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Oktober 2017 - coolibri Düsseldorf und Wuppertal

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THEMA Fortsetzung:

THEMA Fortsetzung: Dunkelbunt Überwachungtaube von seiLeise Foto: seiLeise Wichtig sei zum Beispiel, wer als Financier auftrete. Im Fall des neu eröffneten Berliner Museums: eine Wohnungsbau-Aktiengesellschaft. Ossege dazu: „Der Geldgeber hat Interesse an einer Aufwertung von Stadtteilen oder Bauwerken. Stichwort: steigende Mieten. Das steht im krassen Gegensatz zur sozial geprägten, kritischen Kunstrichtung der Street Art.“ Auch deshalb nimmt der Kreative seine Auftraggeber genau unter die Lupe. Das funktioniert. Inzwischen lebt er von seiner Kunst. 10 „Ich möchte mich der Diskussion stellen.“ Die Entscheidung, mit seinem Klarnamen in Erscheinung zu treten, hat er übrigens bewusst getroffen: „Ich möchte mich der Diskussion stellen. Das geht nur, wenn man erreichbar ist für die Menschen.“ Probleme mit der Polizei hat der Reverse Graffiti- und Paste-up-Künstler so gut wie keine. Ossege setzt auf Kommunikation. Die würde er sich auch mit der Kölner Interessensgemeinschaft KASA (Kölner Anti Sprayer Aktion) wünschen. „Das sind die Graffitijäger hier in Köln. Die fahren durch die Gegend und entfernen alles.“ Das städtische Unternehmen hat dabei keinen kulturellen Auftrag, sondern lediglich das „Säubern“ der Stadt im Sinn. „Da kommt es zu solchen Kuriositäten, dass Wände, die schon seit zehn Jahren verdreckt sind, nur an den Stellen gereinigt werden, auf denen sich Künstler verewigt haben.“ So wurden auch schon Werke Osseges entfernt. Grotesk, bedenkt man, dass er mit seinen filigranen Figuren den Schmutz eher beseitigt. Dass seine Reverse Graffiti und Paste-ups inzwischen auch politischer Natur sind, ist für den Künstler unumgänglich: „Viele Menschen schaffen es nicht mehr, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Manchmal lese ich eine Schlagzeile und habe sofort ein Bild im Kopf. Dann muss ich es rauslassen, damit es aus meinem Kopf verschwindet. Und damit andere es auch kommentieren können.“ Ich bin ARTig: Gute Laune-Muffins Neu in der Szene ist Ich bin ARTig. Ende des vergangenen Jahres hat er angefangen, lachende Muffins im Stadtraum zu verteilen. Inspiriert

THEMA wurde er, wie er sagt, von Pdots Geistern: „Ich war unglaublich neugierig, wie das funktioniert“, erzählt der Enddreißiger. Die ersten Erfahrungen sammelte er bereits in der Jugend, ebenfalls mit Graffiti-Malereien. Kreativ war er schon immer, der Spaß sollte für ihn dabei stets im Vordergrund stehen. „Aber dann ging der Beef los“, erzählt ARTig. Als er als Spray-Neuling in den Neunzigern zusammen mit einem Freund an der damaligen Wall in Bilk (Anm. d. Red.: bis zum Start des Wehrhahn-Linien-Baus Ende 2007 in der Bachstraße) sprühte, tauchte plötzlich eine Gruppe von sieben Leuten auf. „Da wurde nicht viel geredet“, erzählt der Künstler ernst. Die Spraydosen nahm man den beiden Jugendlichen ohne Umschweife ab. Es folgten Gerangel und körperliche Gewalt. Die Gruppe in Überzahl markierte ihr Spray-Revier. Ein so einschneidendes Erlebnis für ARTig, dass er bis zum vergangenen Jahr pausierte. Zumindest in der Öffentlichkeit. Zu Hause habe er immer gemalt, erzählt er. Seine Graffiti bringt der Düsseldorfer zu dieser Zeit auf Papier. „Von Strichen bis Flecken“ malt er alles, was ihm in den Sinn kommt. Denn klar ist: „Ohne Stift und Farbe wäre mein Leben genauso trist wie die meisten Wände im Stadtbild.“ „Ohne Stift und Farbe wäre mein Leben genauso trist wie die meisten Wände im Stadtbild.“ „Geflasht“ Als er im vergangenen Jahr auf Pdot und seine Kunst trifft, ist er „geflasht“. Diese Weiterentwicklung vom Taggen und Sprayen bis hin zum Stickern interessiert ihn sofort. „Das war für mich ein neues Medium“, sagt er. Auf der Suche nach einem neutralen, fröhlichen Motiv kommt ihm seine Vorliebe fürs Kulinarische zugute: „Ich liebe Süßigkeiten und esse für mein Leben gern. Und dann haben wir zu Hause Muffins gebacken.“ Die Sticker-Idee war geboren. Im Gegensatz zu Pdots Geistern variiert der Künstler in Größen, Farben und den Ausführungen. Der Künstlername AR- Tig entsteht. Der Kreative scherzt: „Wahlweise auch unartig.“ Beef gibt es in der Street Art-Szene eher nicht. „Ich bin entspannt aufgenommen worden“, berichtet der Düsseldorfer. Bei dem süßen Motiv auch kein Wunder: „Die Muffins sollen gute Laune machen. Die kann ich dann auch auf mich selbst übertragen.“ Soloausstellung Pdot: 15.-29.12. WP8, Düsseldorf seiLeise: facebook.com/seiLeiseArt Ich bin ARTig: facebook.com/IchbinARTig Die perfekte Pause vom Alltag Strand-Sauna im Freizeitbad Düsselstrand Suomi-Sauna im Familienbad Niederheid Sauna in der Münster-Therme www.baeder-duesseldorf.de /baederduesseldorf © Alexandr Vasiljev- Fotolia.com Nehmen Sie Kurs auf Ihr Wunschobjekt! Bunte Kombi: Pdot und Ich bin ARTig Foto: Nadine Beneke Bei uns bekommen Sie den Schlüssel für Ihre Träume. www.ladenlokale-in-krefeld.de 11

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