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September 2017 - coolibri Bochum

BOCHUM S P R O C K H Ö

BOCHUM S P R O C K H Ö V E L Klima-Anlage Für Solaranlagen bieten die Dächer der Stadt noch viel Platz. Saubere Mobilität, bessere Luft und mehr Lebensqualität erhofft sich die Stadt Sprockhövel von ihrem künftigen Klimakonzept. Gemeinsam mit ihren Bürgern und einem Ingenieurbüro hat sich die Kommune auf den Weg gemacht. Foto: Fotolia/anweber Kraftanstrengungen für ein besseres Klima klingen erst mal nach Weltverbesserungsanspruch. Weniger Treibhausgase und mehr Grün, gedämmte Fassaden und gedämpfter Verkehr sind jedoch längst keine Luxusziele für Steuersprudel-Zeiten. Vielmehr machen sie viele Kommunen lebenswerter und damit zukunftsfähig. „Klimaschutz hat eine Menge mit Stadtentwicklung zu tun“, betont Andreas Hübner. Der Ingenieur und Geschäftsführer der Firma Gertec erarbeitet gemeinsam mit der Stadt Sprockhövel gerade ein entsprechendes Konzept. Es soll Rat und Verwaltung bei ihrer Planung als strategische Entscheidungsgrundlage dienen. „Wir erhoffen uns davon konkrete Einsparpotenziale aufgezeigt zu bekommen“, sagt Susanne Görner als Leiterin des Fachbereichs Planen und Umwelt. Besonders hoch sind sie im Bereich Energie – sowohl in der örtlichen Wirtschaft als auch in den privaten Haushalten. „Da gibt es immer noch sehr viel Verschwendung“, sagt Andreas Hübner. Er sieht besonders bei Heizung und Warmwasser Verbesserungsmöglichkeiten durch Fassadendämmung und erneuerbare Energien. Gerade für Solarkollektoren gebe es auf den Dächern in der Stadt noch viel Platz. „Mit Sonnenstrom lässt sich viel machen und die Anlagen sind derzeit vergleichsweise 20 günstig. Rund 30 Prozent können die Hausbesitzer für den eigenen Bedarf nutzen, ohne viel verändern zu müssen. Das wissen bisher jedoch viele nicht“, betont der Fachmann. Mit gutem Beispiel vorangehen Eine kostenlose Energieberatung könnte zu einem Umdenken führen und auch bei der energetischen Sanierung neue Impulse setzen. Davon profitierten nicht nur die Bewohner, sondern das gesamte Umfeld. „Auf der einen Seite sinkt die Warmmiete, auf der anderen verändert sich das Stadtbild positiv. Gleichzeitig ist es ein Wirtschaftsförderungsprogramm, denn die lokalen Handwerksbetriebe setzen die Umbauten in der Regel um.“ Doch nicht nur die Bürger, auch die lokalen Arbeitgeber und die Stadt selbst können zu einem besseren Klima beitragen. In der Land- und Forstwirtschaft sowie im produzierenden Gewerbe ließen sich laut Konzept bis 2030 rund 20 Prozent weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre pusten, im Dienstleistungssektor und bei den öffentlichen Gebäuden liegt der Anteil sogar bei rund 25 Prozent. Dort könnte die Kommune mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, was möglich ist. „An vielen anderen Stellen könnte sie als Katalysator wirken und Entwicklungen beschleunigen“, sagt Andreas Hübner. Verschiedene Maßnahmen anstoßen und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, wäre die Aufgabe eines Klimamanagers. Mehr Beteiligung erwünscht „Doch so weit sind wir noch nicht. Derzeit analysieren wir noch die Potenziale und suchen nach dem richtigen Weg für Sprockhövel. Den sollen möglichst viele mitgehen. Die Verwaltung hatte daher zu zwei Klimacafés eingeladen. „Da hätten wir uns allerdings noch mehr Beteiligung gewünscht“, gibt Susanne Görner offen zu. Besonders lebhaft sei die Diskussion beim Thema Mobilität gewesen. Besserer Busverkehr, lückenlose Radwege und mehr Informationen zum elektrischen Fahren führten die Wunschliste der Teilnehmer an. „Dieser Prozess läuft noch weiter. Es sind beispielsweise spezielle Workshops geplant – auch zur Mobilität“, betont Susanne Görner. Sie rechnet damit, dass im Herbst ein konkretes Konzept vorliegt und die einzelnen Projekte anschließend nach und nach umgesetzt werden. „Das ist die interessante Phase. So ein Maßnahmenkatalog kann eine Menge in Bewegung bringen. Doch entscheidend ist, was daraus folgt“, sagt Andreas Hübner. Denn ein gutes Klima ist immer auch ein Kraftakt. Dominique Schroller

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