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Oktober 2017 - coolibri Essen

TELEGRAMM Alice Merton

TELEGRAMM Alice Merton am 19.10. in Dortmund Dortmund No roots – der Titel ihres Hits ist bei der Musikerin Alice Merton Programm. Dass die 23- Jährige nach zwölf Umzügen durch vier verschiedene Länder selten irgendwo lange Wurzeln schlägt, ist nicht verwunderlich. Glücklicherweise führt ihr Weg die gebürtige Deutsch- Irin am 19. Oktober nach Dortmund. Dort spielt sie als Teil der WDR 2 Tour in einem Exklusivkonzert in der Eventkirche ihre aktuellen Songs. Die Tickets werden ausschließlich verlost und wer ein Ticket ergattern möchte, muss fleißig WDR2 hören oder coolibri lesen. coolibri verlost 2x2 Tickets unter coolibri.de; wdr.de Es läuft gerade richtig gut für Jupiter Jones, als Frontmann Nicholas Müller seinen Ausstieg erklärt. Der Grund: Der Sänger leidet unter ständigen Panikattacken. Zehn Jahre lebt er damit, die Bühne ist für ihn oft der einzige angstfreie Raum. Nach den Auftritten fällt er dafür in ein umso tieferes Loch. Als nichts mehr geht, zieht sich der Sänger aus allem raus und begibt sich in Therapie. Über seine Erfahrungen hat der 35- Jährige nun ein Buch geschrieben. „Ich bin mal eben wieder tot – Wie ich lernte mit Angst zu leben“ heißt der Titel. Schonungslos offen erzählt er darin über die Abstürze und Aufstiege seines Lebens. Darf man beim Lesen eines so ernsten Buches lachen? Man darf, denn wo Humor ist, hat die Angst keinen Platz. Ab Oktober ist Nicholas Müller auf Lesetour und schaut am 3.10. im Dortmunder U vorbei. nicholas-mueller.de Egal ob schwul, lesbisch, bi, trans oder hetero, das Filmfest homochrom hat für jeden etwas zu bieten. Das queere Festival besetzt zwischen dem 26. und 29.10. die Schauburg in Dortmund. Über 20 Filme aus aller Welt geben einen abwechslungsreichen Einblick in das Leben transsexueller Feuerwehrfrauen, Regenbogenfamilien oder homosexueller Fußballer. In 26 dem Film Close-Knit verändert sich das Leben einer Elfjährigen maßgeblich, als plötzlich eine transsexuelle Frau in ihr Leben tritt. In Prep & Me begleitet der Regisseur Tim Deckers drei Männer bei einer Teststudie gegen HIV-Infektionen und interviewt dabei auch Experten zu dem getesteten Medikament. Die Filme werden in ihrer Originalsprache und mit meist deutschem Untertitel gezeigt. homochrom.de Essen Wo man hinschaut, nur rote Nasen, verschnupfte Aussprache und wässrige Blicke. Ist das schon die erste Grippewelle des Herbstes? Au contraire, das Theater Essen-Süd hat lediglich das 1. Essener klauns-vestiwäl ausgerufen. Das bedeutet drei Tage Theater mit Knut Müller, dem Tastenmann und dem Duo Das Steimel und sein Matschke. Die ulkigen Herren teilen sich zwischen dem 6. und 8. Oktober die Bühne gerecht auf, jeden Abend steht ein anderer Künstler auf den wackligen Brettern, die die Welt bedeuten. Zwar kann es in dem kleinen Kammerspiel-Theater schon einmal so eng werden wie in einer Arztpraxis am Montagmorgen, aber die abgedrehten Spaßmacher holen aus den begrenzten Möglichkeiten das Maximale raus. Drei Abende voll Clownerie, Kleinkunst und Klamauk. theater-essen-sued.de Choreografin Eszter Salamon nimmt ihr Publikum mit auf eine Reise in die Zeit von Valeska Gert. Mit einer Mischung aus Autobiografie und künstlerischem Diskurs beleuchtet Salamon das Werk einer der größten und am meisten kritisierten Künstlerinnen der 20er und 30er Jahre. Valeska Gert schaffte als eine der ersten ihrer Zunft eine Verbindung von Gesang, Tanz, Schauspiel und Dichtung und sorgte mit ihrer kontroversen und provokativen Art regelmäßig für Skandale. Die Aufführungen zu Monument 0.5.: The Valeska Gert Monument laufen am 13. und 14.10. im PACT Zollverein. Für Studierende Foto: PaperPlaneRecordsInt2017 hat das PACT dazu ein besonderes Paket geschnürt: Diese können zusätzlich zur Veranstaltung bereits am 30.09. eine offene Probe besuchen. pact-zollverein.de Seinen Platz in der Gesellschaft finden, das möchte jeder Mensch. Traumatisierte Flüchtlinge und junge Erwachsene mit psychischen Problemen haben es damit ungleich schwerer. Das ehrenamtliche Projekt Life & Culture 1.0 leistet Inklusionsarbeit und möchte mit diesen Menschen ein Schauspiel- und Musikevent auf die Beine stellen. Im Frühjahr 2018 wird die gemeinsame Arbeit mit Bands und Schauspielern beginnen, nach eineinhalb Jahren ist dann eine große Tournee geplant. Ein Konzert soll nun für das nötige Startkapital sorgen. Bei der helfen bewegt Charity 2017 findet sich am 21.10. ein ansehnliches Musiker-Grüppchen in der Weststadthalle ein, darunter Ohrenpost aus Münster, Kultrekorder aus Essen und Zweiland aus Köln. Der Erlös geht vollständig an die Initiative Life & Culture 1.0. helfenbewegt.de Gelsenkirchen „Heute hier, morgen dort. Bin kaum da, muss ich fort.“ – so lauten die ersten Zeilen von Hannes Waders wohl bekanntestem Lied. Wie der Sprecher des Songs hat auch Hannes Wader ein unstetes Leben geführt: 50 Jahre lang war der Liedermacher mit Poesie und Protest auf deutschen Bühnen unterwegs. Jetzt verabschiedet er sich mit der Tournee „Macht’s gut“ bei seinem Publikum. Am 8.10. ist er im Hans- Sachs-Haus in Gelsenkirchen zu Gast. Also hin, denn leider ist uns „längst klar, dass nichts bleibt, dass nichts bleibt, wie es war.“ Duisburg Wie schlau sind Menschen eigentlich so? Diese Frage stellt sich HG. Butzko am 12.10. im BG Klinikum in Duisburg. In seinem Programm „Menschliche Intelligenz, oder: Wie blöd kann man sein?“ nimmt er Bezug auf ein Thema, das aktueller nicht sein könnte: Der Missbrauch von Religion zur Durchsetzung von Machtinteressen. Ob Dschihadisten im Nahen Osten, Evangelikale im Wilden Westen oder die CDU/CSU in Deutschland, sie alle berufen sich auf einen Religionsstifter, um ihre eigenen Ziele zu verwirklichen. Ihre Methoden mögen unterschiedlich sein, aber laut Säkularisierer Butzko vermischen sie alle auf unzulässige Weise Religion und Politik. Der gläubige Atheist jongliert mit Gedanken, schwingt sich dabei aber nie zum Moralapostel auf. Ein Plädoyer für die Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten. klinikkultur.de

SZENE E S S E N / D O R T M U N D coolibri präsentiert Design-Gipfel-Macherinnen: Katherina Lindenblatt (l.) und Anna Zeh. Treffpunkt für Kreatives Katherina Lindenblatt (*1982) und Anna Zeh (*1978) sind die Gründerinnen des Kreativmarkts Design-Gipfel, der 2010 in Münster seinen Anfang nahm und mittlerweile auch im Ruhrgebiet stattfindet. Wie aus den Designstudentinnen Eventmanagerinnen wurden, hat Julia Hubernagel von Katherina erfahren. Was ist der Design-Gipfel? Der Design-Gipfel ist ein Markt für Besonderes und Kleinkunst und bietet kleinen Labels eine Plattform. Dabei ist er Designmarkt und Messe in einem. Wir hoffen, dass bei unseren Märkten auch vermehrt Ladenbesitzer mit den kleinen Ständen in Kontakt geraten. Wie hat alles angefangen? Anna und ich haben damals selbst Kunst verkauft; ich ausgefallene Kuscheltiere und Anna Schmuck. Kreativmärkte gab es nur in großen Städten, in kleinen Städten sah es schlecht aus. Dann hatte ich ein sehr frustrierendes Erlebnis, als ich auf einer Kleinkunstmesse war und überall nur spießige Leute waren, die meine Sachen viel zu schräg fanden. Da hab ich Anna eine SMS geschickt: Wir müssen selbst etwas machen, nichts wie raus hier. Der erste Design-Gipfel fand 2010 mit etwa 20 Leuten statt. Wir hatten Glück, dass so was gerade gefragt war. 2011 hatten wir 80 Leute. Nach Dortmund und Essen sind wir 2012 gegangen, in Essen waren wir von 2012 bis 2014 und sind seit 2016 wieder da. Wir würden gerne mehr in kleineren Städten machen, aber mit unserer anderen Veranstaltung, dem Mädelsflohmarkt Kleiderwirbel, haben wir auch erstmal genug zu tun. Was ist das Besondere an dem Design-Gipfel? Es gibt viele Kunsthandwerkmärkte, aber das sind meistens Holz-Handwerker, die dort ihre Sachen anbieten und das hauptberuflich machen. Beim Design-Gipfel ist alles kreativer, da kommen auch Leute, die das nebenher machen. Alles ist jünger, lockerer. Und wir haben immer ein Rahmenprogramm mit Live-Musik und einem DJ. Wir wollen keine cleane Messe veranstalten, bei uns ist das eher ein Gesamterlebnis. Ftoto: Julia Kuhnike BATTLE OF THE YEAR WELTGRÖSSTER BREAKDANCE WETTBEWERB 21. OKTOBER 2017 GRUGAHALLE ESSEN GETYOURTICKET battleoftheyear.de Wie sieht der typische Design-Gipfel-Besucher aus? Den gibt’s gar nicht. Wir dachten erst, es würden hauptsächlich Hipster kommen. Das Publikum ist aber ganz gemischt, auch Rentner besuchen den Design-Gipfel. Was gefällt dir am meisten an deiner Arbeit? Ich organisiere und plane sehr gern. Und ich muss gestehen, ich mache auch gerne Buchhaltung. Das darf man ja eigentlich gar nicht sagen. Also gar nicht mehr das Kreative an sich, sondern wirklich die Planung. Das ist ganz verrückt, das hätte ich früher niemals gedacht. Design-Gipfel:14./15.10. Depot, Dortmund; 21./22. Zollverein, Essen 27

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