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Oktober 2018 - coolibri Bochum

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„Being Mario Götze“

„Being Mario Götze“ GUCKEN Hier werden keine Bälle gepasst,sondernFilme abgespielt:Unter dem Titel „Spielab, datDingen!“ lädt dasDeutsche Fußballmuseum in Dortmund an insgesamt fünf Abenden (7.+8., 10.-12.10.) in seine Hallen und zeigt Spielfilme und Dokumentationen,die größtenteils im Ruhrgebietentstanden sind. Eröffnetwirddas 1. Fußball-Film-Festival im Revier mitdem Sportler-Porträt „Being Mario Götze“, das einen Einblick hinter die Kulissen des Profisports gewährt. Im Anschluss andie Vorführung äußern sich Regisseur Aljoscha Pauseund Mario Götzezum Projekt. Weiter geht‘sam8.10. mit„Im Westen ging die Sonne auf“ (2002),ein Film,der an heute fast vergessenen Traditionsclubs wie RW Essen oder SpVgg Erkenschwick erinnert. Dokumentarfilme über MSV-Legende Bernard „Ennatz“ Dietz und Rudi Assauer sowie der Thriller „Spielmacher“ von Regisseur Timon Modersohn stehen außerdem aufder Festival-Agenda. dfm.do/spielab STARKMACHEN Menschenrechte –ein Wort mitvielWirkung. Vorgenau 70 Jahren wurden sie von den Vereinten Nationen erstmals ausgerufen und in 30 Artikeln festgeschrieben, jetzt werden sie neu entdeckt. Beim Projekt„Recht und Würde“ der LAG Kunst &Medien können sich Dortmunder Gruppen und Einrichtungen mit ihnen auseinandersetzen. Die Teilnehmer erarbeiten in Zusammenarbeit mit den beiden Fotografen Iris Wolf und Jörg Meier eine Plakatkampagne,bei der siedie UN-Menschenrechtschartafür sich selbst auslegen und Plakate nach ihren Erfahrungen gestalten. Zur Weihnachtszeit 2019 werden alle Plakate schließlich öffentlich in der Innenstadt ausgestellt. Begleitend dazu gibt eseine Ausstellung im Dortmunder U. Interessierte Gruppen (bis 20 Personen) ausallen gesellschaftlichen Bereichen können sich ab sofort anmelden(Tel. 0231-98 88 70 66). lag-km.de NEUANFANGEN Alles neu macht der Mai? Von wegen! Im Literaturbüro Ruhr, das seit Juni von der Journalistin AntjeDeistlergeleitetwird, gibt der Herbstwind den Startschuss für die Reihe „Alles neu!“. Ein Experte in Sachen Neuanfang ist Gregor Weber, der nicht nur mal Tatortkommissar in Saarbrücken war, sondern auch Koch gelernt und mehrere Bücher geschrieben hat. Im Gespräch mit Antje Deistler erzählt Weber, warum ihm Steinunn Sigurdardóttir das Künstlerleben zu unsicher wurde und er sich jetzt bei der Bundeswehr verpflichtet hat (13.10., Magazin Gladbeck). In den hohen Norden geht’s bei der Lesung der isländischen Autorin Steinunn Sigurdardóttir (22.10., Festscheune Bauer Kammesheidt, Essen). In„Heidas Traum“ zeichnet sie die wahre Geschichte einer Frau nach, die bereits Model inNew York war, als sie beschloss,zur Schafzucht ihrer Familie nach Island zurückzukehren und dort verhindert, dass ein internationaler Energieriese in ihrem Talein Staudamm baut. Moderiert wird der Abend von Elke Heidenreich. Als dritter Gast der Reihe liest Historikerin KarinaUrbach (Pseudonym:Hannah Coler)inDuisburgaus ihrem Spionageroman „Cambridge Five –Zeitder Verräter“(23.10., Black Boxdes Konferenzzentrum„DerKleine Prinz“). facebook.com/LiteraturbueroRuhr LauschGericht LAUSCHEN Literatur unterwegs: Das Projekt LauschGericht bringt ambundesweiten Vorlesetag (16.11.) Prosa und Poesie an den Esstisch. Das Konzept ist einfach: Während die Zuhörer der Geschichte des Vorlesers lauschen, wird wie gewohnt gegessen und getrunken. Zum Schluss hinterlässt der lesende Gast als Spur des Geschehens nur das aufgeschlagene Buch. Vorleser oder Zuhörergemeinschaften aus dem Raum Essen können sich noch bis zum 12.10. bewerben. Neben Privatpersonen können auch Kitas, Schulen, Arbeitsstätten oder Altenheime teilnehmen. Anmeldungen unter: lauschgericht.de JL,an, LN Fotos: ol.: DAZN Aljoscha Pause; or.: Ignaszewski; ur.: Simon Wiggen Bistum Essen 8

Fotos (2): ©2018 BUENA VISTA INTERNATIONAL /Pergamon Film /Wiedemann &Berg Film KINO Die Kraft der Kunst Werk ohne Autor|Start:3.10. Auch wennder Titel„Werk ohne Autor“ etwas anderes suggeriert,ist dieser Film doch einWerk, dessen Autorvon Bedeutung ist: Gemacht hatesFlorian Henckelvon Donnersmarck,dessen Langfilmdebüt „Das Leben der Anderen“imJahr 2007 den Oscar als bester fremdsprachiger Film abräumte –und dessen Nachfolgewerk „The Tourist“auf höchsterLinieenttäuschte. Nun kann man vomvon Donnersmarck halten,was man will,„Werk ohne Autor“ ist ein höchstambitionierterFilm, der komplexe Ideen spürbar macht. Unddrum2019 für den besten fremdsprachigen Film bei den Oscarsins Rennen geht. Dreisignifikante Episoden derdeutschen Geschichte durchläuft „WerkohneAutor“, gebundenist dieErzählungdabei an Kurt Barnert, derals Kinddie Nazizeit außerhalb Dresdensüberlebt, als junger Mann sein Kunststudiuminder DDR beginntund in den60ern in denWesten, nachDüsseldorf, flieht.Ist KurtsBiographie auch fiktiv,bearbeitet siedochEchtes, wahreBegebenheitenund historischeUmstände.„Werk ohne Autor“ istnie ohne Kontext, jede Stationder Erzählungbearbeitetein Stückdeutscher Geschichte undstets fängtder Film dasSpezifische derjeweiligenÄra mitFinesseein.Leitfadendurch KurtsLeben istdabei dieKunst und ihre Wirkkraft.Kurterlebt, wieKunst unterdrückt undwie siekonform gemacht wird, aber auch,wie siebeflügeln undbefreienkann. Wenn im Film über Wahrheit undSchönheitgesprochen wird, stehtder Kunstbegriff schnellim Verdacht,abzuheben –von Donnersmack schafftesaber, seinedurchaus ideellen Konzepteimmer an etwasEmotionales zu binden undsie so für seineZuschauer greifbar zu machen.Obdiese dabeiimmer alleAnspielungen verstehen, wirdsomit genausoegal, wieder Wahrheitsgehaltder fiktivenBiografiedes fiktivenKünstlers Kurt mitall ihrenParallelen zu einemgewissenKünstlernamensGerhard Richter. Oder ob einKunstwerk immer etwasüber seinen Autorenverrät:Schließlich istesdie Bedeutung dahinter, dieder Betrachende selbst erschafft, diezählt. DieKunst im Wandel derZeitalleinwäre aber letztlich eindochsehrverkopftesStandbein für einenFilm.„Werk ohne Autor“ stütztsichdeshalb auch aufeinedramatischeFamiliengeschichte rund um Kurt undseine Verwandtschaft,sowie seinespätere EhefrauElisabeth undderen Familie. Hier zeichnet vonDonnersmarcketwas gröber,verlässt sich nichtauf feineSpitzen,sondern bedientHandlungsstränge,wie sieauch in gut gemachten Vorabendserienauftauchen könnten.Die historischeDimension unddie ordentlich aufgebaute Intimität zu denCharakteren verwandeln hier dasSeifenopermaterialzu hochklassigemDrama. Mit„Werk ohne Autor“ zeigtvon Donnersmarck, dass er sein Können nichtnacheinemErfolgverbrannthat.Stark gezeichnete Charaktere, eine vielschichtige Erzählung, die sich nichtvor Ambiguität scheut,große Themen unddochdie Hingabezukleinen Detailssollen als Beweisegelten. „WerkohneAutor“ist gut gespieltes, prächtig gefilmtes undgroßinszeniertesKino–dasmit einerLaufzeitvon knapp über dreiStunden viel von seinem Publikum verlangt, dieseZeitabernie verschwendet. LukasVering R: FlorianHenckel vonDonnersmarck; D: TomSchilling, PaulaBeer,Sebastian Koch 39

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