Events, Trends und Reportagen für die Rhein-Ruhr-Region
Aufrufe
vor 4 Monaten

Juli 2018 – coolibri Düsseldorf, Wuppertal

  • Text
  • Wuppertal
  • Charts
  • Duisburg
  • Kino
  • Bochum
  • Festival
  • Sucht
  • Neersen
  • Sommer
  • Jazz

THEMA V E R S C H I E D

THEMA V E R S C H I E D E N E O R T E coolibripräsentiert Gesellschafts- spiele „While Iwas Waiting“ Foto: Masashi Hirao Asphalt istein Bindemittel. Dieser Ursprungsgedankedes Asphalt Festivalskam Christof Seeger-Zurmühlenund BojanVuletic neulichnoch einmal in denSinn. Dass ihrPlan, Räumezuöffnen undDisziplinen undMenschenzuverbinden, aufgeht, zeigen nichtnur die Verkaufszahlen.ImGesprächmit Nadine Benekeerzählen die beiden Leiter des Asphalt Festivals, wasdas „Sommerfestival der Künste“indiesem Jahrbereithält. 6 „Wir haben damals angefangen,obwohlunsere Lebenals Künstler komplett waren. Aber wir fühlten unsdafür verantwortlich,Räumezuöffnen“, erzähltBojan Vuletic. Seit 2012 leitet der Komponistund Musikerzusammenmit Christof Seeger-Zurmühlen,Schauspieler, Regisseurund Leiter derBürgerbühne desSchauspielhauses, dasFestival.Das startetam12. Juli in die sechsteRunde.ZweiMonatezuvor gingbereits dieletzteKarte fürdie diesjährigeTheatertour desKollektivsPer.Versüberden Tisch. „Garten Minus Zäune“ kreistumKlimapolitik, Natur, Mensch undStadt.Dassdie Rundfahrtenund -gängeimRahmendes Festivals an versteckte Orte führenoderoffensichtlicheOrteneu beleuchten, hatsichrumgesprochen.Das inoffizielle Themader diesjährigenAsphalt-Ausgabe lautet „Crossing Borders“,soSeeger-Zurmühlen.Zusehen oder erlebensindindiesem Rahmen „Gesellschaftsspiele, diemit Bewegung zu tunhaben, emotionalund physisch.“11Tageund Nächte und50Veranstaltungen stehen aufdem Programm.Das Festivalzentrumbleibtmit demWeltkunstzimmer undden AltenFarbwerken in Flingern-Süd.Neu hinzugekommenist dasHotel FriendsamWorringerPlatz. Herzenssache UndobwohlVuletic betont:„Wir machen keine politische Kunst“, istdas Überschreiten von Grenzennatürlichauch politisch gemeint. „Eine Herzenssache“für diebeiden Leiter istdas Stück„WhileIwas Waiting“,zusehen am 13. und14. Juli in denAlten Farbwerken.„Das Alte Testamentist eine Geschichte vonVertreibung“, sagt VuleticimHinblick darauf,dassesvielen, sich selbst als ChristenbezeichnendenMenschenein Dorn im Auge ist, dass Deutschland einEinwanderungslandgeworden ist. Und um dasGehen oder Bleibenkreistauch dasStück. „Obgeflohenodergeblieben,wir sind allegleich verloren“lautetein zentralerSatzund beschreibtdie auswegloseSituationinSyrien.Der Dramatiker undAutor Mohammad Al Attarund derRegisseur Omar Abusaada betten diesein eine Geschichte um Krankheitund Latenz.Ein junger Mann wird untermysteriösen Umständenins Koma geprügeltund nimmt seineUmwelt unddie Geschehnisse nurnochohnmächtigwahr.Das Warten aufBesserung oder eben bessereZeitenist allgegenwärtig, dieMetapher eindeutig. InszenierteDiashowsund realeVideosdes ArabischenFrühlings kommen ebenso aufdie Bühne wieSoundsdes syrischen MusikproduzentenDJHello Psychaleppo. Das Stückwirdinsyrischer Sprachemit deutschenÜbertitelnaufgeführt. „Nichtnur nice-tohave“ „Wir haben schon eingroßesAnliegen. Das hat auch mitunserer Biographie als Künstler zu tun. Kunstkann eine Kraftentwickeln, dienicht

THEMA PussyRiotkommenins Weltkunstzimmer nurnice-to-have ist“,soSeeger-Zurmühlen.Genausoverhältessicham14.7. in derGlashalle desWeltkunstzimmers. EinenTag vordem Endspiel derWMinMoskausetzt dasFestival in Kooperationmit demzakk mitdem Theaterstück „RiotDays“der russischen Punk-BandPussy Riot ein„Gegenstatement“zur fußballerischen Großveranstaltung. Selbiges basiertauf denTagebüchernvon Musikerin undPerformerin Maria Alyokhina, dieihreErlebnisse während ihrerInhaftierung aufschrieb.Verurteiltwurde siezusammen mitanderenMitgliedernder zwischenzeitlich elfköpfigenGruppewegen„Rowdytums ausreligiösem Hass“. „InRusslandbedarfes großen Mutes, fürseine politische Meinungund Kunsteinzustehen“, sagt BojanVuletic. Diese Entschlossenheit,bunte Sturmhauben undeine Mischung aus Konzert, Videodokumentation, Theaterperformanceund Lesung dürftenbeeindrucken.Dennschließlich gehe es,soder Komponist, um nichts wenigerals „Demokratieoder nichtDemokratie“. Demokratisch geht es auch beim neuenKonzept „48hours to react“ zu.Bei dembekommen sechshochkarätigeKünstlergruppen, darunter HARTMANNMUELLERund die Cooperativa MauraMorales, 48 StundenZeit, sich einemThema,das aus einemUmschlaggezogen wird,zuwidmen. „Das kann einaktuelles politischesStatement sein oder einFoto“,beschreibtSeeger-Zurmühlen dieIdee.Je zwei GruppenteilensicheinenRaum, in demdie Performancesentwickeltwerden. DieStückeselbstdürfen24Minuten nichtüberschreitenund werden alle an einemAbend (17.+19.7.) aufgeführt.„Das istnatürlich auch einWagnis“, so derFestivalleiter. Alle GruppenführenihrenBeitrag nacheinanderan verschiedenenOrten auf. Foto: Denis Sinyakov Musikermit Ritterorden Neben denRundgängenund Theaterstücken spieltwie immerauch dieMusik eine großeRolle beim Festival.„Schonlängerauf demSchirm“ hatteBojan Vuleticeinen Jazzmusiker,der in Frankreichbereits mitdem Ritterordender Künsteausgezeichnet wurde. DerJazzpianist BojanZulfikarpašic, dersichschlichtBojan Z nennt, wurde in Belgradgeboren undlebtseit 30 Jahren in Paris.Seine modernen undsich stetszuunvorhersehbaren, wunderbarenMelodien steigerndenKompositionen bestechen durch eine mitreißende Rhythmikund lassen dieMusiktradition desBalkan erahnen. Oder, wieder RollingStone schrieb:„Genaudie Artvon Musik, dieman denganzenTag hören möchte.“ EinenAbend lang möglich istdas am 20.7.im Weltkunstzimmer. Nachtkonzerte, Klaviere in denU-Bahn-Stationenund dergemütliche Biergarten sorgen außerdem fürdie gemütlicheAtmosphäre,die eben in genaujeneSommerpause passt, dieVuleticund Seeger-Zurmühlen zusammen mitihrenKünstlern kreieren.„Orte desVerweilens“ nennen diebeiden diese. Und beiallen politischenStatements, Assad-Kritik undeiner Menge Powergehtesden beiden um „Sinnlichkeit, Zauber undÜberraschungen“.Dafür nehmen die beiden Künstlerweite Reisen,unzählige Arbeitsstundenund nächtlicheTelefonateinKauf. Sie forschen unermüdlich zumThema „Wie wollen wirleben?“ Wiedas Festival aussehensoll, beschreibt Seeger-Zurmühlen sehr klar:„Selbst wenn es um brisante Themen geht, trägt es sehr viel Hoffnung in sich.“ AsphaltFestival: 12.-22.7..verschiedeneOrte, Düsseldorf; asphalt-festival.de coolibri verlost2x2 Ticketsfür Barbarella‘s Bang Bang aufcoolibri.de Startengutgelauntindie neueAsphalt-Saison: BojanVuletic undChristofSeeger-Zurmühlen Foto: Nana Franck 7

coolibri Magazine 2018

coolibri Magazine 2017

edition coolibri

Ruhrgebeef No6 - Leseprobe
Backmagazin
Ruhrgebeef No5 - Leseprobe
Ruhrgebeef No4 - Leseprobe
Leseprobe: Ruhrgebeef - Vol 2
Landtagswahl NRW 2017
coolibri Campus NO 02