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November 2016 - coolibri Ruhrgebiet

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K U N S T H A G E N In

K U N S T H A G E N In der Ausstellung „Fotorealismus. 50 Jahre hyperrealistische Malerei“ zeigt das Osthaus Museum Hagen 70, zum Teil großformatige Werke und gibt einen umfassenden Überblick zur Entwicklung dieser Malerei. Es werden drei Generationen von Fotorealisten vorgestellt. Unter den Werken von 35 Künstlern, befinden sich auch Stars wie Chuck Close und Richard Estes, Franz Gertsch oder Ralph Goings. Tjalf Sparnaay, Fried Egg, 2015 Foto: © Tjalf Sparnaay, Courtesy of Institute for Cultural Exchange, 2016 Der wirkende Moment Als 1972 die documenta 5 in Kassel stattfand, lautete der programmatische Rahmen: „Befragung der Realität – Bildwelten heute“. Also boxte Joseph Beuys für direkte Demokratie und die Schau war geprägt von lebensnahen Menschendarstellungen in der Skulptur, Environments oder fotorealistische Darstellungen in der Malerei. Letztere stellten eine der wichtigsten Positionen dar. Fotorealistische Malerei faszinierte durch Präzision und Technik, und machte erfahrbar, wie Fotografie unsere Sichtweise und Erfahrungswelt veränderte. Jedoch stand sie zu Beginn in der Kritik. Sowohl mangelnde künstlerische Intention als auch bloßes Kopistentum wurden als Vorwürfe angebracht. In den USA wurde der Fokus auf Alltägliches und Regionales sowie die malerische Präzision zudem als Form einer neuen 88 Verinnerlichung interpretiert, aufgrund ihre Distanz zu der schwierigen gesellschaftlichen Lage Anfang der Siebzigerjahre. Bedeutung erhielt der Fotorealismus durch die Erfahrung des Unterschieds zwischen Wirklichkeit und Realität. Wie bereits Bazon Brock 1972 anmerkt: „Realistisch malen heißt nicht, malen, was man sieht, sondern im Bild zwischen dem abgebildeten Gegenstand und der Art unserer Wahrnehmung zu unterscheiden“. Zudem ermöglicht die Ikonografie des Alltäglichen eine psychologische Perspektive auf Zeit, Welt und die Menschen in ihnen. Das gilt bis heute – insbesondere in der Gegenwart allumfassender Bilderfluten und digitaler, täuschend echter, Erfahrungsräume. Die 70 präsentierten Werke in Hagen geben nun einen Überblick zur Entwicklung dieser Malerei. Sind zu Beginn Fahrzeuge und Diners als Inbegriff amerikanischer Identität prägnant ebenso wie Interieurs und Stillleben, bleiben Provinz und Alltägliches zwar Dauerthema der Fotorealisten, doch später hält zudem die Stadt und Metropole Einzug: durch Straßenkreuzungen, Panoramabilder oder Einkaufsfassaden. Hinzu kommt Zeitgenössisches wie ein Boxenstopp. Es liegt eine Ruhe und Stille in den Bildern, als wäre die Konzentration beim Malen auf sie übergegangen. Zudem schafft das Augenblickhafte Momente, in denen aus Sehen, ein Erkennen und Wahrnehmen wird. Gerade wenn die Technik unsichtbar und das Gezeichnete überhöht wird. Man spiegelt sich dann nicht mehr im Bild, sondern im Autolack. Stefanie Roenneke Fotorealismus. 50 Jahre hyperrealistische Malerei: bis 8.1.17, Osthaus Museum, Hagen

K U N S T B O C H U M TICKET- HOTLINE 0234 13003 11. NOV. 2016 - 26. FEB. 2017 Antje Dorn, aus der Reihe „Milkyway“ Foto: Katharina Zimmermann Hoffen und sehnen „Oh Threats of Hell and Hopes of Paradise!“, lautet ein Zitat des persischen Dichters Omar Khayyam, das den Titel der Ausstellung „Hopes of Paradise“ in der Bochumer Galerie m inspiriert hat, denn das Paradies ist nicht ohne die Hölle denkbar, das Gute nicht ohne das Schlechte. Die Ausstellung wurde vor dem Hintergrund des aktuellen Zeitgeschehens, das von Krisen und Konflikten geprägt ist, von Leiterin Susanne Breidenbach und ihre Mitarbeiterinnen Julia Sonnenfeld und Katja Tallner in engem Austausch mit Kollegen, Freunden sowie Künstlern konzipiert. Das Ergebnis ist in sechs Räumen der Galerie zu sehen. Darunter eine Fotoarbeit von Simone Nieweg, die sie persönlich ausgewählt hat. Darauf ist ein Grapefruit-Baum in vermeintlich unberührter Natur zu sehen, nur ein Reisighaufen vermittelt den Einfluss des Menschen. Diesem Bild ist die großformatige Fotografie „enclosure (Brasilia) 05“ von Thomas Florschuetz entgegengesetzt: Sie zeigt einen Teil des Kongressgebäudes von Oscar Niemeyer in Brasilia – Planarchitektur. Unterschiedliche Welten, die Sehnsucht und Utopie eint. Gleiches gilt für die kleine, zerbrechlich wirkende Arbeit „Kleine Kuppel“ aus Pflanzenstängeln von Christiane Löhr. Das Sehnsuchtsmoment geht von vielen Arbeiten aus. Evelina Cajacob, die mit einer filigranen Doppelzeichnung vertreten ist, meint dazu: „Vielleicht fühlt man sich manchmal wie im Paradies. Für mich aber gibt es das Paradies nur im Kopf – es ist Sehnsucht.“ Diese wird sowohl durch die Serie „Lake Pictures“ von Lucinda Devlin transportiert als auch durch die Tapisserien von Stephan Schenk, gerade weil bei „Werden Vergehen“ das Sein der Pflanzen – die Blüte – ausgespart wird. Neben abstrakten Werken von Morellet und Peter Wegner sowie den fröhlichen Landschaften aus „Milkyway“ von Antje Dorn, gibt die Reihe „People of Soglio“ von Evelyn Hofer einen Einblick in die Vergangenheit der Fotografin, die zu den bedeutendsten Fotografinnen der Nachkriegszeit gehört. Inwiefern ihre Porträts der Dorfeinwohner zwischen Sachlichkeit und Sentiment changieren, bleibt dem Betrachter überlassen. Denn anstelle einer kunsthistorischen Aufarbeitung von Paradies-Darstellungen bietet die Schau die Chance zur subjektiven, freien Assoziation mithilfe der präsentierten Arbeiten: „Was verbinde ich mit dem Paradies? Wonach sehne ich mich? Warum stelle ich mir diese Frage jetzt“. sr Hopes of Paradise: bis 28.1.17, Galerie m, Bochum; m-bochum.de SHOW Do.-Sa. 20.00 Uhr, So. 19.00 Uhr WWW.VARIETE-ET-CETERA.DE Herner Str. 299 | Bochum Nada Surf 09.11. Kulturfabrik Krefeld Bernd Stelter 10.11. Rheinhausen-Halle Duisburg Basta 24.11. Kulturfabrik Krefeld Nick Howard 29.11. Bahnhof Langendreer Bochum Jupiter Jones 30.11. Bahnhof Langendreer Bochum Ben Becker 03.12. Friedenskirche Krefeld Mark Forster 05.12. Turbinenhalle Oberhausen NADA SURF 09.11. Kulturfabrik Krefeld Mark Forster 13.12. Palladium Köln Gregor Meyle 16.12. Turbinenhalle Oberhausen Kool Savas 28.01. Brückenforum Bonn Thorsten Havener 19.01. Seidenweberhaus Krefeld Thorsten Havener 20.01. Theater Solingen Guido Cantz 18.05. Kulturfabrik Krefeld Luke Mockridge 13.10. KöingPalast 2016 Vorverkauf über Rhein-Konzerte.de, Eventim.de und vor Ort! 89

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