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Oktober 2017 - coolibri Bochum

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SZENE Theaterskandal B O

SZENE Theaterskandal B O C H U M Etwas war anders bei dieser Spielzeit-Pressekonferenz am Bochumer Prinzregenttheater (PRT): Leiterin Romy Schmidt lud nicht wie sonst ins Theaterfoyer, sondern in ein fensterloses Kulissenlager und stellte das Programm ihrer dritten Saison im Kreise des gesamten Ensembles und aller Mitarbeiter vor. Am Ende dann der große Knall: Sie verkündete, dass der Trägerverein ihren Vertrag nach Ende der Saison nicht verlängern wird. Damit hatte die Stadt Bochum einen handfesten Theaterskandal. Dass die Nicht-Verlängerung schnell zum Thema Nummer eins in der Stadt wurde, hatte vor allem mit der Tatsache zu tun, dass Schmidts Vorgängerin Sibylle Broll-Pape, mittlerweile Intendantin in Bamberg, weiter als Vorstand im Trägerverein sitzt und ihre Nachfolgerin quasi entlassen hat. Der Intendant des Schauspielhauses Bochum Olaf Kröck sieht dadurch die „professionellen Spielregeln“ des Theaterbetriebs verletzt. Autor Frank Goosen, der den Trägerverein des Prinzregenttheaters vergangenes Jahr verlassen hat, sagt: „Man kann sehr kritisch sehen, dass der Verein ausschließlich aus engen persönlichen Freunden von Sibylle Broll-Pape besteht.“ Die Schulleiterin Susanne Muthig-Beilmann, die ebenfalls im Vorstand des Trägervereins sitzt, nannte als Grund für die Nicht-Verlängerung ausschließlich „anhaltende und nicht auflösbare Differenzen zwischen Verein und Frau Schmidt.“ Mit der künstlerischen Arbeit und der Außenwirkung des Theaters sei man zu hundert Prozent zufrieden, aber das Vertrauensverhältnis sei zerstört. „Ich bitte um Verständnis, dass ich nicht ins Detail gehen möchte – auch um Frau Schmidt zu schützen.“ Dem Gerücht, Sibylle Broll-Pape plane eine Rückkehr nach Bochum, konnte Susanne Muthig- Beilmann allerdings eine klare Absage erteilen: „Sie macht am E.T.A.-Hoffmann-Theater Bamberg erfolgreiche Arbeit und wird sie auch weiterführen.“ Nach einigen Tagen meldete sich auch Sibylle Broll-Pape selbst zu Wort: „Es stimmt nicht, dass wir Romy Schmidt einfach nicht verlängert hätten.“ Es habe eine mündliche Romy Schmidt 24 Vereinbarung darüber gegeben, dass der Verein über einen neuen, sogar besser dotierten Vertrag nachdenke, der die Art, miteinander zu kommunizieren, neu regele. Die Kommunikationsprobleme rührten vor allem daher, dass Romy Schmidt dem Verein immer wieder Misstrauen entgegengebracht habe. Dabei schätze man ihre künstlerische Arbeit. Für Schmidt „Kein ernsthaftes Angebot“ Romy Schmidt erklärte in einer Gegendarstellung, dass ihr ein neuer Vertrag nur mündlich „auf der Straße“ in Aussicht gestellt worden sei und „ein ‚Wohlverhalten‘ meinerseits im Hinblick auf meine Zusammenarbeit unter anderem mit Behörden beinhaltete.“ In Form und Inhalt stellte das Gesagte in ihren Augen kein ernsthaftes Angebot dar. Damit spielte sie indirekt auf die Prüfung des Landesrechnungshofs an, die gerade am PRT anhängig ist und bei der Unregelmäßigkeiten in der Zeit von Sibylle Broll-Papes Intendanz festgestellt wurden. Das Land hat daraufhin seine Förderung eingestellt. Die Stadt Bochum zahlt seine Förderung von rund 300.000 Euro (inklusive Gebäudemiete) allerdings weiter aus – sonst wäre das Haus sofort pleite. Mittlerweile ist bekannt, dass Sibylle Broll-Pape wohl kein Geld veruntreut, aber unrechtmäßig Rücklagen gebildet hat, um nach eigener Aussage „auch in Zeiten der Haushaltssperren immer meine Mitarbeiter bezahlen zu können.“ Nachdem auch Oberbürgermeister Thomas Eiskirch die Tatsache kritisierte, dass Sibylle Broll- Pape nach ihrem Weggang nach Bamberg weiter als Vorstand des Trägervereins fungiert, und eine Beschäftigung mit dem Fall ankündigte, gibt es nun ein neues Mediationsangebot. Gespräche mit Kulturdezernent Michael Townsend hatten vorher zu keinem positiven Ergebnis geführt. Jetzt soll Peter Landmann ran, ehemaliger Leiter der Kulturabteilung im NRW-Ministerium. Gespräche mit ihm sind bereits vereinbart. Stadtsprecher Thomas Sprenger sagt: „Die Hoffnung besteht, durch die Moderation eine konstruktive Klärung herbeizuführen.“ Geht es nach einem breiten Bündnis aus freien Kulturschaffenden in der Stadt und bisher rund 700 Unterzeichnern einer Petition bei change.org, kann es nur eine Lösung geben: Romy Schmidt soll Leiterin des PRT bleiben. Ein gutes Signal wäre außerdem, wenn mindestens ein Vertreter der Öffentlichkeit in den Trägerverein eintreten würde. Foto:Sandra Schuck Max Florian Kühlem

SZENE B O C H U M H E R N E Fritz Eckenga führt durch den Abend foto: Pressefoto Daniela Schönemann: Wild Foto: DAniela Schönemann, Kuboshow Oper für Obdach Obdachlose Menschen gehören so selbstverständlich zum Bild einer Großstadt, dass man oft gleichgültig an ihnen vorbeiläuft. Die Diakonie ruft diese Menschen nun mit einem Benefiz-Abend zurück ins Bewusstsein. Den Auftakt bildet die Foto-Präsentation „(Un)Sichtbar“ von Sebastian Sellhorst, in der er bekannte Bochumer Orte aus der Perspektive von Wohnungslosen zeigt. Danach gehört die Bühne Bariton Christoph von Weitzel. Mit zerzaustem Haar und verschlissener Kleidung wird der Sänger Lieder aus Franz Schuberts „Winterreise“ aufgreifen, um damit das Leben auf der Straße zu beschreiben. Mit dem Projekt „Oper für Obdach“ ,setzt sich von Weitzel deutschlandweit für wohnungslose Menschen ein. Fritz Eckenga moderiert den Abend. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Oper für Obdach: 9.10. Christuskirche, Bochum; christuskirche-bochum.de Frische Eindrücke Genug von alten Meistern, wuchtigen Goldrahmen und verstaubten Museen? Dann auf zu den Flottmannhallen in Herne. Dort versammelt die KU- BOSHOW Kunstmesse seit über zwei Jahrzehnten alljährlich die internationalen Sahnestücke der jungen Kunstszene. Dabei ist die Messe weit weg von elitärem Gehabe. Sich online bewerben und seine Werke einreichen kann nämlich jeder. In den Hallen ausgestellt werden dann Bilder und Skulpturen von etwa 100 Künstlern. Noch ein freies Fleckchen über dem Küchentisch? Im Gegensatz zu den großen Auktionen ist die hier angebotene Kunst auch für Normalverdiener erschwinglich. Die Preisspanne liegt bei etwa 75 bis 4 000 Euro. Wer vorab einen Blick auf die Arbeiten werfen möchte, kann in dem Messe-Katalog auf der Website blättern. KUBOSHOW: 14/15.10. Flottmannhallen, Herne; kuboshow.de B O C H U M B O C H U M Die Et Cetera-Gründer Ronny & Silvia Cabello feiern 25- jähriges Jubiläum. Bezaubernd Silbern glitzert es in dem roten Saal mit den samtenen Vorhängen. Das Varieté Et Cetera wird 25 und lässt es mit einer Jubiläumsshow ordentlich krachen: Damen und Diabolos wirbeln durch die Lüfte, Partnerakrobaten setzen die Gesetze der Physik außer Kraft und Trapezkünstler schwingen sich behände durch den Zuschauerraum. Außerdem lockt der ukrainische Lichtmaler Oleg Basanov exotische Landschaften aus einer fluoreszierenden Leinwand. Aber nicht nur die Künstler verzaubern, auch die Geschichte der Varieté-Gründer Ronny & Silvia Cabello geht ans Herz. In der Jubiläumsshow erzählen sie von ihrem wechselvollen Wanderleben und wie sie auf dem alten Stadtbahn-Gelände in Bochum eine neue Heimat fanden. Eine Show für Freunde des Varietés und die, die es werden wollen. Die Jubiläumsshow: bis 5.11.,Varieté Et Cetera; www.variete-et-cetera.de Foto: Pressefoto Top Notch & Demon Urbane Kunst coolibri präsentiert Die Macher vom Transurban Art Festival wollen unsere Lebensräume durch Kunst verwandeln.Beim Abschluss in Bochum mit dabei sind Top Notch und Demon. Zusammen schaffen sie Wandbilder (Murals), in denen abstrakte und figürliche Elemente miteinander verschmelzen. Die Sold Out Gallery stellt Trainbombing Originale, also mit der Spraydose verzierte U-Bahnen, aus. Wie das geht? Es handelt sich um Miniaturversionen. Längst sind Graffitis und Co. nicht mehr nur etwas für die Straße. Kunstvereine und Galerien schaffen Plattformen für die ursprünglich subversive Kunst aus dem Untergrund. Trotzdem kämpfen Künstler aus der Szene oft noch um Anerkennung. Das ist Thema eines Stadtgesprächs in der Evebar, in der am 27.10. auch die große Abschlussparty steigt. Transurban: 11.-27.10.; verschiedene Orte, Bochum; trans-urban.de 25 Foto: Veranstalter

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