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Mai 2018 - coolibri Düsseldorf und Wuppertal

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INTERVIEW A I R P O R T

INTERVIEW A I R P O R T „ S i n g e n i s t g u t f ü r s Kar m a“ Foto: Markus Walter

INTERVIEW Stimmgewaltiggehtesam6.Mai am Düsseldorfer Airportzu. Neben12Bands, dieganzohne Instrumente auskommen,tritt auch Henning WehlandbeimAirCappellaFestivalauf.Der Wahl-Berlinerist nicht nur alsSängerder H-Blockx undSöhne Mannheimsbekannt. Er kümmert sich auch um den Musiker-Nachwuchs.NadineBenekesprach mitdem 47-Jährigen über Schubladen,Begegnungen unddarüber,wieso er eigentlich nie „Der Letzteander Bar“ ist,obwohl sein erstes Solo-Albumgenau so benanntist. Du trittstimMai beim AirCappellaFestivalinDüsseldorfauf.Wie bist du eigentlich zumSingengekommen? Unter derDusche, mehr oder weniger. Singen istetwas,das habeich in denletzten 30 Jahrenerlebt, dasvielSpaßmacht undebenauch gut für dasKarmaund diePsycheist.Gemeinsames Singenist auch eingroßes Thema, dashabeich auch beiden Söhnen Mannheims gelernt. Du hast in einemInterview mal gesagt,dassduviele Entscheidungen aus demBauch heraus triffst. WievielBauchgefühl stecktindeinerStimme? Ichversucheeigentlich seit vierzigJahren, meineeigeneStimmezufinden. Das istetwas,was ichauch immer gerneandie Leuteweitergeben möchte. Dassman weiß, werman eigentlich ist. Eine Meinung,eineHaltung zu finden. Das istetwas,was für mich persönlichsehrstark mitGesang einhergeht. Eine eigene Stimmezufindenist genaudas,was Persönlichkeiten ausmacht. Du tourst seit über zwanzigJahrenmit denH-Blockx, singstbei denSöhnenMannheims undhastimvergangenen Jahr mitMitte VierzigdeinerstesSoloalbum namens „Der Letzte an derBar“veröffentlicht. Klingtnach Traumerfüllung.Was wünschstdudir alsnächstes? Weltfrieden. Und fürdichpersönlich? Ichbin eigentlich schon sehr glücklichmit demLeben,das ichgerade führe.Ich glaube,ich würde gernediesenCrossover-Gedanken weiterführen. Dasswir alleaufhören, in Schubladen zu denken.Und da ein bisschen offener zu sein.Sowohl musikalisch als auch politisch sozial.Da einbisschenfreierzuseinund zu denken. Wiegehst du das im Alltag an? Gute Frage. Indemich versuche,Schubladenaus meinem Lebenzuverbannen.Für mich geht es immer um Begegnungen. Menschenzutreffen, Geschichtenzusuchen.Aberauch,Geschichten erzählenzukönnen. Das istals Musikerjaauch meineAufgabe. Kannst du eine Begegnung herauspicken,die fürdichein Meilenstein war? Eine Begegnung,die mir immer wieder aufgefallen ist, war mitUdo Lindenberg. Seitdemich sieben Jahrealt war,bin icheiner dergrößtenFans vonUdo.Erist mir dieletzten vierzigJahre bestimmt schon zwanzig, dreißigMal über denWeg gelaufen.Ich finde,dassersichauch immer wieder neuerfundenhat.Erist für mich einsehrgroßesVorbild.Geschichten erlebenund erzählen zu können,sowie er dasebenmacht.Ich würdesagen, dass Udoder wichtigste musikalische Einflussfür mich ist. Wiewürdest du dieEntwicklung derMusikszeneinden vergangenen zwanzigJahrenbeschreiben? Rückblickenddenken ja immeralle, dass früher alles besser war.Aberich binehrlich gesagt nichtsoein Typ. Wichtigist,aus denMitteln undSituationen,die mir gegebensind, dasBeste zu machen. Das sollte maninder Musikebenauch tun. Fürmichist dieseganze Streaming-Geschichte sehr interessant. Das Pingpong zwischen Streamingund Live.Ich glaube,dass da eine neue Spannungentstehen kann.Auf dereinen Seitemöglichst schnellzukonsumieren,auf derandereSeite aber auch dasgroße Live- Spektakelsehen zu wollen.Dasindwir als Musikerstark gefordert. Dein erstes Solo-Album hast du in verschiedenenBars, unteranderem im DüsseldorferPitcher,vorgestellt.Von Betreiber Andy wurde das als„Mega-Abriss“ beschrieben… .. wasdas größteKomplimentist,was mansichals Rock’n’Rollerüberhauptvorstellenkann. Wasfasziniertdicheigentlich an Bars? Für mich istdie Barein Platz, wo jederseinenRaumhat.Unabhängigvon Kasten oder Sparten. Da können sich Menschenimmer aufAugenhöhebegegnen. Das istdas,was mich fasziniert.Dakannst du alsHartz IV-Empfänger einenMilliardär treffenund dich trotzdem übersLeben austauschen. Das hatweniger wasmit Saufen oder Feiern zu tun, sondernvielmehr mitdem Ausharren. Undwie oftbistdunochder Letzte an derBar? MeineFrausagtimmer,das istdie größteLüge, dieich erzählthabe. Da icheigentlich immer derErste bin, derdie Kneipe verlässt.Für mich geht es auch garnicht darum, möglichst langeamTresenzubleiben,sondern darum, Geschichtenzusammelnund erzählen zu können. SindBegegnungendeine größte Inspiration? Ja,auf jedenFall.Darausschöpfe ichauch meineGeschichten.Und genau diesindes, diemichals Musikerausmachen. Du hast einenChihuahamit eigenem Instagram-Account: Tony Bandito Wehland, derunter anderemschon mitDJBoboposiert hat.Ist er eigentlich auch dabei, wenn du tourst? Derist immer dabei. DerHundhat sich mich undmeine Frau ausgesucht, vordem können wir jetzt nichtmehrfliehen. Waserwartetdie ZuschauerjetztimMai? Zunächst eine ehrlicheSeele.Und einenRocker, Rapper,Hippie, einenfreien Geist. Aber vorallem binich fasziniertvom Singen.Genau darumgeht es in Düsseldorf. DenLeutenden Spaß am Singenzuvermitteln. Im Moment binich mitneuenSongs unterwegs. Im April war ichimStudio und habeangefangen, einneuesAlbum aufzunehmenund ichhoffe,abJuni kommen dieerstenSongs heraus. Gibt es schoneinethematischeRichtung? Ja. GeschichtenamTresendes Lebens. AirCappellaFestival: 6.5. (11-18 Uhr), Terminal am DüsseldorfAirport enjoydus.com 7

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