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Juli/August 2019 - coolibri Düsseldorf, Wuppertal

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THEMA Buchtipps für den

THEMA Buchtipps für den Sommer Ob auf derPicknickdeckeim Park,amsalzigenNordseestrand oder in derHängematte im Garten–manche Orte sindeinfach wiedafürgemacht, heißeTageund laue Abende zu vertrödeln.Die idealen Begleiter:Bücher! Foto: Bethany Laird, Unsplash Knabbel,Babbel undCannabis Im Krimi-Genresindder MönchengladbacherAutor Thomas Hoepsund der NiederländerJac.ToeszuHause.Nun hatdas Autorenduo mit„DieCannabis-Connection“seinenerstenThriller vorgelegt. DerkreistumDr. Marcel Kamrath, dersichauf demSprungzum Ministerpostenbefindet. Plötzlich tauchtseinlängsttotgeglaubterJugendfreundaus demNichtsauf.Einst warKamrathnämlichmittenimAmsterdamer Hausbesetzermilieu unterwegs undTeildes Duos Knabbel undBabbel. Während derAufstrebende sich für dieLegalisierung vonCannabis starkmacht, nehmen dieVerflechtungenzu, es geht umseiskalte „Wietbusiness“ undFlashbacks versetzenProtagonistenund LeserindieAchtziger.Möchteman nicht mehr weglegen–mitreißend undspannend! SoN; Hoeps& Toes:Die Cannabis-Connection. Unionsverlag, Zürich, ab dem15.7. erhältlich,384 Seiten,19€. Kultiger Regionalkrimi Don’tjudge abookbyits cover: In MichaelWagners zweitemSauerland- Krimi geht es nämlich mitnichtenumeinen Schweinemord aufdem Bauernhof,sondern um einenmysteriösen Vorfall nach einemKlassentreffen in einerLüdenscheider Kneipe.Gleichmehrere vonTheos Schulkameradensindnachdem Abendtödlich verunglückt,das kann kein Zufall sein! DerFrührentnerstellt, gemeinsammit derpensionierten Rektorin Lieselotte Larisch und Studentin SabineNachforschungen an.Dabei schreckt dasskurrile Ermittlertrioauch nichtvor trockenem Napfkuchen,lauwarmem Filterkaffee oder wildenVerfolgungsjagden aufBonanza-Rädern zurück.EineZeitreiseinden Sommer 1974 zwischen Herrengedecken, Krone-Zigaretten undFußball WM –einfachkultig! LN MichaelWagner: Im Grab istnochein Eckchenfrei. Bastei Lübbe,Köln2019, 304Seiten, 10 €. Cover: Unionsverlag Cover: Bastei Lübbe Cover: Marina Jenkner / Größenwahn Verlag 8 Damals und heute Als ProtagonistinBetty zum ersten Maldie syrischen Freunde zum Esseneinlädt,duftetesnachWaffeln.Genau dieseHeimeligkeitversprüht derRoman derWuppertaler AutorinMarinaJenkner.Spielerisch schlägt sieden Bogenvon 2015 bisindie Vergangenheitihrer beiden Großmütter. Gleichzeitig zeigtdie Geschichte vonBetty,ihrerFamilieund denIbrahims, wie sensibel undschwierig diekleinstenThemenseinkönnen –von der Kleiderfarbebis hin zur Haarlänge. Herauskommt eine länderübergreifende,detailreiche,fesselnde Familiensaga. SoN; Marina Jenkner: DieUnwillkommenen.Größenwahn Verlag,Frankfurt am Main 2019,258 Seiten,19,90 €. Rock it! DerRock ’n’Rollist Anfang der50er in den USAentstanden? AlletQuatsch! Oppa Walluschaus Duisburg-Bissingheim war es,der denStein seinerseits insRollenbrachte. Aufherrlich schrägeWeise schreibt Autorund MusikerFrank „Zepp“Oberpichler einStückZeitgeschichteumund bringt mitdem Oppa einenSchlag vonMenschins Spiel, wieihn nur derPotthervorbringen kann.SeinenRoman hatOberpichler nunin gekürzter Fassungals Hörbuch eingesprochen. ZumTextgesellen sich hier zehn passende Songs. LN Zepp Oberpichler: ChuckBerry over Bissingheim. HenselowskyBoschmann,Bottrop 2019,143 Minuten, 9,90 €. Cover: Henselowsky Boschmann Debütmit Sogwirkung In Karosh Tahas„Beschreibung einerKrabbenwanderung“versuchtdie 22-jährige Sanaa derEngeihrer kurdischen Familiezuentkommen.Sie studiert,hat einenFreundund einenLiebhaber fürzwischendurch.Doch erfahren darf dasinder Hochhaussiedlungamdeutschen Stadtrandniemand.Vater Nasser hältdie Familiemit ständigwechselndenJobsüber Wasser,seine Arme sind davonweißund brüchiggeworden wieKnoblauchhaut.Die Mutter Asijaverbringt dieTageapathisch im Bett undsteht nachtsweinend aufdem Balkon. Sanaa fühltsicheinerseitsverpflichtet, sich um diedepressiveMutterzukümmern undhat andererseits Angst davor, so zu endenwie dieHochhausfrauen, derenFreiheitnur biszum nächstenSupermarkt reicht.Inder Geschichte verwebtKaroshTaha Kindheitserinnerungen, Gegenwartund TräumeSanaasmiteinander.Vergleichbarmit Marcel ProustsMadeleine-Episodeführenauch beiSanaa bestimmteGegenstände undBegebenheitendazu,dasssie in Erinnerungenabdriftet.Ein nassesKopfkissen lässt sie zumBeispielandie weichenBrüste undnassen Zöpfeihrer Großmutter im Irak denken.Durch diesichwiederholendenSatzstrukturen taucht manals Leserkopfüber in dieseassoziativenErinnerungs-Episoden einund landet nachein paar Seiten unvermitteltwiederinder Gegenwart derFiguren. EinDebüt mitSogwirkung! Karosh Taha:Beschreibungeiner Krabbenwanderung.DuMont, Köln 2019,254 Seiten,11€. er: DuMont

THEMA R E G I O N Mehr Zugang zu Lesestoff Foto: Jessica Ruscello, unsplash Sonntags in die Bücherei ÖffentlicheBibliothekensollenbaldauch sonntags geöffnet sein.Das wollen CDUund FDPin NRWund planen eine Gesetzesänderung. Im GegensatzzuMuseen, Theatern undanderen KultureinrichtungenmüssenStadtbliotheken an Sonn-und Feiertagen schließen.Das sei nichtmehrzeitgemäß, findendie Politiker.Bibliothekensindinden vergangenenJahrenzum Ortder sozialen Begegnung geworden.Inihnen findenLesungen, Workshopsund vieleandere Aktionenstatt.Ein Mankoaberbleibt: DieÖffnungszeiten, diegeradefür Arbeitnehmer in Vollzeitwenig attraktiv sind.Berufstätigen Eltern bleibt in derWoche kaum Zeit,gemeinsam mitihren Kindern eine Bibliothek zu besuchen. „Geradeandem Tag, wo diegesamteFamiliedie Räumlichkeiten nutzen kann,haben dieBibliotheken bislanggeschlossen“, erklärtLorenz Deutsch, kulturpolitischerSprecherder FDP- Landtagsfraktion, in einerMitteilung denHintergrunddes Gesetzesentwurfs.Bishergibtesin einigenStädten das„open library“-Modell, das sonntags dieBüchereimit Sicherheitsleuten, aber ohne bibliothekarisches Fachpersonal öffnet. HoheResonanz Auch derDeutscheBibliotheksverband(DBV) macht sich seit Langem füreineSonntagsöffnung derBibliothekenstark. BarbaraLison, Bundesvorsitzendedes DBVund Leiterin der StadtbibliothekinBremen, hattedort2012/13 einenModellversuch gestartetund an sechs Sonntagenöffnenkönnen.Die Resonanz war hoch,sagtLison. „Viele Familien sind gekommen, wir hatten teils nichtgenug Platzfür die Kinderwagen.“ Lisonbegrüßt denNRW-Vorstoß. Sonntags zu öffnen,lohne sich,auch wenn die Personalkostenandem Taghöher seien. Damit dieÖffnungszeiteninder Wochedarunternicht litten,könnteman analysieren, in welchen Randzeiten manweniger Mitarbeiterbrauche. Etwasneidisch schaut sienachSkandinavien undindie Niederlande. Vorbild Skandinavien WährendinDeutschland durchschnittlich wenigerals 20 Euro an öffentlichen Mittelnfür Bibliotheken ausgegebenwerde,seien es in Skandinavienüber50Euro. Dort habendie Büchereien nichtnur sonntagsgeöffnet,sondern es gibt dortauch vieleneue Ansätze. „Die Länder probieren mehr aus,sindinnovationsfreudiger, mehr aufdie konkreten Bedürfnisse derBürger ausgerichtet.“ EinFörderprogrammder Kulturstiftungdes Bundes,das denfür Kultur verantwortlichen Entscheidungsträgerninden KommunenBesuche in dänische undniederländische Bibliotheken anbietet, soll dasinDeutschland unterstützen.„Manmussdie Bilder in den Köpfender Entscheidungsträger ändern“, sagt Lison. In NRWbefindetsichder Gesetzesentwurfzurzeit in derBeratung, einkonkreterZeitplan liegtnochnicht vor. Ilka Bärwald 9

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