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Rund um den Baldeneysee und Kettwig No 01

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K R E A T I V Q U A R T

K R E A T I V Q U A R T I E R Foto :Agentur Nordis Der Wollboden Im Souterain einer repräsentativen Gründerzeitvilla am Rande von Kettwig zeigt Gerd Schütte Kunst. Ein „noch“ müsste diesem Satz hinzugefügt werden, denn das Haus ist so gut wie verkauft und damit die Galerie Schütte an diesem Standort Geschichte. Kunst und Spinnerei Doch der 65-jährige Gerd Schütte zieht sich nicht aus dem Ausstellungs- und Kunsthandelswesen zurück, er wechselt nur mal wieder den Standort. Das hat er schon einige Male getan. Gegründet wurde die Galerie in der Kaiserstraße ebenfalls in Kettwig. Das war 1986. Vier Jahre später zog Schütte in die Essener Innenstadt um, wo er 13 Jahre lang blieb, um dann 2004 an den heutigen Standort zu wechseln. Seinem Programm blieb die Galerie trotz aller Ortswechsel konsequent treu: konzeptionelle 24 Malerei und Fotografie. In der ohnehin nicht besonders reichen Galerieszene der Stadt Essen, besetzte Schütte damit eine herausragend klare Position. Nicht unbedingt eine, die besonders hip war und ist, aber eben eine, die durch ihre Konsequenz und Zeitlosigkeit überzeugt. Zum Abschied von den jetzigen Räumen wird die Galerie Schütte Arbeiten aus der Privatsammlung zeigen. „Meine Frau und ich ziehen ja auch aus der Villa aus und wechseln in eine Wohnung. Da ist für einige besonders großformatige Arbeiten einfach kein Platz mehr“, erzählt Schütte, „von denen werden wir uns trennen“. Neue Wege Er klingt dabei nicht so sehr wehmütig, sondern eher energiegeladen und voll Aufbruchstimmung. Denn auch mit der Galerie wagt er neue Wege. In Zukunft wird es keine festen Räume mehr für Ausstellungen geben. Leisten kann sich so einen Schritt ein Galerist nur, wenn er

K R E A T I V Q U A R T I E R durch jahrelange überzeugende Arbeit einen festen Stamm an Künstlern und Kunstinteressierten aufgebaut hat. Der Wechsel in die nächste Phase der Galerie vollzog sich seit 2012 schleichend. Einmal jährlich zeigte Gerd Schütte eine Ausstellung im Kunstraum der Scheidt’schen Hallen – nur ein paar Schritte von seinen eigenen Räumlichkeiten entfernt. Hier wird er auch in Zukunft ein fester Gast bleiben. Daneben, so Schütte, plane er Ausstellungen an verschiedenen anderen Orten. Genaueres will er dazu allerdings noch nicht verraten. Für die Scheidt’schen Hallen ist die Zusammenarbeit mit Schütte ein Glücksgriff. Vor gut zehn Jahren kam die Idee auf, das riesige Areal einer ehemaligen Spinnerei und Textilfabrik zum Kreativquartier zu entwickeln. Im Jahr der Kulturhauptstadt nannte Dieter Gorny die Scheidt’schen Hallen als eines seiner Lieblingsprojekte. Ateliers, Coworking-Spaces, Gastronomie, Ausstellungsflächen sollten in den Hallen und Verwaltungsgebäuden entstehen, dazu Wohnbebauung direkt an der Ruhr. Galerie Schütte Kein einfaches Pflaster Doch Kettwig ist kein ganz einfaches Pflaster: Zu weit weg von der Essener Innenstadt und die Nähe zu Düsseldorf kommt dann doch nicht so recht zum Tragen. Vielleicht wurde auch der Boom der Kreativwirtschaft überschätzt. Letztlich ist es immer noch rentabler in einem exklusiven Stadtteil wie Kettwig Wohnraum zu vermarkten als Ateliers. So kam es, dass heute nur ein Teil der Pläne umgesetzt werden konnte. Der Kunstraum ist einer davon, der Wollboden und die Färberei werden derzeit für größere Ausstellungen zwischengenutzt, in den ehemaligen Meisterbüros sind Ateliers entstanden. Auch die denkmalgeschützte Direktion wurde aufwendig restauriert, doch bei deren Vermietung verabschiedeten sich die Eigentümer vom Kreativquartierkonzept. Die Verwaltung der Autoreparierer PitStop zog ein. Für das ebenfalls denkmalgeschützte Kesselhaus fand sich bis heute kein Pächter, der es wagte, dort eine Gastronomie zu eröffnen. Die Entscheidung, ob mit dem Bau von Wohnungen am Fluss begonnen wird, soll dieses Jahr noch fallen. Immerhin verhindern die bestehenden Ausstellungsflächen, die Galerie Schütte und die schon in den Scheidt’schen Hallen arbeitenden Kreativen, dass Kettwig sich nur auf sein verschlafenes Wohnstadt- und Sonntagsausflugsimage zurückziehen kann. Der pittoreske Stadtteil an der Ruhr ist dafür auch einfach zu schade. Honke Rambow galerie-schuette.de, scheidtsche-hallen.de Foto :Agentur Nordis Der echte Italiener in Kettwig Montags bis Freitags Mittagstisch 12 – 17 Uhr ab 5,90 € Jeden Montag alle Pizzen der Speisekarte 8,90 € Original italienis che Steinofenpizza mit Mozzarella, Ø 36 cm Fragen Sie nach unseren Räumen und unserer Sommerterrasse für Ihren Geburtstag oder Ihre Hochzeit! Ruhrstraße 18 · 45219 Essen-Kettwig Telefon 0 20 54 / 93 51 31 www.capofino.com 25

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