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Juni 2019 - coolibri Bochum

THEMA SonjaHawrankeund

THEMA SonjaHawrankeund KatharinaKühn (v.l.) Foto: ChrisLuehrmann.de W I T T E N Screenshot: Golden Orb Gamesmade in Witten:Vor eineinhalb Jahrenhaben Sonja Hawrankeund Katharina Kühn den Schrittindie Selbstständigkeit gewagt. IhrFirmennameGolden Orb, „Goldene Kugel“, gibt schon einenHinweis aufihreGeschäftsidee: SieentwickelnKinderspiele fürs Tablet unddie Konsole,die aufMärchen basieren. Märchenhafte Games Hier schnurrteineKatze im Stroh, dortblubbert dasSpülwasserund am Fensterwarteteine Taubedarauf, gefüttert zu werden –mit viel Liebe zumDetail haben diezweiEntwicklerinnen in ihrerApp eine farbenfrohe Märchenweltrund um dieHauptfigur Aschenputtel kreiert.„Wir habenals Kinderselbstgerne Märchenbüchergelesen. Unsere Idee war es,die altenGeschichten aufs neue Medium zu übertragen“, erzähltKatharina. In „Aschenputtel–eininteraktives Märchen“gibtesfür Kinder in jederSzene etwaszu entdecken, perFingerdruck können Gegenstände sowie Figurenangetippt undAktionenhervorgerufen werden.Durch das Lösenvon Rätseln undAufgabengelangt maninder Geschichte voran. Minispielewie SchiebepuzzleoderLabyrinthesorgenzwischendurchfür Abwechslung. „Wir arbeiten mitgroßflächigen Illustrationen undder Text wird vorgelesen“, sagt Sonja, „dadurch istdas Spielschon für Vorschulkindergeeignet.“ 16 „Wir wollten ein selbstbewusstes Aschenputtel erschaffen, dassein eigenes Leben lenkt.“ Promotion im Dirndl Denbeiden gefälltdas Spielmit Klischees. Statt hübsch hilfloser Disney-Cinderella, dievom Märchenprinzerrettetwird, istihreVersion ein bisschen pummelig undäußerst schlagfertig geraten. „Wir wolltenein selbstbewusstes Aschenputtel erschaffen,das sein eigenes Lebenlenkt“, erklärt Katharina. „Kindersollen merken,dassesokayist,anderszusein.“Beim DeutschenEntwicklerpreis 2018 heimsten sie für ihre Idee gleich den„UbisoftBlueByteNewcomerAward“ ein. Aufinternationalen Branchenmessen sind sieoft im Dirndlunterwegs. „Wir hatten keinGeld fürWerbung undmussten unsetwas überlegen, um aufzufallen“, erzählt Sonja. In derTracht warensie gleich als Entwicklerinnen aus Deutschlanderkennbar und außerdem passte dieKleidungeinfachgut zum Märchenthema. Gestaltungsfreiheit In ihremUnternehmen sind dieAufgaben klar verteilt: Sonjaschreibtdie Geschichtenund kümmert sich um dieProgrammierung, Katharina fertigtpassendeIllustrationen an underwecktsie durch Animationzum Leben. Beim Game Design,alsobei Entscheidungendarüber,nachwelchen Regeln dieSpielwelt funktionieren soll,überlegensie gemeinsam. Kennengelernt haben sich die Frauen beieiner Spiele-Entwicklungsfirma in Köln undschnell gemerkt,dass sieals Team gut funktionieren. Nach Jahrenin derFirmasehnten siesichabernachAbwechslung undGestaltungsfreiheit.Alsowurde dersichereJob kurzerhand gekündigt undsichins Foto: Lina Niermann AbenteuerStart-upgestürzt. EinStipendium vomMediengründerzentrum NRWverschaffte ihnennicht nurein Betriebsmittelzuschuss von 10 000 Euro,sondern durch begleitendeSeminare bekamensie auch ganz viel unternehmerischesKnow-howund Kontakte. „Das hatuns enormnachvorne gebracht“, meintKatharina. UndSonja ergänzt:„Und beruhigt.Eshat geholfenzuwissen, im Zweifelist da jemand,den ich fragen kann“.WelcheTipps können sieanderen Gründerinnen mitauf denWeg geben? „Man musssichbewegenund offensein, dann ergibt sich vieles unterwegs“,sagtSonja.Wichtig sei auch,sicheinfachmal etwaszutrauen. Fürihr Spielträumten diezweizum Beispiel vonSky Dumontals Erzählerstimme. Womitsie allerdingsnicht gerechnethattenwar,dassder Schauspieler tatsächlich zusagte. Eule undLerche Noch operierendie zwei vonzuHauseaus:Jederinseinereigenen WohnunginWitten. „Auf dieseWeise können wir dieKostenniedrighalten“, sagt Katharina. Außerdem kommtdas Arbeiten im Home-Officeihrem sehr unterschiedlichen Tagesrhythmus entgegegen.„Sonjaist die Eule undarbeitetvielabendsund nachts,ich bineherdie Lerche underledigegerne morgens früh schon Dinge.“ Seit Januarist dieAschenputtel-App zusätzlich für dieNintendo-Switch erhältlich.Weilder VerkaufindiesemSegment gutläuft, soll auch ihr zweitesSpiel,einemoderneFassung destapferenSchneiderleins, für dieKonsole erscheinen.Dafür suchen siederzeit noch einenPublisher. Lina Niermann golden-orb.de

SZENE G E L S E N K I R C H E N KatharinaFlisikowski Ein Raum für Ideen VorzehnJahren hatteein Freundeskreis einen Plan im Kopf.Ein Ortsollte her,der Raum fürKunst, Kultur undPolitik oder einfachfür eingemeinsames Bier bietet. So entstand dasFreiraumprojekt Subversiv, das im Oktober 2018 in eine neueLocation in Ückendorf gezogen ist. DerNameSubversiv („umstürzlerisch“, „rebellisch“) macht klar,dassdie bestehendenausgrenzendenStrukturenunserer Gesellschaft dortkeinenPlatz haben.„Wirmöchten vorallem eine Location sein,die ganz offen Sexismus oder Rassismus keinen Raum lässt“,erzählt KatharinaFlisikowski, Mitgründerin desgemeinnützigen VereinsinGelsenkirchen. DerGrundsatz ist, dass sich jederfreivon Normen und Werten entfaltenkann undsomit für eine Kultur sorgt, in derjeder willkommenist.AnjedemerstenMittwoch im Monatorganisiertdas Team ein offenes Plenum.Wer Lust hat, kreativodereinfach nurTeildes Teamszusein, kann einfach vorbeikommen.„Uns istganzwichtig,dasses keinePersongibt, diesagt,Ichbin hier der Chef!‘,sondern dass es einProjekt ist, dasvon einerGruppegetragenwirdund beidem alle mitmachenkönnen“, sagt Flisikowski. Viele Konzerte, Lesungen oder Partys bilden einbuntes Programm,das vonFreiwilligengestemmt wird. DenThemenwerdendabei keineGrenzen gesetztund dasmacht dieIdee dessoziokulturellenOrtes aus. Flisikowskibetont: „Unser Ziel ist es,einen Raum zu schaffen,der,ganzplakativ genannt, einRaumfür Ideenist.Das Subversiv istoffen für jedenund wirwollenesmit Leuten befüllen, diezum Beispiel eine Ausstellung oder einenWorkshop aufdie Beinestellen wollen.“ Im Jahr 2009 begann in Ückendorfdie Geschichte desVereins.Als diealteLocationzu kleinwurde,startetedie Suchenacheiner neuen Immobilie, dieman prompt wieder im selben Viertel fand.Und somitist dasSubversiv Teil der aktuellen Entwicklungendes Stadtteils.„Man merktrichtig,dassdieserGebäude-Leerstand, derganzlange da war undauch immer noch zu spürenist,endlich genutztwird. Ganz nachdem Motto: Nutztden Leerstandund macht ihn nutzbarfür cooleProjekte. Wir sind da mittendrin undfrohdarüber,hiersoeinen besonderen Ort zu etablieren.“ TabeaMirbach Subversiv:Bochumer Str.138,Gelsenkirchen; subversiv-gelsenkirchen.org Foto: Tabea Mirbach B O C H U M Sieger desS-ClubraumBandcontest: Birds On Planes Grunge gewinnt! Mitdem Sieg beim S-Clubraum Bandcontestsichertsichdie Grunge-BandBirds On Planes einenSlotauf dercoolibri-Stage beiBochum Total. Cedric Schäfersprachmit denJungs ausMarl. WaszeichneteureMusik ausund warumbezeichnet ihrsie selbst alsKrach? Unsgehtesnicht um Perfektion,sondern um Energie, Spielfreude undInteraktionmit demPublikum.Ein vermeidlichschiefer TonanderrichtigenStellekann viel schöner klingen als eingerader. Dasmit dem‚Krach‘ istein Running-Gagder Band:Bei einemKonzert standein ältererHerr entsetztvor derBühneund warf unskopfschüttelndvor‚,nurKrach!‘ zu machen. Woher nehmtIhr die Inspiration füreureTexte? DieIdeenfür Texteund Songskönnen überall herkommen. Oftsindsie nichtsituationsbezogen. Manchmal geht es um Gegensätze, dieIroniedes Lebens,Gedanken undWortspiele. Der Zuhörerkann da selbst interpretieren. Wiesehen eure Zukunftspläneaus? Wir sindzurzeit im Mainstreet Studio in Marl und nehmen einenSongauf.Innäherer Zukunftwird unsere Musik auch aufallen bekanntenStreaming-Plattformen zu findensein. Ansonsten spielen wir so vieleKonzertewie möglich. BirdsOnPlanes: 5.7. (18.30 Uhr),riff, Bochum Foto: Lennart Kortmann 17

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