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März 2017 - coolibri Recklinghausen, Gelsenkirchen, Herne

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C O O L I B R I L O K A

C O O L I B R I L O K A L Ich werde was. In die Geschichte Gelsenkirchens einzutauchen, war für Claire Maunoury wie eine Zeitreise. Die Archivarin hat zwei Jahre lang die Aktenbestände vor 1928 gesichtet und ein Findbuch für Forscher erstellt. Mit Spaß und Perspektive! Unsere Ausbildung in Bochum: Logopäde/Logopädin Gesundheitstag 07.03. · 09:00 – 15:30 Uhr Infoveranstaltung 13.03. · 03.04.2017 17:00 – 18:30 Uhr Tel.: 02 34 / 68 76 30 www.ludwig-fresenius.de Claire Maunoury hat mehr als 3200 Akten gesichtet. Fotos: Dominique Schroller Zeitreise durch den wilden Westen 18 Unscheinbar wirken die geschwungenen Kringel auf dem vergilbten Dokument. Für Claire Maunoury sind sie jedoch ein kleiner Schatz. „Diese Urkunde hat Friedrich der Große persönlich unterschrieben. Es wusste niemand mehr, dass wir so etwas überhaupt haben“, berichtet die Archivarin. Sie hat zwei Jahre lang die alten Akten der Stadt durchsucht und ein Findbuch erstellt, das den Bestand vor 1928 auflistet. „Denn erst danach sind Gelsenkirchen, Buer und Horst zu einer Kommune zusammengewachsen“, berichtet die 27- Jährige. Sie möchte mit ihrem Nachschlagewerk Historikern und interessierten Bürgern die Gelegenheit geben, Themen aus der Stadtgeschichte ganz gezielt zu recherchieren. „Da gibt es noch vieles zu entdecken“, sagt Claire Maunoury. Sie hat sich selbst begeistert auf Zeitreise begeben und ist in den Alltag der Menschen von damals eingetaucht. „Besonders fasziniert mich das 19. Jahrhundert als Epoche des Aufbruchs in die Moderne. Die vielen Erfindungen, eine vielfältige Gesellschaft auf der einen und der Obrigkeitsstaat auf der anderen Seite – das ist sehr spannend.“ Zahlreiche Einwanderer, vor allem aus Polen, seien damals nach Gelsenkirchen geströmt. „Das war der wilde Westen von Preußen. Es herrschte Goldgräberstimmung und die Menschen hofften, reich zu werden. Für die meisten blieb das jedoch ein Traum.“ Die rasante Entwicklung Gelsenkirchens vom landwirtschaftlichen Dorf zur pulsierenden Industriemetropole mit explodierender Bevölkerungszahl, war für die Verwaltung eine

C O O L I B R I L O K A L Herausforderung. „Damals kümmerte sich der Bürgermeister noch um viele Dinge persönlich. Entsprechend übersichtlich sind die Akten.“ Erhalten geblieben ist beispielsweise das Reiseprogramm Kaiser Wilhelms I., der das Ruhrgebiet 1884 besuchte. „Er besichtigte die Zechen Bismarck und Konsul, den Schalker Verein und das Stahlwerk. Das dokumentiert den Stellenwert Gelsenkirchens als Industriestandort“, berichtet Claire Maunoury. präsentiert: Manches war auch damals schon fast wie heute. „Wenn die Stadt eine Straße verbreitert hat, mussten die Bürger sich daran beteiligen. Die Beschwerden waren massiv, hatten aber kaum Aussicht auf Erfolg.“ Die älteste Urkunde ist ein Schuldschein von 1565. Der Adelige Johann von Grimmberg hatte Zahlungsschwierigkeiten, die Summe verschweigt das Schreiben allerdings. Eine Entdeckung war für die Archivarin ein Katalog von Hausinschriften, die jemand fein säuberlich nachgemalt und abgeschrieben hat. „Es ist unglaublich, wie viel Arbeit sich der unbekannte Verfasser gemacht hat“, betont Claire Maunoury. Es herrschte Goldgräberstimmung und die Menschen hofften, reich zu werden. Für die meisten blieb das jedoch ein Traum.“ Nicht alle Dokumente waren für sie auf den ersten Blick zu entziffern. „Wenn es um kurze Notizen von Bürgern ging, die nicht richtig schreiben konnten, war das schon eine Herausforderung.“ Auch bei der Urkunde Friedrichs des Großen musste sie sich erst einlesen. „Er wendet sich mit gnädigem Gruße an seine festen hochgelehrten Getreuen und bestätigt allergnädigst die Teilung einer Gemeinheit von 22 holländischen Morgen und 38 Ruten. Es ist eine ganz andere Schrift und eine andere Sprache als wir heute gewöhnt sind.“ Zusammen mit den vielen anderen Schätzen ruht die Urkunde im wohltemperierten Untergeschoss des Archivs und wartet auf neugierige Leser. Dominique Schroller Hannes Wader „Macht’s gut!“ 08.10.17 Gelsenkirchen | Hans-Sachs-Haus Karten erhalten Sie an allen bekannten Vorverkaufsstellen. emschertainment.de facebook.com/emschertainment emschertainment GmbH, Ebertstraße 30, 45879 GE | Ein Unternehmen der Stadtwerke Gelsenkirchen GmbH Ein unbekannter Verfasser hat Hausinschriften aufgezeichnet. 19

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