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Rund ums Bermudadreieck

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E H R E N F E L D Das

E H R E N F E L D Das schöne Schatt Ist man im Bermudadreieck nicht verschollen, spült es einen vermutlich ins Ehrenfeld. Das szenige Viertel ist im Schatten des Ecks groß geworden und bietet seit jeher Alternativprogramm zum Massenmagneten: von veganer Eisdiele über urbane Kunstgalerie bis hin zur Wohnzimmerbar. Lukas Vering sucht nach den schönsten Blumen im Ehrenfeld. Eis am Hans-Ehrenberg-Platz 28 Einst war das Gebiet, was heute unter dem schillernden Namen „Ehrenfeld“ firmiert, nur eine Wald- und Wiesenlandschaft, im Volksmund auch bekannt als „kleine Tocke“. Auf Ehrenfeld getauft wurde der Grünstreifen in Erinnerung an die Erfolge im Deutsch-Französischen Krieg der Jahre 1870 und 71. Zum Wohngebiet wurde dieses dann um die Jahrhundertwende, in einer Zeit der explosionsartigen Expansion Bochums. Ein eigenständiger Stadtteil ist das Viertel übrigens nicht, mehr ein Begriff für Zugehörigkeit. Und doch ist das Ehrenfeld heute ein bemerkenswertes kleines Fleckchen Bochum. In dieser Stadt, die doch den Ruf eines bodenständigen, etwas überdimensionierten Dorfes weg hat, erwartet man kaum eine so urbane, so innovative und so überraschende Ecke. Hier grüßen sich Beton und Grünflächen, Leerstände und Kulturinstitutionen, Studenten und Kinderwagen. Hier liegt ein leichter Duft von Großstadt in der Luft. Nach Kaffee, Pizza und Mittagstisch riecht es hingegen am Hans-Ehrenberg-Platz, der wie ein Herz inmitten des Viertels pulsiert. Hier sitzen schon bei den ersten Sonnenstrahlen Eisgenießer auf den Stühlen der Trendeisdiele I Am Love (Dibergstr. 2) und laben sich an ausgefallenen und/oder veganen Sorten. Die Sitzplätze auf dem Platz bespielt auch die beliebte Butterbrotbar (Hans-Ehrenberg-Platz 1), die die Bevölkerung des Viertels mit hausgemachtem Mittagstisch versorgt. Welches Tagesgericht oder welche Wochensuppe hier und anderswo in Bochum auf dem Menü steht, erfahrt ihr immer aktuell im Mittagstischspecial auf coolibri.de! Schlemmen kann man zudem noch beim simpel benannten Pizza (Hans-Ehrenberg-Platz 5), das neben der namensgebenden Spezialität übrigens auch hervorragenden Kaffee serviert oder im Orlando (Alte Hattinger Str. 31), das von Café über Bar bis Restaurant alle Gelüste zu befriedigen vermag. Die passende Mode, um in all dieser Szenigkeit auch angebracht unterwegs zu sein, bietet direkt am Platz der Outlet-Vintage-Store Jungle III (Oskar-Hoffmann Str. 2). Für den richtigen Durchblick sorgt derweil der wohl trendigste Optikerladen Bochums: Frau Feller (Alte Hattinger Str. 28). Die bietet ausgesuchte Marken, lokale Designerware und ein Herz für alle Brillenträger.

E H R E N F E L D engewächs Foto: Lukas Vering Einen Steinwurf vom Hans-Ehrenberg-Platz entfernt ziehen das Freibad (Clemensstr. 2) und die unwiderstehliche Goldkante (Alte Hattinger Str. 22) hippe Nachtschwärmer an. Hier tummelt sich alles von der Studentin bis zum Szeneliebhaber. Auch tagsüber finden jene hier übrigens Konsumfreuden, sei es im Haarsalon und Modeshop Sara Magielka (Alte Hattinger Str. 22), im Designparadies für Wohnraum- und Körperverschönerungen namens wohnbar (Alte Hattinger Str. 15) oder dem Random Store (Alte Hattinger Str. 11), der neben Streetwear aus zweiter Hand auch allerlei Vintagegüter, Sammlerstücke und Magazine vertreibt. Einmal um den Häuserblock herum liegt die Königsallee und führt bis hinauf zum Schauspielhaus (Königsallee 15), ohne Übertreibung wohl die kulturelle Krone des Viertels. Auf dem Weg hinauf liegen weitere Juwelen für alternative Shopper. Hat man zum Beispiel mal wieder ein Geschenk für einen x-beliebigen Anlass vergessen, hilft das stückgut (Königsallee 12) mit Unikaten, lokalpatriotischen Bochum-Gimmicks und Co. aus. Zwei Häusernummern weiter meint man es mit dem Begriff Vintage ernst – im Le Salon Vintage (Königsallee 14) warten Kleidungsstücke aus den 20er bis 70er Jahren. Vor allem das Angebot für Männer ist in der weiteren Region unerreicht. Zum Geist des Viertels passend bietet die Sold Out Gallery (Königsallee 16) urbane Kunst abseits des Establishments an. Laufpublikum kann Blicke in die aktuelle Ausstellung werfen oder in den mit diversem Designerkram gefüllten Regalen stöbern. Ein Abbiegen vor dem Schauspielhaus in westliche Richtung führt auf die Hattinger Straße, auf der an manchen Stellen ebenfalls urbanes Kraut für die Trendviertelsuppe wächst. Mode aus zweiter Hand für Frauen, werdende Mütter oder deren Kids findet sich bei Tauschrausch (Hattinger Str. 59). Beste Brötchen, süße Versuchungen und tolle Frühstücksangebote bietet die Bäckerei Keul (Hattinger Str. 66), die mit einer jungen Crew und sehr angenehmen Preisen begeistert. Wer größeren Hunger stillen muss, sollte unbedingt im Blondies (Hattinger Str. 80) einkehren. Unter Bochumer Burgerbuden spielt jenes nämlich ganz oben mit, besonders die Veggie-Varianten und die lässige Wohnzimer-Atmo sorgen für Extrapunkte. Tiefer im Viertel versteckt an der Hunscheidtstraße findet sich an der Hausnummer 61 das Kachel-Carré, ein frisch sanierter Kachelbau aus den 50ern, in dem sich gleich drei interessante Konzepte mit selbsterklärenden Namen niedergelassen haben. Selbst gemachte Glasartikel finden sich im GlasWerk, kreative Taschen aus allerlei Materialien im Taschenklub und Unmengen an Stoff für den süßen Zahn in der Zuckerbäckerei. Ein paar Schritte weiter überrascht der Kleiderschrank mit vielen Ideen auf kleinstem Raum. Einerseits wollen Dekoideen und Secondhandkleidung entdeckt werden, andererseits Frühstück, Mittagstisch und Kuchen (auch vegan) verdrückt werden. Und das alles mit heimeligem WG-Küchen-Feeling. Genau dieses Gefühl ist es, was das Ehrenfeld ausmacht: Jung, alternativ und nachbarschaftlich ist die einstige Tocke heute. Lukas Vering 29

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