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Juni 2017 - coolibri Hamm, Unna, Hagen

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HAMM, UNNA, HAGEN Let's

HAMM, UNNA, HAGEN Let's talk about selfdefense SEMINAR SELBST- VERTEIDIGUNG FÜR FRAUEN MIT SICHERHEITSPROFI HEIKO PAPE Es gibt Situationen in denen du dich einfach unsicher fühlst. Ein unangenehmes Gefühl, das speziell Frauen gut kennen. H A M M Fotokunstlässt verfallene Fassaden erblühen. DasVierteldrohtezuverkommen,bis mit derKultur der Wandel Einzug hielt. Foto: Dominique Schroller Wie kann ich unangenehme Situationen vermeiden, der Gefahr aus dem Weg gehen oder mich erfolgreich selbst schützen? Das Seminar „Let's talk about selfdefense” mit dem Sicherheitsprofi Heiko Pape wird dir dabei helfen, auf solche Situationen und andere vorbereitet zu sein und dich sicherer zu fühlen. Und wie du dich im Falle eines Angriffs selbst schützen kannst. www.lets-talk-about-selfdefense.de Viertelwandel Siesindsoetwas wiedas gallischeDorfmittenin Hamm.Statt sich demUntergang zu beugen,begehrte eine Handvoll Bürgerauf undschuf sich sein eigenes Quartier.„Wirsinddas Luther-Viertel.Ineiner Stadt, in deressonst nurHimmelsrichtungengibt“,betontWernerReumkeselbstbewusst.SeinehemaligerFeinkostladen istdie Keimzelle derBewegung, dieihremKiez einneuesGesicht gegebenhat.Skulpturenschmücken Bürgersteigeund Balkone, großformatigeGemälde zierendie Fassaden,LiteraturzitateklebenanLaternenmastenund selbst dieGullideckel sind kleine Kunstwerke. „Hierist alles anders undvielesZufall“, sagt der Initiator derkleinen Kulturenklaveamöstlichen Ruhrgebietsrand. Er hatteeines Tagesaus seinem Ladenfenster geschaut undfestgestellt, dass es um ihnherum ziemlich einsam geworden war. Viele Schaufenster hatteder Staub erblindenlassen, die Kollegenwarennacheinanderverschwunden. „Wir hatten60Prozent Leerstand, in denWohnungen lebten Drogensüchtige undihre Dealer,die Vermüllungnahm zu“, erinnertsichder einstige Einzelhändler.Ermusste sich entscheiden zu gehenoderzubleiben.DochAufgebenkam fürden rührigenGeschäftsmann nichtinFrage.Erwolltekämpfen undtrommelte Gleichgesinnte zusammen.Achtgriffen mitihm zu denWaffen Kunst undKultur, derRestblieb skeptisch. „Dochich war überzeugt, dass es funktionieren kann,dennich hatte einVorbild:Valloria.“ Das italienischeBergdorfwar von800 aufachtEinwohnergeschrumpft,als einerdie Idee hatte, mitFarben daseigeneAussterbenabzuwenden. Seitherkommen jedenSommermehrund wenigerbekannte Künstlerin denOrt,umauf Haus-und StalltürenkleineMeisterwerke zu schaffen.Ihnen folgen dieTouristen, vondenen sich einige bereitsdortniedergelassenhaben.„Je bekannterdas Dorf wurde,umsomehrLeute kauften dort Häuser“, berichtetWernerReumke. Einenähnlichen Effekterhoffteersichauch vorder eigenen Haustür.Es dauerteein halbes Jahr,dann war dieKircheilluminiert, einFördervereingegründetund einStadtbezirksfest organisiert.Lafêtehat inzwischen jedesJahr im August einenfestenPlatzimVeranstaltungskalender undlockt eine wachsendeZahl vonBesuchern an.„Da feiernwir unsselbstund sind abends komplett erledigt“,erzähltWernerReumke. Er hatinseinemLaden mittlerweile dasKreativ-CaféLa Maison eingerichtet,das sich zu Konzertenindie kleinste Oper Deutschlands verwandelt. Während es sich dasPublikum aufden samtbezogenenKinosesseln bequem macht,erinnernBilderauf Wändenund 18

HAMM, UNNA, HAGEN Tischplattenangroße Inszenierungen wieLaTraviataoderCarmen unddie japanischeSängerin Takako Oishiintoniert dieentsprechendenArien.PolitischesKabarett, kulinarischeAbendeund Lesungen ergänzendas Programm zwischen Kaffeemaschineund Klavier. MitgroßerÜberzeugungskraftsorgt Werner Reumkedafür,dassviele,die als Gästekommen, als Vereinsmitglieder wieder gehen. „Eigentlich hatteich nachmeinemRegiestudium nurein Kinogesucht, um meineAbschlussarbeitzuzeigen undbin nichtsahnendinden Ladengegangen“,berichtet Robert Biermann.Erhat nichtnur umgehend dieBeitrittserklärung unterschrieben,sondern zugleich dieIdeefür einFilmmuseumgeliefertund eine Trilogie abgedreht,die im Luther-Viertel spielt. „Wir haben an denWochenenden mitProfischauspielern gedreht undich habevielUnterstützungund Engagement aus demQuartier erfahren.“Aus demProjekt haben sich wiederum einFilmstammtisch und einKurzfilm-Festivalentwickelt. „Wir sind aber noch am Anfang.“ Konzert in luftiger Höhe Etabliertsinddie Musiker Michaela Leismann undThomas Mantheimit ihrer Band Skypilot.SeitihremerstenAuftritt beiLafêtebegleiten siesämtliche Veranstaltungenund schrecken auch vorHöhenflügen nichtzurück. „Wir wolltenwie dieBeatles unbedingt malauf einemDachspielen.Werner Reumkehat unseines besorgtund wir haben mitgroßemAufwand unsere Ausrüstung in zwölf Metern Höheaufgebaut“, erzähltThomas Manthei. Robert Biermann undseinTeamfilmten daseinstündige Konzert, dasfür Michaela Leismann unvergesslichbleibt. „Mir war schwindelig, doch es war ein Erlebnis,von demich noch meinen Enkelnerzählen werde.“Mit ganz viel Kunstblut undihrerTheatergruppe Lampacka hatMelanieKalb demViertel aufihre ArteineSzene gemacht.Die Malerin hataberauch mitPinselund Farbeihre Spurenhinterlassen. Das AtelierimHinterhof teiltsie sich mitihrerKollegin AnnaHübsch. „Dortmachenwir eigeneAusstellungen, zu denen wir auch externeKünstlereinladen.“ Eliza Pohlmeier hatmit ihrer Werbeagenturdie Kampagne Kunstpulsiert gestartet, um noch mehr Menschen anzulocken undBenedikt Egen bezeichnet sich selbst als dasAugeder Bewegung. „Daich gernefotografiere, halteich dieständigenVeränderungen fest.“ Beeindrucktist Hans Drexhagevon demgallischenDorfmitteninHamm.Eigentlich wollte er nureinen derCharlieChaplin-Filmesehen,von derenAufführung er in derZeitung gelesenhatte. „Kaumhatte ichdas La Maison betreten,war ichMitglied.Meine eigenen Talentesindüberschaubar,dochich binbegeistert,was hier entstanden ist.“Hinterhof-Museen, einHindu-Tempelineinem ehemaligenKino, großformatigeFotokunst aufverblichenen Fassaden undeineFreiluft-Bühne aufdem Kirchplatzhaben dasStraßenbild nachhaltigverwandelt. Leer stehende Schaufenster undverwaiste WohnungensindProblemevon gestern. „Wir haben hier einTaxiunternehmen,eine Möbelwerkstatt,eineInnenausstatterin,zweiBuchantiquariate, drei Cafés undmehrere Restaurantsangesiedelt“, zähltWernerReumkeauf.Mit seinemLateinist derWahl-Gallier noch langenicht am Ende. Dominique Schroller Juni 2017 STADTMAGAZIN für Dortmund Tipps Umfrage CDU folgt auf SPD Blickpunkt Organspende Festivals in der Region URLAUB special Veranstaltungstermine im Ausgabe Juli 2017 bis zum 19.06. • 12.00 Uhr terminator@coolibri.de Fax 02 34 /93737-97 DerFeinkostladenvon Werner Reumke istdie Keimzelle derneuenLuther-Bewegung. Foto: Dominique Schroller 19

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