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Oktober 2016 - coolibri Düsseldorf

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K U N S T Hybride Foto:

K U N S T Hybride Foto: Galerie Rupert Pfab „Ich habe viele Leidenschaften“, sagt Yvonne Roeb. Angefangen hat ihr künstlerisches Tun mit Malerei, damals war sie noch ein junges Mädchen. An der Kunstakademie Münster, wo sie zwischen 1999 und 2008 bei Timm Ulrichs und Katharina Fritsch studierte, hat sich dann rausgestellt, dass sie aus dem Zweidimensionalen raus wollte. Mittlerweile schafft sie in erster Linie Skulpturen. Eine Auswahl ist derzeit unter dem Titel „Multiversum“ in der landeshauptstädtischen Galerie Rupert Pfab zu sehen. Yvonne Roeb: Enigma I, 2016 G A L E R I E R U P E R T P F A B Yvonne Roebs Skulpturen stellen meist Hybride dar, aus Menschen-, Tier- und Mineralienwelten. Sie gemahnen an Motive aus der Welt des Unbewussten, die ihren Ursprung in Träumen, Mythen oder Legenden haben. Für die Künstlerin scheinen Gegenstände mehr als nur bloße Dinge zu sein. Roeb geht auf die Suche nach der Seele eines jeden Objekts. Indem sie allgemeingültige Formen aufgreift, diese aber transformiert, stellt die Künstlerin Bezüge zu Science- Fiction und Kulturgeschichte her. Ihre Arbeiten sind einerseits schön, mannigfaltig in Form und Material. Sie lösen bei intensiverer Auseinandersetzung aber auch ein subtiles Unwohlsein im Betrachter aus. Das können zwei Papageien sein, die wie siamesische Zwillinge zusammengewachsen sind und denen der Kopf fehlt. Oder eine schwarze Schlange, die sich selbst verschlingt. Schönheit und Schrecken, bei Roeb liegen sie dicht beieinander. Die Materialien der Künstlerin sind Keramik, Leder, Holz, Gips, Ton, Metall oder Stein. Im Gegensatz zu manchem Kollegen, der ausschließlich konzeptuell arbeitet, liefert Roeb nicht nur die Idee, sie führt auch aus, arbeitet mit den Händen. Dabei lässt sie durchaus einen Hang zu Akribie und Detailversessenheit erkennen. Im Rahmen einer Ausstellung, die bis Anfang 2016 im Duisburger Lehmbruck-Museum präsentiert wurde, war ein 4,60 mal 2,60 großer Teppich zu sehen, auf dem Schlangen aufgestickt waren. Allein mit der Stickerei waren fünf Leute vier Wochen lang beschäftigt. In der Düsseldorfer Schau „Multiversum“ trifft der Besucher unter anderem auf Krebse, Hummerscheren und andere Plastiken. Bei all dem schimmert stets die Lehrmeisterin von Yvonne Roeb durch: Katharina Fritsch, deren Meisterschülerin sie ist. Als solche pendelt sie zwischen den Wohnsitzen Düsseldorf und Berlin. Die erste Einzelausstellung bei Rupert Pfab ist also ein Heimspiel. Gleiches gilt für die Solo-Schau, die ihr die Schering-Stiftung im Rahmen der „Berlin Art Week“ noch bis Anfang November in Berlin ausrichtet. Alexandra Wehrmann Yvonne Roeb: „Multiversum“, bis 15.10. Galerie Rupert Pfab, Poststr. 3, Düsseldorf; Di–Fr 12–18, Sa 11–14 Uhr 52

K U N S T T Z R G A L E R I E K A I B R Ü C K N E R Küchenkoller, 1985 Gurkenparty Die Arbeiten von Anna und Bernhard Blume und Johannes Brus weisen viele Gemeinsamkeiten auf. Gemüse, Möbel und nicht näher zu identifizierende Objekte erwachen vor den Kameras der Künstler zum Leben. Kartoffeln trotzen wild der Schwerkraft. Gurken tanzen, begleitet von leeren Flaschen, auf dem Tisch. Keine Frage, sowohl bei den Blumes als auch bei Herrn Brus gehen Kunst und Humor eine innige Verbindung ein. Bis zum 29. Oktober haben Besucher der TZR Galerie Kai Brückner also viel zu lachen. Dort findet nämlich eine Doppelausstellung statt. Foto: Anna und Bernhard Blumen Mit der Ausstellung geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Seit der gemeinsamen Studienzeit an der Düsseldorfer Kunstakademie Mitte der 1960er Jahre kennt und schätzt man sich. Schon lange wünschte man sich eine gemeinsame Ausstellung. Die wird Bernhard Blume nun allerdings nicht mehr miterleben. Er starb bereits im Jahr 2011. Zuvor hatte er mit seiner Partnerin Anna in den gemeinsamen Bildergeschichten die kleinbürgerliche Welt der 1950er Jahre in Szene gesetzt, wie sie sie beide aus ihrer Jugend kannten. Auf den schwarz-weißen Fotos gerieten die Dinge ziemlich in Unordnung. Kartoffeln, Kannen und Stühle begehrten auf und wollten jenen Aufgaben, die ihnen in einer ordentlichen Welt zugedacht waren, auf gar keinen Fall entsprechen. Die Urheber der Fotos waren neben den wild gewordenen Dingen ebenfalls Protagonisten: starr vor Schrecken ob ihres Kontrollverlusts. All das war natürlich mehr als nur oberflächlicher Witz. Vielmehr ein Hinterfragen von Konventionen in Kunst und Gesellschaft, verbunden mit dem Wunsch, sie in Bewegung zu versetzen, eventuell gar aufzulösen. In diesem Punkt war ihnen Johannes Brus sehr ähnlich. Auch er versuchte, sich in seinen bildhauerischen und fotografischen Arbeiten den Konventionen beider Gattungen zu widersetzen, Regeln der Produktion zu brechen und so letztendlich zu neuen Formen zu finden. So entstanden die ersten Brus’schen Fotografien zum Beispiel beim Versuch, skulpturale Anordnungen von Flaschen und Gurken auf einem Tisch zu dokumentieren. Aus dem zufälligen Nebeneinander der verschiedenen Ansichten entstand letzten Endes eine eigenständige Erzählung mit dem schönen Titel „Gurkenparty“. AW Anna und Bernhard Blume/Johannes Brus: bis 29.10. TZR Galerie Kai Brückner, Poststr. 3, Düsseldorf; Di–Fr 13–18, Sa 12–16 Uhr 53

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