Events, Trends und Reportagen für die Rhein-Ruhr-Region
Aufrufe
vor 3 Jahren

Mai 2017 - coolibri Recklinghausen, Gelsenkirchen, Herne

  • Text
  • Dortmund
  • Oberhausen
  • Bochum
  • Duisburg
  • Recklinghausen
  • Ruhrfestspiele
  • Tanz
  • Gelsenkirchen
  • Ruhr
  • Festival

RECKLINGHAUSEN,

RECKLINGHAUSEN, GELSENKIRCHEN, HERNE R E C K L I N G H A U S E N DasIkonenmuseum in Recklinghausen hatsichmit seiner außergewöhnlichen Sammlung weltweit einen Namen gemacht. Museumsleiterin EvaHaustein-Bartsch wünscht sich mehrAusstellungsfläche. Ikonendienender Heiligenverehrung. Fotos: Ulrich Nickel Heiligen-Malerei Recklinghausen hatein Museum,das einen weltweit guten Rufgenießt. Das Ikonenmuseum,mittenamneu gestaltetenKirchplatz, feierte 2016 das60-jährige Bestehen undzeigtdie bedeutendste Sammlungostkirchlicher Kunst außerhalb derorthodoxen Länder.Rundumden Kirchplatzreihensichdas Museum Jerke, das Raritäten derpolnischen Avantgardeder 1920er Jahre undder polnischen Moderneab1960präsentiert,und dieSchatzkammerder PropstkircheSt. Peterein,sodassein kleinesZentrum mithochkarätiger Kunstentsteht. SogarKunstkenneraus Überseekommenins Ruhrgebiet,umdie bedeutendenWerke zu sehen. Mehr als3500Ikonen, Stickereien,Miniaturen, Holz- undMetallarbeitenaus Russland, Griechenland undanderen Balkanstaatenvermittelneinen umfassenden Überblicküberdie vielfältigenThemenund diestilistische Entwicklungder Ikonenmalereiund derKleinkunst im christlichen Osten. Zwischen Oktober2010 undJuli 2012 war dasMuseumgeschlossen, weil es mitMitteln aus demKonjunkturpaketII renoviertwurde.Danur wenige Werkeaus dem 20 Bestandzusehen sind,wünscht sich Leiterin EvaHaustein-Bartsch mehr Platz, um Wechselausstellungenzeigen zu können. Bestand hat sich verzehnfacht DieIdeezur Gründung einesIkonenmuseums entstand während einerAusstellungvon 100 Ikonen aus westdeutschemPrivatbesitz, die 1955 in derKunsthalleRecklinghausen gastierte undunerwartetvielPublikum anzog. Damals erfuhrder Direktor derKunsthalleThomas Grochowiak, dass diebeiden wichtigstendeutschenSammlungenverkauft werden sollten undgriffmit Unterstützungvon Ratund Verwaltung zu.Inder ehemaligenTurmschule von 1795 gegenüber derPetruskirchefandsichein geeignetesDomizil.Mit 223Ikonenfingdamals alles an.Heute hatsichder Bestandmehrals verzehnfacht.Besondere Heinz Skrobucha,der dasMuseumvon 1956 bis1982leitete,machte es zu einemweltweit anerkanntenZentrum der Vermittlungund Erforschungvon Ikonen.Ergalt bereitsbaldals derbedeutendsteSpezialistauf diesem Gebiet im deutschsprachigen Raum. „Die Heiligenund Festedes Kirchenjahres“ mit einerGrößevon ca.158 mal90Zentimetern gehört zu denwertvollstenUnikaten derAusstellung. Ikonen dienen derHeiligenverehrung.Die Abbildungenzeigen Szenen aus derBibelgeschichte. DieMalerei unterliegtstrengenNormenund gleichteinem präzisen Handwerk. Auf einergoldgrundierten Holzfläche arbeitetder Künstlermit Ei-Tempera,einem Gemisch aus Farbpulver undEi. MehrschichtigeLasierung schütztdas Werk. Er bedientsichaberauch der Enkaustik, einerkünstlerischen Maltechnik,bei derinWachs gebundeneFarbpigmente heiß auf denMaluntergrundaufgetragenwerden. Manche Malerließen auch Stilmerkmaleder Renaissance, Gotik, desBarocks unddes Jugendstils einfließen.Die Sammlungist thematisch sortiert,folgt alsonicht denüblichenkunsthistorischen,stilistischenund chronologischen Ordnungskriterien.Als Ikonen werden nichtnur bemalteHolztafelnbezeichnet. Auch Textilien dürfen als Ikonen gelten,wennauf ihnenverehrungswürdige Abbilder derheiligenUrbilderdargestellt sind. Ulrich Nickel

COOLIBRI LOKAL G E L S E N K I R C H E N Vieleehemalige Kumpel heizen noch mitKohle. Kampf um die Kohle Jahrzehntelanghaben sieunter Tage geschuftet.Der Lohn dafürwar auch Kohle, die vieleKumpelimOfen verheizen.Mit demAusstiegaus der Förderungmöchte die RuhrkohleAGdas Deputatnicht mehr zahlen.Rund 155 000 Bergleute sind betroffen. Foto: Fotolia/adam88xx Dieter Thielaus Hamm istbitterenttäuscht.Erhat 33 Jahre alsBergmann gebuckeltund im StollenSchwerstarbeitgeleistet.„Das würde ichauch weiter tun, wenn es politischgewolltwäre“,betontder 56-Jährige.Sein Großvaterwar bereitsauf Zeche, dieFamilientraditionfortzusetzen war selbstverständlich. Ebenso sicher war für Dieter Thiel, dass er immer eine warmeWohnung haben würde –schließlich heiztermit Kohle. DenBrennstoffliefertdie Ruhrkohle AG lebenslang als einenTeildes Lohnsund der Rente. „Daraufhaben wir unsverlassenund daswollensie einfacheinsparen.“Dennsobalddie letzte Lore 2018 dasFlöz verlässt undimRuhrgebiet SchichtimSchacht ist, soll auch dasDeputat auslaufen.„Als Ersatz bietet dieRAG ihren ehemaligenBergleutenanstatt einerTonne Kohle 122,20 Euro Energiebeihilfe undzum Renteneintritt eine einmalige Abfindung an.Das wäre grundsätzlich eine guteLösung, doch dieHöheder Zahlungen spiegelt nichtannähernd denWertder Kohle, derbereits bei rund 400Europro Tonneliegt“,sagtDaniel Kuhlmann. DerDortmunder AnwaltkämpftimAuftragvon mehr als600 Bergleuten für einengerechteren Ausgleich zum Deputat. Michael Schmidtke hätte nie gedacht, dass er malfür seineKohle kämpfen muss. Deshalb isterauch nichtrechtsschutzversichert.Dennoch isterfestentschlossen, vorGericht zu ziehen. „Sonst haben wir garkeine Chance.“Die Arbeitsgerichte in Herne undin Rheine sowiedas LandesarbeitsgerichtinHamm haben dieerstenKlagen bereitsmit demVerweis aufdie Tarifautonomieabgewiesen. DieRichter saheninden vorgesehenen Ausgleichs-und Abfindungszahlungen weder dieGrundsätzedes Vertrauensschutzes noch derVerhältnismäßigkeit verletzt.Die RAGbegrüßtdie Entscheidungenausdrücklich,möchtesich aber nichtzum laufendenVerfahrenäußern. FürDaniel Kuhlmannist derFall keineswegsbeendet.Erist überzeugt, noch deutlich mehr für seineMandanten erstreiten zu können undfest entschlossen,bis vordas Bundesarbeitsgerichtzuziehen. DenGrundsatz derGleichwertigkeitsieht er im Gegensatzzuden Richtern für ebenso weniggewahrtwie dendes Vertrauensschutzes.„Wirhaben guteArgumente, denn einUrteildes Bundesarbeitsgerichtesbesagt, dass eine Tarifvereinbarung nurinbestehendeRentensysteme eingreifen darf,wenngleichwertiger Ersatzgeschaffen wirdund keinVertrauensverlust dementgegensteht.Dochweder dieEnergiebeihilfenochdie Einmalzahlungsind wertadäquat unddasichdie Bergleuteauf dasDeputat verlassenhaben, sehe ich durchaus einen Vertrauensverlust.“ Dominique Schroller 21

coolibri Magazine 2020

coolibri Magazine 2019

coolibri Magazine 2018

coolibri Magazine 2017

edition coolibri

Ruhrgebeef No. 8 - Leseprobe
Ruhrgebeef No7 - Leseprobe
Ruhrgebeef No6 - Leseprobe
Backmagazin
Ruhrgebeef No5 - Leseprobe
Ruhrgebeef No4 - Leseprobe
Leseprobe: Ruhrgebeef - Vol 2
Landtagswahl NRW 2017
coolibri Campus NO 02