Events, Trends und Reportagen für die Rhein-Ruhr-Region
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November 2017 - coolibri Bochum

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S P O R T B O C H U M

S P O R T B O C H U M Foto: Johannes Riesop Urbanatix vereint im November zum achten Mal urbane Kultur mit internationalen Top-Artisten. Auf dem diesjährigen Set, dem „Grooftop“, sind auch Alexander Brockmann und Jonas Berndt zuhause. Johannes Riesop haben die beiden Darsteller getroffen, die mit ihren Bikes Teil der wohl außergewöhnlichsten Show des Ruhrgebiets sind. Von außen erinnert die große Backsteinhalle an Industrie vergangener Tage. Als wir das Gebäude betreten, sind wir fast allein im Open Space, der Trainingshalle im Bochumer Stadtteil Ehrenfeld. Seit drei Jahren haben Alex (28), Jonas (24) und alle anderen Street-Artisten der Stadt hier die Möglichkeit zu trainieren. Die Hallenfläche ist in verschiedene Funktionsbereiche aufgeteilt: Tanz- und Trickingbereich, ein Bereich mit Rampen und Obstacles für Biking und Parkour sowie einen eigenen Trampolinbereich. Die beiden Biker sind häufig hier: Sie engagieren sich in der Nachwuchsförderung, geben Kurse oder trainieren für das neue Programm von Urbanatix. Gescoutet wurden die beiden vor acht Jahren, als Christian Eggert, der bis heute Ideengeber der Shows ist, ein Projekt auf die Beine stellen Alex und Jonas wurden vor acht Jahren gescoutet 12 Die Urbanatix fliegen wieder durch die Jahrhunderthalle. Über den Dächern der Stadt wollte, welches Genregrenzen überwindet. Es ist ihm gelungen. Alex erinnert sich noch gut an die Anfänge: „Früher war das wirklich noch wie bei Castings. Damals, als wir noch in der St. Marienkirche trainiert haben, wurden Termine ausgeschrieben, wo sich dann urbane Talente aus Disziplinen wie Parkours, Tricking oder eben Biken vorstellen konnten. Ich weiß noch, dass die Rampen beim Casting ziemlich mager waren, aber man natürlich trotzdem zeigen wollte, was man kann.“ Seitdem ist die Show gewachsen und gewachsen. Heute ist sie mit über 50 Darstellern an mehr als zehn Terminen zum Aushängeschild der Metropole Ruhr geworden. Trotz der großen Crew und der hohen Erwartung an die Show ist für Jonas die Stimmung hinter der Bühne noch immer familiär und entspannt: „Das macht aber auch unser Prinzip ‚each one teach one‘ aus. Jeder lernt von jedem. Es passiert häufig, dass sich Künstler hier im Open Space oder hinter der Bühne gegenseitig Bewegungen oder Abläufe beibringen. So eine harmonische Stimmung ist nicht selbstverständlich.“ Und das Bühnenprogramm ist nicht alles. Momentan ist die erste Artistenschule des Landes Nordrhein- Westfalen, welche nahe der Jahrhunderthalle entstehen soll, in Planung. Einen Ratsbeschluss dazu gibt es zwar noch nicht, jedoch steht die Stadt Bochum hinter der Idee. „Ich war schon immer der Meinung, dass man aus den urbanen Sportarten viel mehr raus holen kann, als nur auf der Straße rumzuhängen“, sagt Alex. Um den Nachwuchs dementsprechend zu fördern, soll auch der Open Space als Trainingsmöglichkeit in das 1500 m² große Gebäude der Artistenschule integriert werden. Künstler aus aller Welt in Bochum Im Mittelpunkt des diesjährigen Programms steht der Berliner Artist, Comedian und Publikumsliebling Rèmi Martin. Die neue Show dreht sich rund um sein „Grooftop“. Ein Dach der Stadt, auf das er Streetartisten, Parkoursläufer, Tricker, Biker und Tänzer von fast jedem Kontinent der Welt einlädt. Zusätzlich sorgt Live-Musik für die passende Untermalung der Storyline. Bei Alexander Brockmann und Jonas Berndt sorgt das Konzept der Show jedes Jahr aufs Neue für Begeisterung: „Das muss man sich halt mal überlegen: Wir dürfen auf einer Bühne fahren und allen zeigen, was wir drauf haben. Wenn dann alles klappt und am Ende 1300 Zuschauer da stehen und minutenlang applaudieren, ist das schon ein geiles Gefühl.“ Urbanatix „Grooftop“: 17-28.11., Jahrhunderthalle Bochum, urbanatix.de foto: Christian Glatthor Rocketchris Photography

S P O R T M Ö N C H E N G L A D B A C H „Bei der Party sind wir dabei“ Das nennt man wohl Heimspiel: Wenn man als Ski-Freestyler wie Florian Preuß ausgerechnet aus Sprockhövel kommt, dann kann man seine Leidenschaft selten in der Heimat ausleben. Aber am 1. und 2. Dezember ist es wieder soweit. Das 2. ARAG Big Air Freestyle Festival in Mönchengladbach lockt die Ski-Elite an den Niederrhein. Zuschauen lohnt sich, verspricht Flo Preuß, der sich darauf freut, auch mal vor Freunden aus der Heimat durch die Luft zu fliegen. Sie waren im letzten Jahr schon in Mönchengladbach dabei. Wie hat’s Ihnen gefallen? Fantastisch! Der erste Big Air in Mönchengladbach war wirklich ein voller Erfolg. Das Publikum war wirklich super gut, an beiden Tagen waren knapp 20 000 Leute da, das war eine tolle Live- Atmosphäre. Uns Athleten hat es an nichts gefehlt. Ich glaube nach dem Wochenende waren alle happy. Sie haben ein paar Mal oben auf der Riesenschanze gestanden, 49 Meter über Mönchengladbach. Was sieht man von da oben? Ich war vor dem Big Air bei Presseterminen oben, da konnte man den Blick über die Stadt mal genießen, auf der einen Seite kann man wirklich weit gucken und auf der anderen Seite ist der Borussia- Park,das Stadion von Borussia Mönchengladbach. Bei den Wettkämpfen habe ich da kein Auge für, da versuche ich, mich nur auf den Sprung zu konzentrieren. Big Air: Kraftklub: 1.12. Cro: 2.12. Florian Preuß Wenn Sie Mönchengladbach mit anderen City-Big-Airs vergleichen, wie schneidet das Event hier ab? In Mailand zum Beispiel wird die Rampe auf dem ehemaligen Expo-Gelände aufgebaut. Das ist ein urbanes Gelände mit einem See und der riesigen Baumskulptur als Wahrzeichen im Hintergrund. Aber da waren im letzten Jahr vielleicht 500 Zuschauer, in Mönchengladbach fast 10 000 pro Tag. Das ist eine ganz andere Atmosphäre und deshalb freuen wir Fahrer uns auch auf dieses Stadion. Da merkt man die Zuschauer richtig. Es wird auch zwei Konzerte geben, Kraftklub (1.12.) und Cro (2.12.) spielen im Sparkassenpark,2016 waren die Beginner da. Haben Sie das als Sportler auch mitbekommen oder sind Sie schon wieder im Hotel, wenn die Party los geht? Nein! (lacht) Bei der Party sind wir schon dabei. Die Beginner haben mir im letzten Jahr wirklich gut gefallen. Wir mischen uns nach dem Wettkampf unters Volk und schauen uns die Konzerte genauso an, wie jeder andere Zuschauer. Das wird auch dieses Mal wieder eine richtig gute Party. Wie sieht es denn sportlich aus? Im Februar sind die Olympischen Spiele, auch für Sie der Höhepunkt des Jahres? Auf jeden Fall. Mein Ziel ist es, mich für Olympia zu qualifizieren, darauf ist die Saison ausgelegt und geplant. Ich war im September einen Monat in Neuseeland zur Vorbereitung, danach im Stubaital. Im November beginnt der Weltcup mit vielen Qualifikationsrennen. Gerade deshalb freue ich mich auf Mönchengladbach. Der Big Air ist keine Olympische Disziplin, hier geht es nur um Spaß. Trotzdem bin ich sicher, dass das Event auch aus sportlicher Sicht interessanter werden wird als im vergangenen Jahr. Big Air: Hohe Sprünge vor 10000 Zuschauern Was haben Sie als Wintersportler eigentlich im Sommer gemacht? Es gibt nur eine kurze Zeit im Jahr, in der ich nicht auf Skiern stehe. Die Saison ist lang, geht etwa von August bis Mai, da reise ich dem Schnee hinterher. In der Zeit dazwischen halte ich mich mit Trampolinspringen, Akrobatik, Joggen und ein paar Gewichten fit. Zwischendurch gibt’s auch noch Urlaub. Es tut dem Körper auch mal ganz gut, wenn er nicht auf Skiern steht. Sie sind jetzt 25 Jahre alt. Machen Sie sich da schon Gedanken, was nach dem Skifahren kommt? Ich werde im nächsten Jahr wahrscheinlich mein Maschinenbaustudium abschließen, mir fehlt nur noch die Abschlussarbeit. Dann werde ich mal schauen, was kommt. Aber so lange es geht, will ich Ski fahren. Piet Keusen Foto: Martin Kerstan 13

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