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Oktober 2016 - coolibri Düsseldorf

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T H E M A J e n s e i t

T H E M A J e n s e i t s d e r R e g a l l a g e r Meino (links) und Eckehard Lowisch Von Wuppertal aus auf der A 46 Richtung Westen ist es lange schon ein vertrauter Anblick; jetzt aber prangt es auch Richtung Osten über den Bäumen: das Logo von Ikea. Und wie auch immer man zu dem Einrichtungshaus stehen mag – die Aktionen zur bevorstehenden Eröffnung waren schon mal kreativ und sympathisch. Zwei Wuppertaler Künstler waren beteiligt. Foto: Tine Lowisch Stell dir vor, Ikea ruft an und lädt dich ein, dir nach Lust und Laune im Warenlager Produkte auszusuchen und diese einfach mitzunehmen. Okay, ganz so einfach hat es sich nicht zugetragen. Aber die beiden Wuppertaler Künstler Eckehard Lowisch und Meino hatten vor einiger Zeit eine Anfrage des Möbelgiganten bekommen, ob man für die Neueröffnung in Wuppertal vielleicht zusammenarbeiten möchte. Die Idee hinter der Anfrage: Zwei Künstler erschaffen Skulpturen für eine Gartenausstellung – aus Ikea- Produkten. Man wurde sich einig, und das Warenlager stand den Herren offen. An „Värmdö“ bediente man sich ebenso wie an „Ingolf“. „Glasig“ und „Lixhult“ wurden auserwählt, und auch „Lövbacken“, „Räcka“ und andere wurden irgendwann in die Ateliers geliefert. Jetzt lag es in der Hand der Kunstschaffenden, den Engelsgarten zwischen Historischem Zentrum und Opernhaus skulptural zu bespielen. Neuer Kontext „Wir haben erst mal alles kaputt gemacht“, erläutert Meino die eigenwillige Vorgehensweise. „Dekonstruktion, Rekonstruktion“, unterstreicht sein Künstlerkollege Lowisch. Letzterer hatte zum Beispiel je 200 weiße und schwarze Gardinenstangen „Räcka“ zur Verfügung. Erst im Atelier wurde ihm klar, dass es sich um ineinandergeschobene Teleskopstangen han- 22

T H E M A delt. Er nahm alles auseinander und hatte insgesamt 800 Stangen zur Verfügung. Entstanden ist daraus schließlich die acht Meter lange, gewickelte, konstruktivistische Skulptur „Barcode“ – ein allseits bekanntes Konsumsymbol. Völlig aus dem Kontext gerissen und in einem Garten präsentiert, rückt dieser Barcode noch mal ganz anders ins Bewusstsein. So staunten die Besucher und Passanten nicht schlecht, als sie an insgesamt sechs Skulpturen mit Ikea-Bezug vorbeigingen – der Skulpturengarten war dabei allerdings nur eine von insgesamt sieben Stationen zwischen Robert-Daum-Platz und Werther Brücke. Wohl kaum ein Unternehmen macht so aufwendig und wirksam auf sich aufmerksam wie der schwedische Riese. Film, Musik und Lesung waren im Programm; vom Ka talog-Cover-Shooting über ein Treppencafé bis zur Stoffbrücke reichten die Hingucker und Mitmachangebote. Typisch Ikea – und nicht Thematisch voll im Mittelpunkt aber natürlich die Arbeiten der Herren Meino und Eckehard Lowisch. Wo sonst begegnen einem die Bausätze mit den prägnanten Namen zum Kunstwerk verformt, zwischen zwei und drei Meter hoch? Meino zum Beispiel nahm sich elf Metallschränke „Lixhult“ vor, dazu insgesamt sieben Beistelltische, die auf „Lövbacken“ und „Stockholm“ hören. Erst wurde geschrottet, dann entstand nach und nach eine farbenfrohe und wohlgeformte Blumenvase. „Ich habe mich vorab gefragt, was typisch für Ikea ist“, erläutert indes Eckehard Lowisch. Er wollte einen Wiedererkennungswert, wollte die Gefühlswelt berücksichtigen – alles aber natürlich, ohne eine Produktpräsentation zu kreieren. „Ganz besonders typisch sind auf jeden Fall die Inbusschlüssel und die blauen Tragetaschen.“ „Ganz besonders typisch sind auf jeden Fall die Inbusschlüssel und die blauen Tragetaschen.“ Während Nicht-Ikea-Kunden die an beiden Enden abgewinkelten Inbusschlüssel vermutlich nicht bekannt sind, gehört Tasche „Frakta“ ja quasi zum öffentlichen Raum, begegnet sie einem doch bei Supermarkteinkäufen ebenso wie umfunktioniert zur Strandtasche im Urlaub. Im öffentlichen Raum also bestens aufgehoben, war eine Stapelung von 500 Taschen – ein gut gewählter Eyecatcher. Glas, Holz, Stahl und Kunststoff Mancher Deko-Freak hat ja vielleicht schon einige zig Teelichthalter im Haus – alles nichts gegen Meino, der 1300 Halter der Marke „Glasig“ kommen ließ und daraus eine gleichnamige, archetypisch anmutende Glasskulptur schuf: „So könnte ein Alien-Ei aussehen“, beurteilt er und ergänzt: „Das Spannende war ja auch zu erleben, wie nach dem Entstehen im Atelier sich das Licht im Engelsgarten auf „Glasig“ auswirkt.“ Weniger das Licht als vielmehr die Form beeindruckte die Besucher beim Anblick der Skulptur „Akronym“ von Eckehard Lowisch. Der gute alte Inbusschlüssel, den man einfach für jeden Aufbau benötigt, dargestellt als Knoten, und der auch noch verrostet. Man fühlte sich erinnert an verzweifelte Versuche, den Bauplänen richtig zu folgen, und der Rost verkörperte gar einen Hauch von Vergänglichkeit, der sich letztlich auch Möbel und Werkzeuge unterwerfen müssen. Funktional und robust wie die Originalprodukte wirkte hingegen die große Holzkugel. Durch ihr Entstehen können 35 Menschen weniger Platz nehmen auf den Stühlen „Stefan“, „Värmdö“ und „Infgolf“, aber – vielleicht hat die neue Wuppertaler IKEA-Filiale ja noch ein paar auf Lager ... Jörg Degenkolb-Degerli der nächste erscheint am 26. Oktober Deutschlands größtes Im Theaterzelt von Do. 6. Okt. Gutschein: 1¤ Ermäßigung Schokoladen Festival 13.–16. Oktober Wuppertal Barmen Genuss Konzert Shopping bis Mo. 31. Okt. Mo.+Do.+Fr. 17 Uhr Samstags 15 Uhr Sonntags 15 Uhr Dienstag + Mittwoch Ruhetage Info-Tel. 01577-705 72 87 DÜSSELDORF Staufenplatz Tickets nur an der Tageskasse erhältlich! 23

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