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Juni 2018 - coolibri Düsseldorf und Wuppertal

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KULTURNEWS

KULTURNEWS Kuckuck:Cuckoo Blockvon GuidoZimmermann Foto: Guido Zimmermann /Galerie Töchter &Söhne AusDuisburg: Game of Thrones-KomponistRamin Djawadi Foto: Andres Jiménez LiuXiaodongatTiananmen Square, Beijing, 1989 Foto: Liu Xiaodong Sigmar Polkehatte denSchalk im Nacken.Sobetitelte er einesseinerWerke „Höhere Wesenbefehlen: rechte obere Ecke schwarzmalen!“ undtat ebendies.Auch diegemeine Kartoffel machteersalonfähig,indem er 1969 den „Apparat,mit demeineKartoffel eine andere umkreisen kann“erschuf.Seine anarchischeVorgehensweisegaltfür alle Kunstformen.Mit seinen bewusst unsachgemäß entstandenenFotografien beschäftigtsichvom 27.5.-2.9. die Werkschau „SigmarPolke. 70 -80Fotografien“ im Leverkusener Museum Morsbroich. In den1970ern begleitetenihn Fotoapparate nichtnur in seinen HeimatstädtenDüsseldorf, Willichund Köln,sondern auch in Hamburg,Zürich undauf Reisen. Im Oktoberfeierndie TotenHosen denAbschluss ihrer„Launeder Natour“ in derEspritArena.Ausverkauft istder letzte Termin selbstredend.Wer zur Bandgeschichte derDüsseldorfer noch einmal harten Fakten –sprich: Zahlen! –nachlesen möchte, istmit demimMai erschienenen Büchlein „100 x Die TotenHosen in Zahlen“ vonPeter Woeckel gutbedient.IndieserinoffiziellenSammlung,erschienenbei Moritz RöderBooks,erfährt deraufmerksameLeser beispielsweise,dassdie Band 50 000 Mark Vorschussauf dasVideo von„Eisgekühlter Bommerlunder“ erhieltodernur knappzehnTage am Debüt-Album „Opel-Gang“ arbeitete.Sointeressant istdas Ganze, dass es noch nichteinmal eine Rollespielt, dass dasBüchleinaus einemVerlagaus Bayern kommt. Wervielund oftSerienguckt,kennt es:Die Titelmelodiesteht meistnur noch im Weg, wenn dieSpannungvon FolgezuFolge steigt. EinGegenbeispielgibt es jedoch:RaminDjawadi undseinTheme zur Verfilmungvon George R. R. Martins„DieGeschichtevon Eisund Feuer“. DerDuisburgerist im Juni zusammenmit großem Orchesterinder KölnerLanxessArena zu Gast undbringtdie Game of ThronesLiveConcert Experience aufdie Bühne.Am8.Juni steigtinder Kölner LanxessArena nichtnur Rauch auf, auch visuelle Bühneneffekte unterstreichen dieReise nachWesteros. Vonder Musik ganz zu schweigen. Ohrwurm:an! 42 AllerleiWaschlappenund Kuckucksuhrensindnochbis zum15. Juni in der GalerieTöchter &Söhne zu sehen. Verantwortlich für dieentfremdetenund zu Kunstverarbeiteten Gebrauchsgegenstände zeichnen Holger Kurt Jäger undGuidoZimmermann.Jäger,der Düsseldorfineinem Interviewmal als die„optimale Stadt“ bezeichnet hat, portraitierte bereitsDonaldTrump aufeinemWaschlappen. In deraktuellen Ausstellungziert unteranderem Gaddafi einzartgrünes Reinigungsutensil. GuidoZimmermann knöpft sich derweilregelmäßig „Cuckoo Blocks“ vor. MitkitschigemDekoraus demSchwarzwald habenseine Kuckucksuhrenallerdingsnichtsmehrgemein. Vielmehrzeichnensie Bilder vonherausragender Architektur–oder sozialen Wohnungsbauten. Einfachmal innehaltenund demVogelgesang lauschen können Freiluftfreunde am 15.Juni.Dann führt Biologin Sabine Aschemeier beieinem Abendrundgangdurch dasNeandertal.Start-und Endpunkt istdas NeanderthalMuseum, losgehtesum18Uhr.ImFokus stehen nichtnur dieSingvögel, ihre Stimmenund Lebensweisen.Das eiszeitlicheWildgehegebirgt auch Spurenvon Wisents,Auerochsenund Wildpferden.Ferngläserund festes Schuhwerkwerdenempfohlen. Vom9.Juni biszum 19.Augustmachendie Kunsthalleund dasNRW-Forum DüsseldorfgemeinsameSache.„Liu Xiadong. Langsame Heimkehr“ istdie Werkschau überschrieben,die demchinesischen Künstler,der einst friedlichauf demPlatzdes himmlischenFriedensdemonstrierte,die ersteRetrospektiveweltweit widmet.Zusehen sein werden Arbeiten aus denJahren 1983 bis2018, rund 60 Gemälde,Bildskizzen,Fotografien,übermalte Fotografien, eine digitale Malmaschine, Tagebuchnotizenund derschwarz-weiße Avantgardefilm„TheDays“von Regisseur Wang Xiaoshuai. DerKünstler, der bereitsdie ganzeWeltbereiste, geht mitbeeindruckenderOffenheit vor. Seine Motive erlebt er zuvor persönlich,nimmt siehaptischwahr undmalterst dann losoderhältsie fotografisch fest.Die Szenerienreichen vomalltäglichen Leben über Flüchtlingsboote bishin zu Landschaften.Einespannende Reisedurch dieBedingungendes Menschseins. Nadine Beneke

MUSIK coolibripräsentiert LimpBizkit Foto: Universal Music D O R T M U N D Das Monster lebt In den 90ernbrachtensie den Nu-Metal-Crossoverindie Mitte der Gesellschaft: WiekaumeinezweiteMainstream-BandhabenLimpBizkitimmer all das infrage gestellt, wofürRockmusik idealerweise stehensollte–undesdurch ihreeigene Vision ersetzt:ein diffuses Wir-gegen-alle-Gefühl,das aufGroove, frechenSprüchen undAggressivität beruht. MitvielenBesetzungswechseln undauch ein paar künstlerischen Fehltrittenhaben Limp Bizkitesüberdie Jahre doch geschafft, sich zwischenstumpfer Angebereiund auch einpaar sensiblenMomenteninder Popkulturzuetablieren. In dieser Hinsicht istihreArt vonStandhaftigkeitund Ambivalenzauch irgendwo sehr respektabel.Ihre künstlerischeVisionsolltenicht starr sein,wie Fred Durstbestätigt: „Als ichin den80ern angefangen habeMusik zu machen, hatteich nichtvielGeld zur Verfügung.Ich habe dann angefangen meineeigeneMusik miteinemKassettenrekorder aufzunehmen. Mixtapeswaren damals einsehrwichtiger Teil unsererSzene.“ Zu Beginn seiner Musiker-Karriere wurdeder Limp Bizkit-SängernachseinerLieblingsmusik gefragt. Antwort:Blondie, Kiss, Tool, Chet Baker, Wu Tang Clan,Smashing Pumkins, TheCure undSuicidalTendencies. Füreinen klassischenRockfan mutetdas wieein großes Durcheinanderan, doch in den90ern warenviele Bands offen für ungewöhnliche Einflüsse. SeineMusik unddas Bild vonLimpBizkitsieht er im ständigenWandel: „Ich sehe mich als eine ArtDr. Frankenstein, derein Monsterzum Leben erweckthat undesständig verbessern möchte, damitesirgendwann eineigenes Lebenführt.“ Im letztenVierteljahrhundert verkauftedie 1994 gegründete Band rund 40 Millionen Tonträger.Vor sieben Jahren erschien mit„Gold Cobra“ihr letztesStudioalbum,seitdem gabesimmerwiederGerüchteumein neuesWerkmit demArbeitstitel„Stampede Of TheDisco Elephants“. Aufihrer gerade abgelaufenen Japan- Tour zolltenLimpBizkitihren musikalischen HeldenRespekt undcovertenNirvanaoder Guns N’Roses. „Eigentlich stehtkeingroßer Masterplan dahinter, waswir livespielen,esist im Gegenteilsogar ziemlich chaotischbei uns. Manchmal stehtdie SetlisterstMinuten vor demAuftritt fest.Ich finde immer ganz wichtig, sich aufden jeweiligenVibeeinzustellen, denn du hast ja beijeder Show einanderes Publikum –und darauf möchteich individuell reagieren.“ Auch an andererStellehat Fred DurstBetätigungsfelder.Als er voreinigenJahrenmassiv voneinem Stalker belästigtwurde,hat er daraus einDrehbuch verfasst.Unter demNamen „Moose“wirddieserStoff gerade mitJohnTravolta verfilmt.„Es stehtnochnicht fest,wann der Film in dieKinos kommt“, so Durst. „Wer ichallerdings mitmeinenganzpersönlichenFacetteninWirklichkeitbin,das geht dieÖffentlichkeit nichts an.Ich bindaheute viel reservierter, als noch in früheren Jahren.“ PeterHesse LimpBizkit: 20.6., Westfalenhalle,Dortmund coolibri verlost3x2 Ticketsauf coolibri.de 43

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