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November 2016 - coolibri Ruhrgebiet

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M U S I K V O N H I E R

M U S I K V O N H I E R Deutschsprachige Songs und seichter Gitarrenpop, das kann nur richtig gut oder ganz schlecht ausgehen. Herrenmoos aus Datteln schließt man sofort ins Herz – weil Songwriting, Beat und Vocals einfach stimmig sind. Die Alltagslyrik passt zur luftigen Melodie, die ernstzunehmende Rhythmusgruppe zu den wohlplatzierten Trompeten-Parts. Und viele Zeilen und Breaks sind solche Hinhörer, dass die EP „Roter Honig“ trotz fünf recht ähnlicher Songs nicht langweilig wird. facebook.com/herrenmoos bzw. -/mofapetrarecords Hat gerade beim Berliner Label „Keine Faxen“ unterschrieben: Mrs. Nina Chartier Absolute Ruhrpottbraut Mrs. Nina Chartier setzt der Männer-Domäne Ruhrpott-Hip-Hop ihr loses Mundwerk entgegen. Dumme Kommentare rappt sie gegen die Wand, noch bevor sie fertig formuliert sind. Inga Pöting sprach mit der 24-jährigen Duisburgerin über ihr Debüt-Album „Trittschall“. Du bist in der Szene eine ziemliche Exotin. Wie siehst du dich selbst? Einfach als Künstlerin. Natürlich bin ich eine Rarität als Frau, allerdings empfinde ich das als sehr großen Vorteil, denn ich seh die Dinge aus einer ganz anderen Perspektive als die Männer und habe auch eine andere Meinung zu deutschem Rap und der Thematik in den Songs. Somit bringe ich neuen Wind rein! Wichtig ist die Liebe zur Musik. Die Community wehrt sich anfangs immer gegen Neues – bis sie merkt, wie gut das Neue ist. „Die Community wehrt sich gegen Neues – bis sie merkt, wie gut das Neue ist.“ Was war dir bei der Produktion deines Debüt-Albums „Trittschall“ wichtig? Es war mir sehr wichtig, dass das Album Teil von mir ist. Daher geht es thematisch wirklich nur um mein Leben und meine Einstellung zu vielen Dingen. Der Sound jedoch variiert von deepen Pianobeats bis zu verrückten Trapbeats, es ist alles dabei. Mein Facettenreichtum war mir genauso wichtig und auch die Featuregäste sind wohlbedacht. Ich wollte mit Leuten an meinem Album arbeiten, die mich verstehen und genauso viel Herzblut reinstecken wie ich. Das ist uns sehr gut gelungen. Gehst du immer in schrillen Outfits auf die Bühne? Ja, diese Outfits sind fester Teil von Mrs. Nina Chartier. Auch privat liebe ich es, mich ausgefallen zu kleiden, wobei ich auf der Bühne sogar noch eine Schippe drauflege. Ich versuche eben, ich selbst zu sein und meinen verrückten Charakter durch meinen Kleidungsstil offensichtlich zu machen. Ich versuche nicht zu sein wie irgendwer, sondern wie ich – und ich bin eben eine Exotin. Bist du Pottkind aus Überzeugung – oder zieht es dich woanders hin? Ich bin absolute Ruhrpottbraut, schließlich bin ich hier aufgewachsen und deshalb bleibe ich dem Ruhrgebiet treu. Zwar lockt Berlin mich manchmal sehr, meine Heimat verlassen würde ich aber nicht. keine-faxen.de/mrsninachartie Foto: Fotostudio Julie Fleur Der Alternative Metal von nancybreathing klingt trotz der Kürze der Bandbio schon ziemlich ausgereift. Die Songs gehen voll auf die zwölf, haben dabei aber keine Angst vor groovigen Breaks und melodiösen Parts. Das Debüt-Album „Between These Faces“ ist in Eigenregie entstanden und in Sachen Produktion genauso überzeugend wie beim Songwriting. Das fand auch das Berliner/Hamburger Label Monster Tape Records und gab der Pottband ein Zuhause. facebook.com/nancybreathing Mit „Doch die Winde weh’n“ veröffentlicht die Essener Band Festland ihr drittes Album bei dem einschlägig bekannten Hamburger Indielabel ZickZack. Diesmal liefern sie ein vornehmlich akustisch eingespieltes Album ab, das elektronisch anmutet: Doch der dreistimmige Gesang trifft hier auf Geige, Kontrabass und Klangholz. Textlich vermögen sie es, mit wenigen Worten, große Bilder zu schaffen. Das ist poetisch – zeitlos. facebook.com/festlandschoenemusik In kleinen Häppchen serviert der Elektrokünstler Blint aus Bochum seine Clubmusik. Die zweite Platte „Blint002“ erscheint wie das Debüt als 10’’Vinyl und bietet wieder zwei tanzbare Stücke für späte Stunden. Während sich bei „92 Avenue“ über einen tighten Beat dramatische, sirenenartige Sounds legen, ist „You have I don’t have“ eine Spur ungeduldiger, spielt mit Hip-Hop-Anleihen und bleibt trotzdem tanzbar. Das Fazit des Künstlers: „Techno is still nothing but pure dark fun“. facebook.com/blintmusik In der Essener Punkrockkneipe Don’t Panic (früher: Panic Room) geht eine neue Konzertreihe an den Start: The Rock and Heavy Festival soll ab dem 19.11. regelmäßig die Perlen der harten Szene im Pott präsentieren und Party im Don’t Panic startet mit Greydon Fields, Ignition, Mayze und Groovesuckers. coolibri verlost zum Auftakt ein Fan-Paket (1x2 Tickets und CDs von Ignition+ Greydon Fields) auf coolibri.de

I N C O N C E R T 6.11. FZW, DORTMUND 11.11. HOTEL SHANGHAI, ESSEN Die Nerven Die Stuttgarter Post-Punk-Band klingt so sehr nach Keller, dass einem das ganze Album hindurch ein feuchter, muffiger Geruch in der Nase steckt. Eine Reinkarnation aus den 80ern? Jein, Sound und Themen sind alles andere als angestaubt, die Nerven in ihrer jetzigen Besetzung gerade Mal seit 2012 auf dem Parkett. Ihre Musik ist der Versuch eines Ausbruchs aus Leistungsdruck, Spaßsucht und Konsumabhängigkeit. Dabei gelingt es mit dem Album „Out“ an den großen Erfolg des Vorgängers „Fun“ anzuknüpfen und relevante Musik zum daran Reiben und Aufstacheln zu produzieren. Bemerkenswert ist hier, dass dies nicht nur die Musikpresse so sieht, sondern sich deren Meinung ausnahmsweise auch mit der tatsächlichen Welt da draußen, also den Hörern deckt. Zu guter Letzt wird dem Stuttgarter Trio gar nachgesagt, eine hervorragende Liveband zu sein. Zuviel gelobt? Na gut, den ein oder anderen mögen Sound und Haltung der Band ganz im Sinne des Namens auf Dauer auch nerven. Foto: Sander Baks coolibri präsentiert Klaus Johann Grobe Als Popband wird dieses Duo aus der Schweiz gehandelt. Im herkömmlichen Sinne greift dieser Begriff aber klar zu kurz. Hier gibt’s keine Zuckerwatte, sondern mit einer schrillen Elektroorgel gereizt, von Jazzelementen gefordert und mit monotonem Fast-Sprechgesang im Unbewussten erwischt. Sicherlich keine Band, die gefallen will, aber ein Gesamtkunstwerk. coolibri verlost 3 x 2 Tickets auf coolibri.de Foto: Klaus Johann Grobe 9.11. ZECHE CARL, ESSEN 19.11. ZECHE, BOCHUM 17.11. RUHRCONGRESS, BOCHUM coolibri präsentiert Foto: Zeche Carl coolibri präsentiert Foto: Jonathan Weiner coolibri präsentiert Foto: ingstar Music Die höchste Eisenbahn Eine Mischung aus Hamburger Schule und seichter Popmusik umschmeichelt einen auch beim zweiten Album „Wer bringt mich jetzt zu den Anderen.“ Dabei schwächeln die beiden Singer-Songwriter Francesco Wilking und Moritz Krämer, die den Kern des Quartetts stellen, diesmal nicht nur textlich ein bisschen. Auch die Songstrukturen sind eng an den Vorgänger „Schau in den Lauf, Hase“ angelehnt. Das ist schön, aber nicht aufregend. coolibri verlost3 x 2 Tickets auf coolibri.de Pierce The Veil Schön auf die Zwölf: Irgendwo zwischen Billy Talent und Panic At The Disco haben Pierce The Veil ihren Sound gefunden. Auch mit dem neuen Album „Misadventures“ gibt es Pogo auf Fast Forward, schwappende Bierbecher und einen kräftigen Schuss US-American-Teenage-Punk-Feeling. Dabei sieht sich die Band selbst stark in der Post-Hardcore-Idee verankert, was jenseits der Bühne mit zahlreichen sozialen Engagements einhergeht. coolibri verlost 3 x 2 Tickets auf coolibri.de Bring Me The Horizon Unerwartet sanft kommt das fünfte Album der Briten „That’s the Spirit“ daher. Zwar lassen sich die Ursprünge von Post-Hardcore und Metal noch einwandfrei erahnen, doch klingen die Songs wie unter einem nebeligem, pastellfarbenen Schleier. Damit manifestieren Bring Me The Horizon erneut ihren Ruf als innovative und einflussreiche Band des Genres. Zeitgerecht und doch ohne den Druck der alten Alben völlig einzubüßen. coolibri verlost 3 x 2 Tickets auf coolibri.de 37

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