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Oktober 2017 - coolibri Recklinghausen, Gelsenkirchen, Herne

RECKLINGHAUSEN,

RECKLINGHAUSEN, GELSENKIRCHEN, HERNE Die Flüsse an der Brücke Eine einmal gebildete Meinung lässt sich nur schwer revidieren – das zeigen zahlreiche psychologische Experimente. Sehr anschaulich ist das auch am Beispiel der Emscher: die wird häufig, gerade bei älteren Ruhrpottlern, weiterhin mit „Köttelbecke“ assoziiert. Dabei ist dem längst nicht mehr so. Fotos (2): Rupert Oberhäuser Zugegeben: bei der Bewerbung für die Landesgartenschau 2020 hat es knapp nicht gereicht. „Doch aus der Politik kam das Zeichen, dass man das Konzept Emscherland 2020 für förderfähig hält. Außerdem will man den Abschluss eines solchen Generationenprojekts auch mit mehr als einem Straßenfest feiern“, erklärt Ilias Abawi von der Emschergenossenschaft. Der Abschluss ist die weitgehend fertiggestellte Renaturierung des einstigen Abwasserflusses. „Die Emscher selbst wird im besten Fall schon ab 2018/19 weitestgehend abwasserfrei sein, nur bei den Nebenläufen könnte es wegen des Genehmigungsstands bis 2021 dauern. Aus denen könnten noch ein paar Tröpfchen Abwasser in die Emscher geleitet werden.“ In Castrop-Rauxel sind die Nebenläufe Herdicksbach und Deininghauser Bach, letzter ist schon großteils schmutzwasserfrei und gilt als ökologisches Vorzeigeprojekt. Der Anfang für den Abwasserverlauf unter Tage ist hier bereits gemacht: im Juni wurde der unterirdische Vortrieb des Abwasserkanals fertig gestellt. 7607 Meter ist er in Castrop-Rauxel lang, bestehend aus 1905 Rohr-Elementen und einem Gesamtgewicht von 21.937 Tonnen. In Betrieb geht er allerdings erst 2020, denn noch muss in Oberhausen das Pumpwerk gebaut werden. Emscherland ist Zukunftsland Im Dezember 2016 reichten die Genossenschaft, der Regionalverband Ruhr sowie die 20 Ökologisch wertvoll: der Deininghäuser Bach Städte Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Herne und Herten ein Handlungskonzept für das Emscherland 2020 beim Land NRW ein. Dieses Frühjahr kam die Förderempfehlung über 25,4 Millionen Euro. Bis zum 24.10. haben die Genossenschaft und die Kommunen nun Zeit, Anträge zur Weiterqualifizierung ihrer Projekte bei der Bezirksregierung zu stellen. Der Bürgermeister von Castrop-Rauxel, Rajko Kravanja, fasst die Bedeutung des Gesamtprojekts zusammen: „Emscherland ist Zukunftsland.“ Eines der Herzstücke: „Der Natur- und Erlebnispark ist der zentrale Ort. Hier wollen wir die neu gewonnene Natur, wie Weinberge und Imkerstände, unter Einbezug des Wassers präsentieren“, so Abawi. Die Lage an sich ist dabei schon recht eindrucksvoll. Blaue und schwatte Emscher Das Wasserkreuz in Castrop-Rauxel ist ein besonderer Ort, schließlich kommt es nicht häufig vor, dass ein Fluss unter einem Kanal durchfließt und es aus der Vogelperspektive aussieht wie ein fließendes Autobahnkreuz. An dieser charakteristischen Stelle wird der „Sprung über die Emscher“ gebaut. Neben dem profanen Zweck, einer Fuß- und Radwegeverbindung über die Gewässer, soll die Brücke auch ein Symbol für das Emscherland selbst sein. Zurzeit läuft die Ausschreibung, bei der sich Architektenbüros mit ihren Ideen bewerben können. Gleichzeitig erinnern die Schichten dort an die alte Köttelbecke: in 16 Metern Tiefe fließt die unsichtbare „schwatte“ Emscher im unterirdischen Abwasserkanal, acht Meter darüber fließt die „blaue“ Emscher und noch mal acht Meter höher der Rhein-Herne-Kanal. Neun Meter über diesem soll dann die Brücke über das Wasserkreuz führen und angrenzend wird das Emscherland die Besucher in Empfang nehmen. Um das ganze zu realisieren gibt es einen Zuschuss von acht Millionen Euro aus einem Fördertopf des Bundes, 500.000 schießt das Land NRW hinzu. Den restlichen Eigenanteil von den 11,7 Millionen Euro Gesamtkosten trägt die Emschergenossenschaft. Paul Tschierske

COOLIBRI LOKAL C A S T R O P - R A U X E L Eröffnung des CityTrees in Castrop-Rauxel Stadtbaum für frische Brise Anfang des Jahres stellte die Deutsche Bahn am Essener Hauptbahnhof zwei mit Moos und Deckpflanzen bewachsene Wände auf. Die CityTrees sollen die Luft von Schadstoffen reinigen. Ihre tatsächliche Wirkung ist umstritten und noch nicht eindeutig bewiesen. Dennoch steht seit September auch in Castrop-Rauxel solch eine Moos-Stele. Um Essen als Grüne Hauptstadt Europas zu unterstützen, finanzierte die Deutsche Bahn zwei CityTrees für je 25 000 Euro. Einer fand seinen Platz direkt in der Bahnhofshalle, der andere wurde auf dem Vorplatz aufgestellt. Die Idee der grünen Wände stammt von dem Berliner Start Up Green City Solutions. Das Moos auf den Wänden soll geschützt von Deckpflanzen Feinstaub und Stickoxide binden, Sauerstoff produzieren und gleichzeitig die Luft kühlen. Dabei soll eine einzige Wand so viel Luft filtern, wie bis zu 275 Bäume. Die Bewässerung und Nährstoffversorgung wird automatisch von Solarpaneelen gesteuert. Wie stark die Filter der CityTrees tatsächlich sind, konnten bisher noch keine Messungen eindeutig belegen. Wie sehr die Luft in Städten verschmutzt ist, zeigen hingegen die Jahresberichte des Umweltministeriums und des LANUV. Luft gilt dann als verschmutzt, wenn bestimmte Grenzwerte überschritten werden. „Alles was in der Luft ist und nicht reingehört“, erklärt Birgit Kaiser de Garcia, Pressesprecherin des LANUV. „Dort wo viel Verkehr ist, haben wir auch hohe Belastungen.“ An der Wirkung der CityTrees hegt sie große Zweifel: „Die Filterwirkung wird überschätzt.“ Tatsächlich gab es in Essen Probleme mit dem CityTree im Inneren des Hauptbahnhofs: Die Indoor-Bedingungen machten ihm zu Schaffen, Deckpflanzen mussten ausgetauscht werden. Ende Oktober wird Bilanz gezogen, wie effektiv die Bäume gefiltert haben. Birgit Kaiser de Garcia bleibt skeptisch: „Auch wenn sie planmäßig funktionieren, können Sie das Problem nicht lösen.“ Wie die Deutsche Bahn haben auch die Stadtwerke Castrop-Rauxel in die CityTrees investiert und einen vor dem Hauptbahnhof am Berliner Platz aufstellen lassen. Die Schwierigkeiten in Essen habe die Stadt zur Kenntnis genommen, so Maresa Hilleringmann, Sprecherin der Stadt. Am Berliner Platz steht die Moos-Stele im Freien. Auch wenn die Filterwirkung überschätzt werde, sei der CityTree in Castrop-Rauxel ein Zeichen für das Engagement der Stadtwerke zum Klimaschutz. Zudem sorge die Wand mit zwei Sitzbänken zu einer Aufwertung des Platzes. „Das überhaupt erst etwas freigesetzt wird, muss verhindert werden“, erklärt Birgit Kaiser de Garcia und plädiert dabei für emissionsarme Mobilität. Es bringe nichts, etwas gegen die Luftverschmutzung zu tun, während gleichzeitig immer mehr Schadstoffe freigesetzt würden. Mara Hess Zukunft braucht Persönlichkeiten. Wir prägen sie. Beruflicher Erfolg braucht Persönlichkeit. Mit dem Studium an der eufom Business School bilden Sie Ihre persönlichen Kompetenzen gezielt heraus. Praxisnah und international. Bachelor of Arts (B.A.) International Business Management Bachelor of Science (B.Sc.) Business Psychology Bachelor of Arts (B.A.) Marketing & Digital Media Die eufom Hochschulzentren Dortmund, Düsseldorf, Essen, Frankfurt a. M., Hamburg, Köln, München, Stuttgart 0800 1 97 97 97 eufom.de Die eufom ist die Business School der FOM Hochschule. Sie gehört zu den Top 10 der am stärksten besuchten deutschen Fachhochschulen und Universitäten und ist mit 42.000 Studierenden Deutschlands größte private Hochschule. Semesterstart September 21

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