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März 2017 - coolibri Essen

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M U S I K V O N H I E R

M U S I K V O N H I E R Alidaxo „Retro war gestern“ PENG!-Kollektiv Jazz-Ladies in Aktion Mit einem großen Knall erblickte es im vergangenen Jahr das Licht der Welt – PENG!, ein neues Jazzfestival in Essen. Im Alten Maschinenhaus der Zeche Carl lassen es die Gründerinnen des Kollektivs, sieben Musikerinnen aus dem Ruhrgebiet, auch am 17. und 18. März wieder ordentlich krachen. Am Anfang stand, wie so oft, eine Idee. Ein Wunsch nach Aktion, nach Veränderung. „Wir wollten die Jazzszene im Ruhrgebiet wieder etwas beleben, ein bisschen was Neues machen“, so Mara Minjoli, eine der Initiatorinnen. Was liegt da näher, als sich erstmal im Freundes-und Kolleginnenkreis umzuhören und auszutauschen. Schnell fanden sich Mitstreiterinnen, sieben an der Zahl, allesamt (ehemalige) Studentinnen der Folkwang Musikhochschule. Die Idee des gegenseitigen Supports, der Suche nach neuen Spielorten und des aktiveren Austausches untereinander fand Anklang, und das PENG!-Kollektiv war geboren. „Es ist eigentlich eher ein „Die Hauptperson ist immer eine Frau.“ Zufall, dass wir nur Frauen sind“, erzählt Minjoli. Dass diese in der Jazzszene immer noch unterrepräsentiert sind, gab dann den Ausschlag dafür, es auch bei dieser Besetzung zu belassen. „Natürlich ist das ein Attribut, das immer wieder erwähnt wird, ein Alleinstellungsmerkmal. Und das wollen wir nutzen!“ War erstmal nur geplant, einen gemeinsamen Sampler herauszubringen, reifte sehr schnell die Idee, auch ein eigenes Festival auf die Beine zu stellen. Dass alle beteiligten Bands und Ensembles von Frauen geleitet werden, versteht sich ja von selbst. „Natürlich spielen auch Männer in den Formationen mit“, sagt Mara Minjoli, die im letzten Jahr mit ihrer Band Metromara selbst auf der Bühne des Festivals stand, „aber die Hauptperson ist immer eine Frau.“ Sehr gut angelaufen ist die erste Ausgabe des PENG!-Festivals, und so war klar, dass es weitergeht. Das Programm wird wieder lebendig und bunt - unter anderem performt Komponistin und Sängerin Monika Roscher mit dem Folkwang Jazz Orchestra ihr neues Album „Of Monsters and Birds“. Außerdem spielen das Christina Schamei Quartett, Johanna Schneider & Rick Margitza, das Ensemble No Tango um Jazzpreisträgerin Christina Fuchs, sowie phase::vier. Tossia Corman PENG!-Festival: 17.+18.3., Maschinenhaus Essen; peng-festival.de Foto: Beyli D. Wilson Der Pott. Nicht unbedingt die Wiege der urbanen Musikszene, aber wenn man sich darauf einlässt, gibt es durchaus was zu entdecken! Alidaxo aus Bochum und Herne zum Beispiel, die jetzt ihr erstes Album „Retro war gestern“ rausgehauen haben. Ist HipHop auf jeden Fall der Heimathafen der drei Jungs , haben sie es mit Bravour gemeistert, auch die zeitgenössische Entwicklung ihres Genres nicht zu verpassen. Seit Anfang 2015 wurde fleißig getextet. Produzent und Multiinstrumentalist Dennis Brzoska gab dem Album der Ruhris außerdem den passenden Sound-Schliff. Sprechgesang meets Electro – heraus kommt Pop-Rap at its finest! VÖ: 3.3. – Z-Music Foto: Alidaxo DOTE „north“ EP Dote kommen aus Essen und machen Indie- Rock. Und wie! Zusammengefunden haben die Fünf aus dem Ruhrgebiet ziemlich Indie- Band-klassisch: auf dem Schulhof. Das war 2015, und seitdem geht es steil bergauf. Jetzt haben die Jungs ihre erste EP am Start: „north“. Fünfzehn Minuten, die Großes versprechen. Dass alle Band-Mitglieder The Kooks-Fans sind, hört man. Aber auch, dass dieser Sound ohne Probleme im Hier und Jetzt wunderbar bestehen kann. Indie lebt! VÖ: 27.1. Foto: Maleika Foto:Gabriel Jimenez Trigo Foto: Ralf Beba / Page Productions Sophie „Progress“ Eine Frau, eine Stimme, eine Gitarre. Mehr braucht es oft nicht, um zu verzaubern. Im Falle Sophie klappt das ganz hervorragend. Die erst 20-jährige Mönchengladbacherin hat nun bereits ihr drittes Album herausgebracht. Auf „Progress“ singt und spielt sie sich durch zwölf wirklich wunderschöne Lieder mit klugen und packenden Texten. Themen wie Selbstfindung und Zwischenmenschliches verpackt die Musikerin in rhythmische und melodische Klanggebilde mit Fingerstyle-Elementen. Ein Singer/Songwriter-Album wie ein Soundtrack, perfekt zum Zugfahren, Aus-dem-Fenster-schauen und Vor-sich-hin-träumen! VÖ: 5.1. – Acoustic Delight Vibravoid Die hiesigen Psychedelic Rock Lokalmatadore von Vibravoid spielen zur Nacht der Museen 2017 im Filmmuseum auf. Eine musikalische Zeitreise ins Jahr 1967: Mit Projektionen der Laterna Magica und Stummfilmbegleitung mit Sounds von Pink Floyd. Als Gäste haben der Doktor und seine Kumpanen die Lightshow Society dabei, die das ganze Spektakel mit original Equipment aus den 70ern beleuchtet. The New Düsseldorf Sound also. Spannend wird’s bestimmt. 25.3., Filmmuseum Düsseldorf; toc

A L B E N D O O L J O Y D E N A L A N E C O N O R O B E R S T Now Here, There Then Die Sängerin Ryanne von Dorst wurde in ihrer Jugend oft schräg angemacht. Sie verarbeitete ihre Nerd-Jahre als feministische Patti Smith- Figur und wurde auf der Bühne zu einer überlebensgroßen Giftschlange namens Ella Bandita. Mit ihrem neuen Projekt Dool vereint sie Rockmusik mit sozialkritischen Botschaften. Mit zwei ehemaligen Devil’s-Blood-Mitgliedern und gleich drei Gitarristen im Team wird eine epische Melange aus New-Wave-Mythen und Post- Punk-Märchen gezaubert. Hier sitzen Killing-Joke- und This-Mortail-Coil-Geisterreiter auf dem Pferd, die zielstrebig in die Rockhölle reiten. Prophecy Records/Soulfood Gleisdreieck Für Joy Denalane ist der Berliner Ort „Gleisdreieck“ voller Bedeutung. Hier ist sie aufgewachsen – und ihre Musik hat sich in den letzten Jahren genauso verändert wie die Hauptstadt. Sie setzt aber weniger auf Gentrifizierung. Joy tappst sehr geschmackvoll durch R’n’B und feine Elektronik, dazu wird eine hoch musikalische Welt ohne Pappmaché addiert. Die Sängerin macht sich kluge Gedanken und findet dafür pointierte Worte. Dies ist kein im Windkanal getesteter Null-Fehler-Formatradio-Einheitsbrei, sondern charmanter Charakter-Soul-Pop mit Goldkante. Das Bauchgefühl ist auf diesem Album die wichtigste Zutat. Nesola/Universal Salutations Mit viel Rückenwind und großen Vorschusslorbeeren hat Songwriter-König Coner Oberst sein neues Werk in den Shangri-La Studios in Malibu aufgenommen. Eingespielt mit seiner Band, den Felice Brothers, sowie dem legendären Drummer Jim Keltner, gibt es vielfältige und individuell getaktete Attraktionen. „Jim war der Kapitän, das geistliche Oberhaupt unseres Projekts. Wir verließen uns auf seine langjährige Musikerfahrung und er hat uns sicher ans Ziel gebracht“, sagt Oberst. Herausgekommen ist ein Americana-Album, das ein paar Indie-Wurzeln hat und in feinen Dosen das unsterbliche Werk von Bob Dylan zitiert. Warner L O Y L E C A R N E R T H E O R W E L L S N A P Yesterday’s Gone Dies ist die elegante Sleaford-Mod-Version von Jazzmatazz: aus Jazz, Soul und Gospel-Versatzstücken assimiliert sich die kleine Welt Lloyle Carner. Er rappt wie ein Cockney-Straßenköter darüber und so entsteht Großes. Hinter seiner Rüpel-Personality steckt natürlich ein empfindsamer Musikliebhaber mit einem Händchen für ausgesuchte Tunes. An den Turntables verbindet Loyle Jazz-Grooves von Dave Brubeck und Chet Baker mit zeitgemäßer Street-Rap-Poetry. Diese gepitchten Kleinode können zwar nicht die Welt retten, aber sie funktionieren wie Frühlingsblumen – quasi wie eine bunt getupfte Tulpenwiese für die Ohren. Caroline/AMF Records Terrible Human Beings Waren das gemütliche Zeiten, als sich die Bürger in den großen Städten noch wegen des falschen Freizeitverhaltens (Ice Bucket Challenge) oder der falschen Gewürze (Fondor, Kardamom) aufregten. The Orwells aus Chicago halten die Laune hoch, auch wenn links und rechts keine regulären Moralbegriffe mehr greifen. Der gefühlte Welt-Zustand erscheint wie ein chemisch verseuchter Schrottplatz, wo nur noch schneller Puls und Ohnmacht regieren. „Heavy Head“ singt Mario Cuomo nonchalant, denn er weiß, dass nur die Lässigkeit am Ende gewinnt. Hier reihen sich die Melodien der Beach Boys an die Aufrichtigkeit der Weakerthans und der Pixies. Toll! Atlantic/Warner Villa Dieses Trio aus Oldenburg spielt Psychedelic im Breitwand-Format mit viel Kraut-, Stoner- und Post-Rock-Einflüssen. Die Wirklichkeit spielt sich hier im Kopf ab. Nap fühlen die Bedrohung - fast wie Hauptfiguren in einem Science-Fiction- Roman, die sich vor Außerirdischen fürchten. Ihre Soundstrecken wirken angespannt und verängstigt, als wäre dieser Sound die gerockte Quintessenz aus ständiger Überwachung, Verdruss-Gefühlen und dem Mangel an persönlichen Beziehungen. Nap manipulieren unbequeme Fakten zur gefühlten Wahrheit um. Dies ist apokalyptische Surf-Musik für die Enkel von Jimi Hendrix und Irmin Schmidt. Noisolution/Soulfood 37

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