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Oktober 2016 - coolibri Düsseldorf

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T H E A T E R Die kluge

T H E A T E R Die kluge Bühnenadaption von Dostojewskijs Roman „Der Idiot“ wurde Anfang des Jahres im Staatsschauspiel Dresden uraufgeführt. Die Premiere wurde minutenlang umjubelt. Jetzt kommt die Inszenierung über einen Bilderbuch-Humanisten als Koproduktion ins Central. Regie führt Matthias Hartmann. D Ü S S E L D O R F Gnadenloses Scheitern Bissiges Theaterinferno: Der Idiot Foto: Matthias Horn Als Versuch, einen „wahrhaft vollkommenen und schönen Menschen“ darzustellen, beschrieb Dostojewskij einst seinen fast 900 Seiten umfassenden Roman. Die Bühnenfassung verdichtet den Inhalt auf dreieinhalb Stunden und transformiert ihn in ein „mitreißendes, immer bissigeres kleines Theaterinferno“ – so eine Kritikerstimme. Hier wie dort geht es um Moral und Lebenssinn, durchexerziert am Beispiel der russischen Gesellschaft, die es sich zwischen Feudalismus und Kapitalismus bequem gemacht hat. Hochzeiten dienen der Absicherung prekärer Verhältnisse, mit Erbschaften wird noch vor dem Tod des zu Beerbenden spekuliert und Mätressen sind eine Frage des Geldes. 46 In diese skrupellose und nur auf den eigenen Vorteil bedachte Welt platzt der „Idiot“ Fürst Myschkin, der zuvor mehrere Jahre in einem Schweizer Sanatorium verbracht hat und die ungeschriebenen Gesetzen der Sankt Petersburger Gesellschaft nicht kennt. Er lebt ganz nach dem Motto: „Mitleid ist das einzige Gesetz menschlichen Seins“. Der Bilderbuchhumanist Zunächst fliegen dem zu Intrige und Misstrauen Unfähigen alle Herzen zu und für eine Weile ist es sogar den Menschen um ihn herum möglich, zweckfrei zu handeln. Am Ende aber lässt Dostojewskij seinen Bilderbuchhumanisten dann doch gnadenlos am nicht totzukriegenden Konkurrenzverhalten seines Umfelds scheitern. „Der Regisseur Matthias Hartmann hat mit ‚Der Idiot‘ eine vergnügliche, herzergreifende Aufführung zustande gebracht“, schrieb der Spiegel nach der Premiere. „In Dresden macht er aus Dostojewskijs Kolossaltragödie eine Salonkomödie, die nie klüger sein will als die bösen Geschichten, die ihre Figuren erzählen“. Nun kommt das dramatische Erzählspiel, das sowohl erzählerische als auch dialogische Passagen enthält, im Gepäck des neuen Teams des Schauspielhauses nach Düsseldorf. Susanne Ruprecht Der Idiot: 7., 8. (Premiere), 15.+16.10. Central, Düsseldorf

T H E A T E R W U P P E R T A L toshiki okada / chelfitsch Na so was! Der gespielte Witz Die Älteren werden sich erinnern. Zu Zeiten, als es gerade mal drei Fernsehprogramme gab, war die Auswahl übersichtlich und dann musste auch schon mal das Ohnsorg Theater ran. Heidi Kabel und Co. boten amtliche Boulevardstücke – den Bildungsauftrag der Öffentlich-rechtlichen durfte man damals schon nicht überbewerten. Gelacht wird nach wie vor gerne; worüber, ist dabei jedem selbst überlassen. Die neue Bühne am Karlsplatz trägt direkt im Namen, was hier zukünftig geboten wird: Komödie Wuppertal. Der Humor habe nun wieder ein festes Zuhause, klotzt die Ankündigung, und: „Die bequemen, breiten Theatersessel fangen einen wieder auf, wenn es einen vor lauter Lachen von den Stühlen reißt.“ Mit „Ein Bett für vier!“ hat Theaterchefin Cordula Polster für den Einstieg ein Stück ausgewählt, mit dem sie in ihrem Stuttgarter Theaterschiff Frauenlob bereits Erfolge feierte und das sie nach wie vor köstlich amüsiert: „Da geht es um Timing. Jede Pointe muss sitzen.“ Ob’s sitzt, davon kann man sich ab 8. Oktober ein Bild machen; dann feiert die Komödie Premiere und bietet dem bergischen Publikum 165 Plätze. „Die neu installierte Bühnentechnik steht bereit, um künftige Inszenierung ins richtige Licht zu setzen. Und für einen runden Theaterbesuch gibt es eine der Komödie angegliederte Gastronomie, die von Catering Royal NRW betrieben wird.“ Mittwochs bis sonntags soll das Haus bespielt werden, die Stücke tragen Titel wie „Zum Schießen“ oder auch „Suche impotenten Mann fürs Leben“. Gemeinhin wohl das, was man gerne als turbulente Komödien bezeichnet. Auch in „Ein Bett für vier!“ geht’s scheinbar rasant zu: Bei einer Fachmesse müssen sich Michael Simon und Stefan Heymann notgedrungen ein Hotelzimmer teilen. Darüber sind beide absolut nicht glücklich. Michael liebt es laut, lebendig, abwechslungsreich, und lässt nichts – schon gar nicht bei Frauen – anbrennen, während der brave Familienvater Stefan seiner Frau und seinen drei Töchtern absolut verbunden ist. Wie soll das gut gehen? Wo so eine Messe doch alle Möglichkeiten für Seitensprünge bietet? Ein höchst amüsanter Kleinkrieg beginnt, in dem der „schwule Kollege Ulf“ und eine ausgesprochen sexy Hostess eine wichtige Rolle spielen ... „Für einen vergnüglichen Theaterabend ist an der Friedrichstraße 39 jedenfalls alles vorbereitet.“ JD „Ein Bett für vier!“: Premiere am 8.10., weitere Termine im Oktober und November, Komödie Wuppertal; komoedie-wuppertal.de Foto: Kalle Kalmbach time’s JouRney thRough a Room im Rahmen deR nippon peRfoRmance night —— vol. 4 26.——29. oktobeR 2016 fft-duesseldorf.de Tickets ➼ (0211) 87 67 87-18 SCHAUSPIELHAUS BOCHUM Das FFT wird gefördert durch die Landeshauptstadt Düsseldorf und das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen 47

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