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Oktober 2017 - coolibri Bochum

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BOCHUM A L T E N B O C H

BOCHUM A L T E N B O C H U M Es istlautindiesemspeziellenLokal undirgendwerquatscht immer dazwischen -ganzwie ihm derSchnabelgewachsen ist. Unbeteiligte haben viel zu lachen, denn unachtsame Gäste haben schnelleinen Vogelodermüssenzusehen, wieihr Kuchen aufWanderschaftgeht. Arthur istbesonders findig, wenn es darumgeht, etwaszustibitzen.Erstkommt dasAblenkungsmanöver,dann derÜberraschungsangriff undschon sind nurnochKrümel übrig. „ImProbebetriebhat er eine Streuselspur hintersich hergezogen,dochwir hatten allesehrviel Spaß“, berichtetHeike Mundtlachend.Die Bochumerin hatnicht nureinen Vogel, sondern 20 Fotos: Dominique Schroller Ein Papagei zum Kaffee, bitte! 500und bietet ab sofort Erlebnisgastronomie derbesonderen Art. In ihremPapageiencafé am Gersteinring 5gehtestierisch turbulentzu. Werdie beiden Sicherheitsschleusenhintersichgebrachthat,sitzt nichtimKäfig, sondernkann unterPalmen Kaffee undKuchen genießen,sofernerdazu kommt.Dennum ihn herumübernimmt verschiedenesFedervieh dieUnterhaltung. AraJulesitzt gernedekorativ aufeiner Stuhllehne undhauchtihremNebenmann eincharmantes„Hallo“ insOhr,während EdelpapageiLisadie Damenneu frisiert.Kea Arthur istder Clowndes Ensemblesund immer zu Schabernackaufgelegt. Wenn er nichtgerade mithilfeder Teetasse eine Überschwemmung verursacht undanschließendpflichtschuldig mitdem Putzlappenanrückt,kneift er auch gerne maljemandenkeck insHinterteil. „Der Herr hatesihm aber nichtübelgenommen“,sagt Heike Mundt. Ohne Benimmkurs Sielässt ihren Komiker bewusstnur stundenweiseauf dieGäste los, damitdie nichtzuviel Federn lassenmüssen. Denn einenBenimmkurs haben dieVögel für denCafébetrieb nicht bekommen.„Genausowie dieGäste sollen siein Mit bunten Vögeln kennt Heike Mundt sich aus. Die Bochumerin ist Expertin für Papageien und macht den Besuch in ihrem Park nun zum Erlebnis. Bei Kaffee und Kuchen können die Gäste sich dort tierisch gut unterhalten. erster LinieSpaß haben.Die Tiereliebenes, mit denLeutenzuschäkern.“Die Expertinsucht dazu bewusstdie entsprechenden Exemplare aus, damitesnicht zu bissigen Begegnungen kommt.Sie hält, züchtetund verkauft seit 32 JahrenPapageien undkennt jedesihrerTiere ganz genau.„Eine besondereBeziehung habe ichmeistenszuden kranken Tieren.Sie bleiben eine Lebensaufgabe.“Sowie Jule,die bereits mehrere Operationenhintersichhat oder Arthur,dem einAugefehlt. Je intensiver siesich mitden unterschiedlichenArten beschäftigt hat, umso mehr hatsie derenIntelligenz,ihre Schönheitund dasSozialverhalten fasziniert. „Ich habebeobachtet,wie siemiteinander kommunizieren undwie sielernen.“Angefangenhat alles miteinem Graupapagei,den jemand in der ZoohandlungihresdamaligenPartnersabgegebenhat.Der sollte nichtalleine bleibenund schonhatte dasPaarein paar Papageien. „Da habeich begonnen, mich dafür zu interessieren“,erinnertsichHeike Mundt. Diegelernte Arzthelferin kameigentlich aus derAquarianer- Szene, doch siedurchlief im Zeitraffer dieEvolution vomWasserindie Luft undihrerLeidenschaft wuchsenFlügel.„Das Ganzeentwickelte eine rasanteEigendynamik,dennein Paarist keinPaarund dieKundenfragten ganz gezielt, ob wir auch Papageienverkaufen.Daabernicht jederVogel für jedengeeignetist,brauchten wir mehrere Arten.“Entsprechendvergrößerte sich

BOCHUM die Zoohandlung von 60 auf 300 und schließlich auf 1200 Quadratmeter. Heike Mundt eignete sich immer mehr Wissen über ihre gefiederten Freunde an und begann schließlich ihr eigenes Papageien-Paradies zu schaffen. „Die Volieren sind alle selbst gebaut, ich kenne jede Schraube hier beim Vornamen.“ Sie züchtet und verkauft die Tiere nicht nur, sie arbeitet auch mit Tierärzten und Biologen zusammen und berät die Besitzer zu einer möglichst artgerechten Haltung. Sich selbst würde sie keinen ihrer bunten Vögel verkaufen. „Denn ich bin den ganzen Tag nicht zu Hause. Deshalb sind auch alle meine Papageien hier“, berichtet die Expertin lachend. Durch den Genehmigungsmarathon Die Idee, neben der großen Freiflugvoliere ein Café zu eröffnen, entstand auf Nachfrage. „Meine Kunden haben mich immer wieder angesprochen, ob sie hier nicht auch einen Kaffee oder ein Stück Kuchen bekommen könnten und so haben wir spontan beschlossen, beides zu verbinden.“ Doch der Genehmigungsmarathon gestaltete sich schwieriger als erwartet. „Wir konnten schnell belegen, dass es den Tieren dabei gut geht. Doch die Hygieneauflagen waren ein Problem.“ Für das die 55-Jährige kreative Lösungen fand: Der selbstgebackene Kuchen wird nicht auf einem Tellerchen serviert, sondern steht in Brotdosen verpackt im Kühlschrank bereit, damit die Papageien sich nicht selbst bedienen. „Kuchen steht zwar eigentlich nicht auf ihrem Speiseplan, doch wenn sie ihn bekommen, fressen sie ihn natürlich gerne“, sagt Heike Mundt lachend. Sie freut sich auf viele tierliebe Gäste und wenn die Glück haben, singt ihnen Kakadu Jacko vielleicht auch „Hänschen klein“ vor. Damit hat sich der vorwitzige Vogel bereits beim Supertalent in die Herzen der Zuschauer gekrächzt und immerhin Platz vier belegt. Dominique Schroller Papageiencafé, Gersteinring 5, Bochum Öffnungszeiten: Sa, 11-18 Uhr. Infos: papageienpark-bochum.de 21

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