unsichtbar bleibt. Exemplarisch dafür steht die Arbeit „Margaret“ – eine rauchende Frau mit einem Holzscheit unter dem Arm: Reminiszenz an die „Log Lady“ aus Twin Peaks, die sich nur mit einem Stück Holz verständigt, das somit die Rolle ihres persönlichen Intercoms übernimmt. Von dem amerikanischen Künstler Richard Artschwager sind Grünfelds senfgelbe Kamin-Attrappen beeinflusst. Künstlerische Avantgarde kreuzt sich mit dem biederen Wohnzimmermuff der 60er Jahre: Seine Objekte sind unterschwellige Störer in einer scheinbar vertrauten, häuslichen Umgebung. Im Mittelpunkt der zwölf Dye-Transfer-Drucke steht das Boudoir, intimer Rückzugsort der Frauen zwischen Wohn- und Schlafgemach. Symbolische Signale im Chambre séparée, etwa das Auf- oder Zuziehen der Vorhänge, ermöglichen der Dame die nonverbale Kommunikation mit den Besuchern. Das Boudoir vermittelt zwischen Privatheit und Öffentlichkeit: der Raum als architektonisches Intercom. bk Thomas Grünfeld – Intercom: 2.9.–22.10., Sammlung Philara, Düsseldorf; philara.de www.ludwigforum.de Tobias Zielony, Line, aus der Serie: Maskirovka, 2017 © Tobias Zielony/KOW, Berlin 10.9.2017 - 14.1.2018 Bundesaußenminister SigmarGabriel VON DER HEYDT KUNSTHALLE WUPPERTAL-BARMEN TOBIAS ZIELONY HAUS DER JUGEND Von der Heydt-Kunsthalle | Geschwister-Scholl-Platz 4-6 | 42275 Wuppertal Di-So 11-18 Uhr | von-der-heydt-kunsthalle.de 55

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