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Mai 2019 - coolibri Bochum

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KUNST OBERHAUSEN Rund

KUNST OBERHAUSEN Rund die Viel zu feiern:Der GasometerOberhausen um Tonne Foto: Thomas Machoczek Der GasometerOberhausen feiert doppeltes Jubiläum. Vor 90 Jahren eingeweiht, istEuropas höchsterGasometer nach seiner Stilllegung nunseit25JahrenEuropashöchste Ausstellungshalle. Undnoch einSilberjubiläum steht 2019 an:Seit1994 ist JeanetteSchmitz Geschäftsführerin der GmbH. Mit Claudia Heinrich sprach sie über Vergangenheit und Zukunftder „Tonne“. Frau Schmitz, Siesindalsovon Beginnandabei … Nichtganz! DieInitiativezum Umbaudes Gasometers in einenAusstellungsortkam 1992 vomLeiterder IBAEmscherpark, ProfessorKarl Ganser–mitdem Plan einerAusstellungzur Entwicklungder Schwerindustrie im Ruhrgebiet.Am22.7.1994 eröffnete„Feuerund Flamme“ mithistorischenFotos,Maschinen undAlltagsdingen.FasteinehalbeMillion Besucher kamen. Ichwar seit 1994 Projektleiterin.Als sich dieGasometer Oberhausen GmbH gründete,wurde icham30.12.1994Geschäftsführerin. Wiesah derGasometer früher aus, waswar seineFunktion? Unser Gasometervon 1929 istein Scheibengasbehälterzum Zwischenlagern überschüssiger Abgaseaus Hochöfen.Das Gaswurde über Rohre durchden Bodeneingeleitet.Eineweitüber1000 Tonnen schwerekreisrundeGasdruckscheibelag frei schwimmend obenaufund regelteden Druck im 117,5Meter hohen Blechcontainer. Viel Raum fürvielfältigeMöglichkeiten … In Oberhausen gabesnachder Stilllegungdes Gasometers 1988 vieleDiskussionen. DieNutzungals Hochregallager standimRaum. Und auch der Abriss. GansersEngagementfür eine Ausstellungshalleüberzeugte. Die Stadtgab dieZustimmungjedochnur unterder Bedingung, dass sie–bis heute –keinGeld dazugebenmuss. Mitvergleichsweise geringemBudget von15,9Millionen DM (90%vom Land NRW,10%von derRuhrkohle AG) wurdenUmbau unddie ersteAusstellunggestemmt. Jeannette Schmitz 34 Foto: Stefan Schejok Wasgenau istIhreAufgabe –was istreizvoll,was herausfordernd? Mein Job istes, dieFinanzierungunserer Ausstellungensicherzustellen.Inhaltliche Konzeption undRealisationleisten freieKuratorenund Partner. DieFixkosten für den laufendenBetrieb undWartungen sind über dasLandNRW undden Regionalverbandgesichert. Um aber Ausstellungenzurealisieren, hangelnwie unsvon Jahr zu Jahr. Wurdeesdaauchschon mal eng? Ja,zum Beispiel wurde es im Jahr 2000 eng für unsere Fußball-Ausstellung „Der Ball istrund“. Es gelang mir,die beidenFunktionäre Rudi Assauervon Schalkeund MichaelMaier vomBVB an einenTisch zu holen.Assauer landetemit seiner Idee,allesechs großen Ruhrgebietsvereine zu einemFreundschaftsturniereinzuladen undmit denEinnahmen unsere Ausstellungzuunterstützen,den rettendenCoup! Lief immeralles glatt? Einmal musstenwir aufgeben.Die geplante Ausstellung zu Weltreligionen im Kulturhauptstadtjahr2010war nichtfinanzierbar. DerErsatz, „Sternstunden“ mitdem „größtenMondauf Erden“, wurdezum Glückstreffer. Kuratorwar derAnfangdiesesJahresverstorbene ProfessorPeter Pachnicke, derauch unsere mit1,37Millionen Besuchernerfolgreichste Ausstellung„Wunderder Natur“ konzipierte, die2016und 2017 lief. Siehaben faszinierende Ausstellungenbegleitet.„DerBergruft“ istbereitsdie 16.Gab es ganz besondereHöhepunkte? DieWasser-Ausstellung„Blaues Gold“beispielsweise. Ursprünglich wollten wireinen Eiskegelals Hauptexponat.Vielzuaufwendig.Ersatzwar ein50 Meterhoher, effektvoll beleuchteter Wasserkegelineinem See. Erstmals öffneten wir denunbeheizbarenGasometer über dieWintermonateder Jahre2001und 2002 –und entdeckten an manchemMorgenEisschollen im Wasserbecken.Persönliche Highlights sind beideAusstellungenvon WeltkünstlerChristo.Zum einen„TheWall“ aus Ölfässern, im Jahr 1999 noch mitJeanne-Clauderealisiert,speziellaber„BigAir Package“ aus 2013,die weltgrößteInnenraumplastik. WiefeiernSie das Jubiläumsjahr und wiegeht’sdann weiter? Mitunserer wunderbarenaktuellen Ausstellung„DerBergruft“, sowie monatlichen Vorträgen zu Bergwelten ab Mai. Danach kommt eine einjährige Sanierungs-Zwangspause. 2020 wirdder Gasometerzur Großbaustelle undfür Besucher geschlossen.Wir bereiten derweildie nächste Ausstellungab2021vor –das Themawirdabernochnicht verraten.Die nurfünf Millimeter dicken Blechbahnender Außenhülle müssenganzdringend verstärkt undmit Korrosionsschutz versehen werden.VielleichtreichtunserBudgetvon 14,5 Millionen Euro ja noch fürweitere Maßnahmen,um denGasometer fitzumachenfür dienächsten25Jahre. DerBerg ruft: bis27.10., Gasometer Oberhausen; gasometer.de

KUNST B O C H U M MarioNigro:Spaziototaleinterruzione Foto: Kunstmuseum bochum Totale Räume und Erdbebenlinien Natürlich lohntessichfastimmer,bei einerAusstellung bisinden letzten Winkel vorzudringen –aber beider aktuellen Schaumit Werken vonMario NigroimKunstmuseum Bochum ganz besonders. „Mariower?“ Niemandoutet sich mitdieserFrage als Kunstbanause, weil der1917imtoskanischen Pistoiageboreneund 1992 in Livornogestorbene MarioNigro vorallem in seinem Heimatland Italien bekanntist.Dort fand er nach einemChemie- undPharmazie-Studiumzur Berufungals Malerund erregteab1949Aufmerksamkeitmit ersten AusstellungeninMailand undParis.Diechronologischgeordnete Schau„Vom‚TotalenRaum‘ zu den‚Strukturen‘“inBochumbeginntmit diesen ersten Arbeiten, dieder Beschäftigung mitKubismus undSuprematismus entsprungensind. Es sind Experimente mitgeometrischenFormenund Farbfeldern. Aber die noch eher kleinformatigen Gemälde haben auch etwasmusikalisch-rhythmisches,einige wirkenwie dieBebilderung vonMelodielinien.Die mit „Spaziototale“ („TotalerRaum“)betiteltenBildersindbis zurKante mit geometrischenStrukturenbemalt, dieanRasterarchitektur erinnernund damitauch als unfreiwilliger Beitragdes Kunstmuseums zumBauhaus- Jubiläum gelten könnten. Eine echteEntdeckungsindallerdingsdie späten Bilder,die denRahmen derMalerei wortwörtlich sprengen.Sie hängen im großen Oberlichtsaal desBochumerMuseums undder Übergang in denhellenRaumwirdso zumbesonders intensiven Erlebnis:Die Arbeiten hier sind größer, freier,es wirkt, als habeder Malererstimhöheren Alterwirklich Grenzensprengende Experimente gewagt.EineArbeitliegt wieeineSkulpturauf demBoden, eine andere bestehtaus zwölf Leinwändenmit diagonalen Linien,die möglicherweisevon derseriellen Musikeines LuigiNonobeeinflusst sind. „Ilterremoto“(übersetzt: „Das Erdbeben“) zeigtnur eine langegezackte Liniewie ausdem Seismographen.Die letztenWerke aus denspäten 1980er- undfrühen1990er-Jahren beeindrucken mitungewohnterFarbigkeitund scheinen vonzen-buddhistischerPhilophiebeeinflusst.Vor ihnenverweiltman gern.Jeder Pinselstrich gemahntandas Vergehen von Zeit,das Wesenunserer Existenz.Parallel zurNigro-Ausstellung hatdas Kunstmuseumam24.4. noch eine andere sehenswerteSchau eröffnet: Sieheißt „Feeling Called Love“nacheinem Song derPunkband Wire,ist ein poppigesSelbstporträt einesenthusiastischenKunstsammlersund zeigt unteranderem Arbeiten vonCindy Sherman. MaxFlorian Kühlem „Mario Nigro. Vom‚TotalenRaum‘ zu den‚Strukturen‘“: bis12.5. Kunstmuseum,Bochum;kunstmuseumbochum.de MICHAEL JACKSON: ON THE WALL bis14. Juli 2019 in Bonn www.bundeskunsthalle.de COOLIBRISINCE 1983 DASSZENE-&KULTUR-MAGAZIN Abb.: David LaChapelle, An illuminating Path (Ausschnitt), 1988, mit freundlicher Genehmigung des Künstlers ©David LaChapelle 35

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