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Oktober 2021 - coolibri

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M U S I K V O N H I E R

M U S I K V O N H I E R Manege frei! Eher einGesamtkunstwerk:Keshavund Nik, derKernvon Keshavara Foto: Niclas Weber Keshavund Nik vonder KölnerBand Keshavarazeigen Einblickeinihr „Kabinettder Phantasie“.Solautetdas am 1.10. erscheinende Album, das sich sowohl visuell alsauchakustisch mitdem Sprengen vongedanklichen Grenzenbeschäftigt unddafürals Schauplatz die Welt des Zirkus wählt. Wasdie Dompteuredortalles vorbereitet haben, erzählten sieChristopher Filipecki. In euremAlbumnamenkommt das Wort „Phantasie“ vor. Etwas, wasman denmeisten Erwachsenenabspricht. Habt ihrsie wiedergefunden oder euch beibehalten? Keshav: Icherinneremichdaran,dassich alsKindden anderenKindern vorgeworfen habe, siehättenkeine Fantasie,weilich mir immer Sachen ausgedachthabeund dienie mitgezogen sind.Ich glaube,dassich das einfachbeibehalten habeund dasfür mich immerirgendwiewichtig war. Nik: In musikalischerHinsichtkönnte manabervielleicht„wiederentdeckt!“ sagen, weil wirangefangenhaben,die Grenzenimmer weiter zu öffnen.Weg vomklassischenSongschreiben,aufnehmen undperformen, sondern eher dorthin,ihn auch visuellzuverstärken.Daist derKniff, dass wirprobierenwollen, dieGrenzen zu sprengen. GutesStichwort.Neben eurerMusik gibteszudem Albumaucheinen knapp19-minütigenFilm.Stand die Filmideeschon vordem Schreibprozess? Keshav: Das Albumist dasHauptding, dasgab es zuerst.Der Film entstand, weil wir eigentlich dieLiveshowvor demLockdownhatten, die dann aber nichtaufgeführt werden konnte. Durch denLockdownkonnten wiraberinRuheandem Albumarbeiten, daseigentlich derSoundtrack zurShowseinsollte. Stattdessenkam dann dieIdee mitdem Film als Ersatz für dieBühne,weiluns dievisuelleEbene auch wichtigist undmit derMusik zusammen einhergeht. 30 Istesdann vielleicht sinnvoller, erst denFilmzugucken? Nik: Ichkönntemir vorstellen,dassescoolist,auch erst denFilm zu gucken,ja. Dann hatman schon einpaarSongs gehört undkann mitden Bildern im Kopf denRestdes Albums hören. Garkeine schlechteReihenfolge. WelcheSchlagwörter fallen euchspontanzum Soundein? Gibt es einen rotenFaden? Keshav: Wirprobieren unskomplettvon Genregrenzen zu befreien.Gerade unterdem Begriff „Kabinettder Phantasie“ istfür unsalles möglich und es kann experimentiertwerden, eben auch mitSachen, dieimKopferst nichtzusammengehen.Soentstehtdann wasNeues, wasfür mich oft aber schwierigist,auf einpaarWörterherunterzubrechen. Nik: Ichglaube, es istsehrorganisch,weilwir viele, echte Instrumente aufgenommenhaben.Und es istauch eher tiefgehend. Keshav: Einbisschenpsychedelisch vielleicht. Es hatauch vieleBezüge zu Genres, aber wir bleiben dann halt beikeinem, sondernversuchen zu mischen. Thematisch bewegt ihreuchzwischenZirkus, Vaudeville,Groteskeund Freakshows.Was fesselteuchandieserArt desEntertainments? Keshav: Wir kamenauf dieIdee,die Grenzendes Konzerts zu sprengen, weil wir einfachmehrmachenwollten.Wir warenzum Beispiel Fans des Vaudevilles,bei demman mehrereKünstezusammenbringt undesmehrere kleine Blöckegibt. MalMusik, malTanz, malComedy. Dashat unsinspiriert, um zu gucken,was neben klassischenKonzerten noch drin ist. Euer Konzeptist durchdie Instrumenteund die visuellenKomponenten ganz schöngroß. Wiewollt ihrdas aufden Bühnen umsetzen?

M U S I K V O N H I E R Nik: Am liebsten würdenwir immerindiesemgroßenEnsemblespielen, dasist unsere Herzensangelegenheit. Wirspielen aber auch,wenn’sder Rahmen nichtanderszulässt,zuzweit.Das Konzertist dann einbisschen anders undsetzt sich aus Songsvon demaktuellen,den vorigenAlben undder letztenEPzusammen, weil einige Songsdes neuenAlbumsdurch ihre Klänge so eher nichtfunktionieren würden. Da sind wirdann flexibel. Auch beiden Sprachen seid ihrflexibel.Mal Deutsch, malEnglisch. Keshav: Ichhatte schon superlange vor, aufDeutsch zu texten.Immer malwiederprobiert, aber gemerkt,dassesnicht so funktioniert. Jetzt klapptesplötzlich. DasLied„Kabinett derPhantasie“war innerhalb einer halben Stunde fertig,dabei habeich vorher 15 JahrelangdeutscheTexte nichthinbekommen.Nun fühltsichdas Wechseln zwischen denSprachen totalnatürlichan. MeinRap-Alias LilWalterbenutztsogar eine Fantasiesprache.Dakann ichexperimentieren unddas,was entsteht,finde ich spannend. DiePlatte istnun euer erstes gemeinsames Album. Woherkennt ihreuch und wiehat sich das Arbeiten verändert? Keshav: IchhabeNik aufder letztenTourvon meiner vorigenBandTimid Tigerkennengelernt,weilerals Drummer eingesprungenist.Wir haben unssofortgut verstanden,abereigentlich sollteKeshavaraerstein Soloprojektseinmit Stücken,die ichbei TimidTiger nichtumsetzen konnte. Als ichdann daserste Keshavara-Album liveumsetzen wollte,habeich Nikdazugeholt, um mitihm gemeinsamzuüberlegen, wieman es machen könnte. Das war derStartpunkt für unsere künstlerischeZusammenarbeit, weil ichgemerkt habe, wiesuper wir unsergänzenund es somitnah lag, auch dann gemeinsamzuschreiben undzuproduzieren. Eure Zusammenarbeitwurde letztesJahrauchschon belohnt, nämlich mitdem popNRW-Preisinder Hauptkategorie„Outstanding Artist“. Wie läuftdadas Prozedereab? Washabt ihrmit demGewinngemacht? Nik: Tatsächlich bewirbtman sich nicht, sondernwirdvon einerJuryauserkoren. Manerfährt alsoplötzlich, dass mannominiertist.Die Show selbst fand als Mixstatt.Einerseitsvor Ortmit sehr wenigPublikum in der VolksbühneinKöln,parallel wurde siegestreamt.Und dann haben wir tatsächlich gewonnen,worüber wir überglücklich waren, weil es einenindie Lage bringt,etwas mitdem Geld in dieHandzunehmen. Sonsthättenwir denFilmgar nichtmachenkönnen,weileswirklichabsurdist,was man dafür allesaufbringenmuss. FürunsereVerhältnisse aufjeden Fall dasKrasseste,was wir je gemacht haben,dabei istdas im FilmkosmosnochLow Budget.Dasswir gewinnen, wusstenwir schon kurz vorder Show,weilwir dann auch dort spielen durften. Wassteht ansonstenanimrestlichen Jahr? Nik: ZumRelease hatsichganzspontan einkleines Happeningergeben, beidem wir mitFreundenund Kollegenden Film gucken,ein Live-Special machenund gemeinsamfeiern. Ansonstenist es leider schwierig, waszu planen. Keshav: Wirwürdengerne eigentlich eine Tour machen,aberdas istmomentan leider noch in derSchwebe.Dawirdaberbestimmt in diesem und nächstemJahr noch waskommen. ZumEndedürft ihreurer Fantasie freienLauflassenund euchwas Größenwahnsinnigeswünschen. Nik: Ichträumedavon,eineTourinIndienzumachen. Keshav: Ichhätte gerneeinen „Kabinettder Phantasie“-Traveling-Zirkusbus, in demwir allezusammenwohnenund mitdem Bühnenbild touren. Das wär‘ echtWahnsinn. Udo KlopkeBand–TheKingIsDead UdoKlopke aus Neussist schon langeimGeschäft.Scrollt mandie vergangenen Auftrittedes Gitarristenzurück, dauert es einige Minuten, bis manbei denerstenGigsaus demJahre 2013 ankommt.Das mitseinen dreiMusikerkollegenaufgenommene neue Album„TheKingIsDead“ steht seit wenigenWocheninden Plattenläden bereit undpräsentiertklassischen, aber auch äußerstmelodiösen Singer/Songwriter mitangenehmen Country- undPop/Rock-Einschlägenund teils ganz schön anspruchsvollenGesangsparts, dieUdo problemlos meistert.Geradedie handgemachte Atmosphäre,die in jedemeinzelnen derneunSongs hervorsticht,macht dieLPbesonders.Der Soundist retro, aber nichteingestaubt. So wagt „Yallah“ denBlick Richtung Fernostenund hateinen türkischen Einschlag, „These Words“ hingegenist Material für denIrish Pub. .VÖ 9.9. Mighty MacFluff –Stuck On Earth DiesichimSaulerlandbefindende VillaUntergrundist derNabel fürMighty MacFluffs Geschehen. DerNewcomeraus Hamm hatdortseinTonstudio, Wunschzuhauseund Plattenlabel.Gemeinsam mitKollegenwurde eine WG fürkreativeErgüsse gegründet. Herausgekommenist sein bereits4. Album „Stuck on Earth“.Die 14 Tracks klingennicht nach demewiggleichen Trap,den jede:rChartshörer:in so langsamüberhat,sondern nach gutem Old-schooligen Hip-Hop.Teils sehr amerikanisch im direkten Übergang vonden 90szuden goldenen 00s. DassMighty–dessen Markenzeicheneine Space-Brilleist –den Soundlebtseit er kleinist,hörtman in jedemDetail.Der Künstler, dersichauch in derGraffiti- und Breaker-Szene aufgehoben fühlte,hat einentighten Flow,die Beatssindfür DIY außerordentlich gut. Bei„2CB“gibtes modernsten Lean Back,„Kool Aid“ liefert witzigeKlangspielereien. VÖ 17.9. Giirl –Bloom Hinter Giirl stecken nichtdie neuendeutschen SpiceGirls,sondern Dennis undMilan ausKöln.Die machen Psych’n’B,was einwenig so klingt wieeine Mischung ausMilkyChance, Malkyund ImagineDragons. Nunist das Debütalbum „Bloom“ draußen, daseinerseitsdurch dieleichtreibende, raue Stimmevon Milanglänzt, aber andererseits genausodurch ausgefeilte Beatshervorsticht. Während „Fire“ dierarenSommertage2021vermissenlässt,ballertder Opener „I Want It All“ in Daft Punk-Maniermit fesselndenRhythmenund Drumcomputer ordentlich los. Generell zeigen sich die13Tracksals äußerstheterogen. „Bloodshed“ isthymnenartiggroß undeingängig,hältvor einer80s- Hommagenicht zurück,„MAYBETHE- PROBLEMISYOU“ist funkigund textlich genaudas,was derTitel verspricht. Aufdie zwei sollte manein Auge undOhr werfen. VÖ 27.8. 31

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