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November 2016 - coolibri Ruhrgebiet

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T H E M A D Ü S S E L D

T H E M A D Ü S S E L D R O F Unter Strom Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit beschäftigte schon Walter Benjamin. Heute hat die Digitalisierung die Kunst- und Kreativwirtschaft komplett verändert. < die digitale dusseldorf >, das erste Festival für digitale Kultur, fragt nach, wie sich Künstler und Musiker zum Thema Digitalität positionieren. Berit Kriegs traf die Initiatoren Werner Pillig und Peter Witt. Das Internet war noch Zukunftsmusik, da gab es in Düsseldorf bereits erste Ansätze digitaler Kultur: Kraftwerk im Kling-Klang-Studio und an der Kunstakademie Nam June Paik, Pionier der Video- und Medienkunst. Werner Pillig, Künstler und Eventmanager, studierte in den 80ern bei Paik: „Videokunst war damals total revolutionär und jeder wusste von vornherein: Was man macht, wird man nie verkaufen können.“ Das ist heute bekanntlich anders, wovon die Julia Stoschek Collection ein eindrucksvolles Zeugnis ablegt; in Sachen elektronischer Musik sollte sich der Salon des Amateurs als amtlicher Club etablieren. Anknüpfungspunkte für ein Festival wie < die digitale dusseldorf > gibt es also genug in der Landeshauptstadt. Erstaunlich nur, dass bislang noch niemand auf die Idee gekommen ist. Zwar wurde 2014 von der Bundesregierung die Digitale Agenda verabschiedet, die explizit betont, den digitalen Wandel in der Kreativ- und Medienwirtschaft zu unterstützen. „Aber das hat man rein technologisch formuliert“, sagt Peter Witt. „Digitalität wirkt sich ja auf unser ganzes Leben aus. Uns interessiert, wie sich das Thema in den Künsten widerspiegelt.“ 20 Digitale: Mouse on Mars Der Germanist und Konzeptioner Witt, ehemaliger Vorsitzender von damenundherren e. V., ist selbst als Musiker aktiv; bei „rhein“, einem Projekt für experimentelle elektronische Musik, spielt er Gitarre. Zwei Jahre haben er und Pillig gemeinsam mit Partnern und Förderern geplant, jetzt geht vom 3. bis 6. November < die digitale dusseldorf > an den Start, ein langes Wochenende mit Konzerten, Vernissagen und Vorträgen. Oder anders gesagt: „Screenshots digitaler Kultur.“ Dabei wollen es die Macher nicht bei der Premiere belassen – geplant ist, das Festival im jährlichen Turnus zu veranstaltenIn diversen Off-Locations der Stadt präsentieren rund 50 zeitgenössische Künstler aus Düsseldorf und Umgebung ihre Arbeiten aus den Bereichen Musik, Performance und Bildende Kunst. Aus Berlin reist eigens der Pyrolator aka Kurt Dahlke an, Orson Hentschel & Lukas Baumgart, Kreidler sowie Mouse on Mars bespielen das Musikzimmer, im Salon des Amateurs werden rein digitale Musikprojekte, unter anderem von Michael Winter, Graph und Hans W. Koch, verwirklicht. Und im Weltkunstzimmer ist die Ausstellung „splitter & amalgam“ zu sehen, die sich dem aktuellen ästhetischen Stand der Digitalität widmet.In diversen Off-Locations der Stadt präsentieren rund 50 zeitgenössische Künstler aus Düsseldorf und Umgebung ihre Arbeiten aus den Bereichen Musik, Performance und Bildende Kunst. Aus Berlin reist eigens der Pyrolator aka Kurt Dahlke an, Orson Hentschel & Lukas Baumgart, Kreidler sowie Mouse on Mars bespielen das Musikzimmer, im Salon des Amateurs werden rein digitale Musikprojekte, unter anderem von Michael Winter, Graph und Hans W. Koch, verwirklicht. Und im We ltkunstzimmer ist die Ausstellung „splitter & amalgam“ zu sehen, die sich dem aktuellen ästhetischen Stand der Digitalität widmet. Wir müssen reden „splitter & amalgam“ heißt auch das Motto des Festivals, denn die verschiedenen Kunstszenen seien doch arg zersplittert. „Was fehlt, ist der Austausch zwischen den einzelnen Disziplinen, obwohl die sich sehr oft gegenseitig bedingen“, sagt Werner Pillig. „Uns war es wichtig, eine Plattform aufzubauen, auf der Künstler und Musiker unterschiedlicher Genres sich austauschen können.“ Die Digitalisierung hat den Kunst- und Kulturbetrieb nachhaltig umgekrempelt. Produktion, Distribution und Rezeption von Kunst haben sich grundlegend gewandelt; Stichwort Urheberrecht oder Kulturflatrate. Den theoretischen Überbau der digitale liefert daher ein Barcamp, das am Festival-Samstag im Factory Campus stattfindet. „Wir bieten den räumlichen und logistischen Rahmen, damit Interessierte sich treffen und konferieren können“, erklärt Peter Witt. Nach Beschluss einer Agenda gibt es ganztägig Sessions, in denen Projekte vorgestellt, Vorträge gehalten, Thesen aufgestellt und diskutiert werden. Die Ergebnisse werden am Abend im Plenum vorgestellt. „digitalitaet designen“ ist das Thema des Barcamps, wobei es natürlich nicht darum geht, wie man digital designt. Witt: „Die Frage ist, wie man Digitalität gestalten kann im Sinne derer, die mit digitalen Mitteln arbeiten, und jener, die von digitalen Medien oder Technologien betroffen sind.“ Wie kann man selbst die Kontrolle behalten in einem Prozess, der von großen Technologiefirmen gesteuert wird, die weniger gemeinnützige als knallharte wirtschaftliche Zwecke verfolgen? Die Informationsgesellschaft wirft viele Fragen auf – höchste Zeit, ihre Beantwortung nicht Google & Co. zu überlassen. < die digitale dusseldorf >: 3.–6.11.verschiedene Off- Locations in Düsseldorf; die-digitale.net Foto: Monkeytown Records

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