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Oktober 2019 - coolibri Düsseldorf, Wuppertal

THEATER W U P P E R T A

THEATER W U P P E R T A L 1994 wurde„EinWinterunterm Tisch“von Roland Topor in Deutschland uraufgeführt.Der Erfolg ließ aufsich warten und so wurdedas französische TheaterstückimJahr 2004 in Pariserneut gespielt.Diesmalmit vollem Erfolg. Jetzt, 15 Jahrespäter, holendie WuppertalerBühnenmithilfeder Regisseurin SchirinKhodadadian das Stücknoch einmalaus seinen Schatten. Schuster Dragomir sucht Asyl beiÜbersetzerin Florence. Foto: Uwe Schinkel Ein Tisch für zwei „Ein Winter unterm Tisch“ istnicht nurgesellschaftskritisch, sondernauch humorvollgestaltet. DieÜbersetzerin Florence lebt in einerEin- Zimmer-Wohnungund braucht dringend Geld.SchusterDragomir istEinwanderer undsucht Asyl.Der einzig freiePlatzinFlorenceWohnung?Unter ihrem Schreibtisch, wo Dragomir direkt einzieht. Ein Spiegelder Gesellschaft So klopft dieÜbersetzerin Florence jedesMal unterm Tischan, bevorsie sich zu demSchusterDragomir gesellt. „Das istabsurd, man wohntjanicht unterm Tischund tutsoals gäbe es geschlosseneTüren“,erzähltdie Regisseurin.Die Situationvon Dragomir undFlorence ist nichtnur einsymbolisches unterdem Tisch wohnen –der Einwandererwohnt tatsächlich unterihremTisch,woihre BeinePlatzfinden. Es istein surreales Szenario, dasdiesesWerkso spannendmacht.Ein Fingerzeig aufdie heutige Asylpolitik. „ToporsStückist nach über 20 Jahrenimmer noch aktuell. Er hältden Zuschauern 32 „Man wohntja nicht unterm Tisch und tut so,als gäbe es geschlossene Türen.“ denSpiegelvorsGesicht undkonfrontiertsie mitjeglichen Klischeesund Vorurteilen“, erzählt dieRegisseurin. Dazu kommt auch noch,dass Dragomir keines dieser Klischees erfüllt.GanzimGegenteil: Vonallen CharakterenimTheaterstückspricht er dasbeste Deutsch. Topor sagteüberseinWerk: „WennillegaleEinwanderer wieUntermenschen behandelt werden,ist es doch normal,wennsie unterden Tischenleben.“ Schirin Khodadadianarbeitete bereitsfür die Wuppertaler Bühnen.Mit denmeisten Schauspielerndes jetzigen Stücks arbeitete sieschon zusammen,das mache es nichtunbedingt leichter,erzählt sie. „Aberman kenntsich. Häufigkommenwir schnellerweiter, weil wirschon eine Grundbasis haben,die steht“,sagtKhodadadian.Wuppertal istbesonders fürsie,daes kein richtigesZentrum gibt. „Unterschiedlicher könntendie MenscheninWuppertal nichtsein. Wirkönnenfür jedeneinzelnen eine Geschichte erzählen“, erzählt sie. In guten, knappenSituationen erzähltdas StücküberThemen, dieheute wieder aktuell sind.„Wohnungsnotwar damals eingroßesThema undist es heute wieder“, sagt Khodadadiandazu. Daseigene Verhalten refklektieren Das Stückregtzum Nachdenken an:Wie offen sind wir eigentlich?Welchen Status haben die Menschen?Wie wollen wirdie Gesellschaftgestaltenund wiewollenwir in ihrleben?„Diese Gedanken kommen,selbstwennman sich für einenaufgeklärtenMenschenhält“, sagt dieRegisseurin. „Ein Winter unterm Tisch“ wardamals schon aktuell undist es heute noch. Vonder Wohnungsnot, über Geldsorgen,der Asylkritik undder Fragenachder Veränderung derWelt, hält dasWerkToporsden Menschenden Spiegel vor. Sindwir bereit,die Welt zu verändern? ChantalMoll EinWinteruntermTisch:10.,13.,19.10., 2.+10.11., 3.+24.1. (je18und 19.30Uhr), TheateramEngelsgarten, Wuppertal; schauspiel-wuppertal.de

THEATER K R E F E L D TOSCA Oper in drei Akten von Giacomo Puccini CompagnieGiolisuzeigt„Il DolceDomain“ Tanz als Ausdrucksform DasFestival„Move!–KrefelderTage fürmodernenTanz“ zeigtwie Tanz und Bewegung alsKunstform relevante, politische undpersönlicheThemenzum Ausdruckbringenkann.Dazuladen dieOrganisatoren sieben aktuelleProduktionen ein, die in Nordrhein-Westfalenaufgeführtwerden. DieCompagnie Giolisuaus Brüsseleröffnet dasFestival am 12.Oktober mitihrem Programm „IlDolceDomani“. DiebelgischeDance Company gründetesichimJahr2001. Siesinddafür bekanntgesellschaftspolitische Realitätenauf dieBühne zu bringenund bieten unteranderen WorkshopsanSchulen an.Mit ruhigenund dramatischen Tanz zeigtdas Theaterstück eine Frau undvierMänner,die sich nach Jahren in einemBallsaal wiederbegegnen. Ihre Lebensgeschichtenähnelnsich, doch durch ihr Wiedersehen stoßen sieanihre Grenzen. Auch mitdabei istdie CocoonDance Companyaus Bonn.Ihre Stücke zeichnen sich durch Experimente mitden Erzähl-und Wahrnehmungsperspektiven aus.Philosophisch, körperbezogenund sinnlich tanzen dieDarsteller über dieBühne.Am20. Oktober entführensie mitihrem Programm „Ghost Trio B. –corps multiples“das Publikum in dieWeltder sinnlichenWahrnehmung. MitweißenLaken über demKopf, geselltsichdas Publikum zu denTänzern aufdie Bühne. Dadurch istnicht klar erkennbar,wer zum Publikum undwer zu denTänzern gehört.Die Zuschauermüssendazu aufmerksam durch dieMengegehen undbeobachten, werTeilder Show ist. Doch eigentlich gehörensie selber dazu. Vonder Unmöglichkeit, den Körper zu verlassen ZumAbschluss desFestivals am 30.Oktober zeigtdie Kaiser Antonino DanceEnsembleaus Duisburg „L’étatdes choses“, also derStand derDinge.Das Theaterstückorientiertsichaneiner AnnahmeFoucaults: „Mein Körperist dasgenaueGegenteileiner Utopie,erist alsOrt absolut,das kleine Fragment einesRaumes, mitdem ichimengsten Sinneein Körper bin.“Ihm geht es um dieUnmöglichkeitden eigenen Körperzuverlassen, diedie Tänzer zwingt,das Spiegelbilddes jeweils anderenzusein. Das führt zu lustigen,aberauch konfliktreichenSituationen.Die Künstler strecken undverbiegensich, fallen zu Boden. DieBühnengestaltungist minimalistisch gehalten,mehrals zwei Jacketts,ein Tuch undeinen Stuhlgibt es nicht. DieMusik stellt diedrittePersonindiesemStück da.Mit ihrer ständigenVeränderung begleitetsie dieKünstlerdurch dieZeit. cm Foto: Martin Coiffier Foto: Klaus Lefebvre Theater Hagen Inszenierung: Roman Trafton Bergische Symphoniker Musikalische Leitung: Daniel Huppert THEATER SOLINGEN PINA-BAUSCH-SAAL 12.10.19 ·Samstag ·19:30 Uhr 13.10.19 ·Sonntag ·18:00 Uhr 16.10.19 ·Mittwoch ·19:30 Uhr Veranstalter: Kulturmanagement Solingen Eintritt: 19,00 -45,00 €, ggf. zzgl. VVK-Gebühren Vorverkaufsstellen: Bürgerbüros +Theater- und Konzertkasse, 0212-204820und alle eventim-VVK-Stellen Online-Tickets: www.theater-solingen.de Mit freundlicher Unterstützung: Move!–KrefelderTage fürmodernenTanz: 12.10.-23.11., verschiedene Orte,Krefeld;krefeld.de www.theater-solingen.de · 33 /KulturmanagementSG

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