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Juli 2018 – coolibri Düsseldorf, Wuppertal

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KUNST B A H N H O F S V

KUNST B A H N H O F S V I E R T E L aus Raus dem Schmuddel SpaimHotel Nikko Foto: Markus Ambach Die Gegend rundumden DüsseldorferBahnhof hatnicht den bestenRuf.Damit soll nun Schluss sein. EinKunstprojekt nimmtdas Bahnhofsviertel insVisierund belebtesmit verschiedenenKunstformaten. DasZiel:die schönen Seiten zu zeigen.Und tatsächlich gibt es vielzusehen. Neben Dönerbuden bestimmen vorallem zwielichtige Bars,Wettbüros undSex-Shopsdie Szenerie. Allerdings istdie Gegend rund um den Bahnhofauch einkultureller Schmelztiegelmit durchaus charmantenSeiten. Auch wirdhierdie Heterogenität derStadt wieankeineranderen Stelle sehr deutlich.Genau an demmultikulturellen Schnittpunktsetzt dasProjekt „Von fremdenLändern in eigenenStädten“des Düsseldorfer Künstlers,Kuratorsund Ausstellungsmachers, Markus Ambach,an. 56 „Mit demKunstprojektversuchen wir denAnwohnernrundumden Bahnhof eine Stimmezu geben“, sagt er.Dabei möchten dieverschiedenenkünstlerischen Formatedie besonderen Arbeits- undLebensbedingungenimBahnhofsvierteldarstellen.„Rund um denDüsseldorfer Bahnhof gibtesviele hohe Gebäude.Auf eines davonwirdbeispielsweise einarabischesOrnament projiziert“, so derKurator.Darüber hinaus werden dieAnwohnerals Teil desProjektes selbst zu Akteuren. „Die Bahnhofsmission hat gemeinsammit ihremKlientelSkulpturenerschaffen,mit denensie aufihrespeziellenLebensumstände aufmerksam machenwollen“, erläutertAmbach. Spezielle Lebensumstände Das Projekthat derAusstellungsmachervor 15 Jahren entwickelt.Konzipiert istesals großes interdisziplinäresKunst-und Kulturprojektmit Akteurenaus BildenderKunst,Theater,Tanz, Film undMusik. 2018 zeigtesineiner groß angelegten Ausstellungimöffentlichen Raum neue Perspektiven aufdiesenheterogenen Stadtraum. „Die Künstler, dieich in diesem Jahr dafür gewinnen konnte,sindallemit Herzblut dabeiund ichhabenur guteErfahrungen gemacht“, sagt Ambach. Ausstellungenund Installationenkönnen rund um denWorringerPlatz besichtigt werden.Beispielsweise im WP8,im GasthofWorringerPlatz sowie im Antichamber im HotelFriends. Teilnehmende Künstlersind unteranderem KatharinaSieverding, Andreas Siekmann,NataschaSadrHaghighian, Christian Odzuck undPolaSieverding. ChristophLedder „Von fremdenLändern in eigenenStädten“: bis 19.8.2018, Bahnhofsviertel Düsseldorf vonfremdenlaendern.de

KUNST E S S E N / K 2 0 E S S E N Einblick in dieAusstellung „Josef Albers: Interaction“ Besondere Konstellation Vielekennenseine Werkreihe„Homage to theSquare“. Doch JosefAlbers warmehrals nurSchöpferdieserArbeiten. DieAusstellung „Josef Albers: Interaction“inder Villa Hügelbieteterstmalsseit30JahreneineumfassendeWerkschau desKünstlers und Pädagogen. Es sind keineglatten Betonböden undweißgestrichenenWände,die den Raum für dieJosef-Albers-Ausstellung in Essenbilden, sondernesist die opulente VillaHügel mitihrem knackendenParkettund durchgehenden Holztäfelungen. Abseitsdes WhiteCubewirdeiner derwichtigsten Vertreterder modernen Kunstdes 20.Jahrhundertspräsentiert: JosefAlbers, der1888 in Bottrop geborenwurde undimRuhrgebiet aufgewachsen ist. JosefAlbersist vielen durch seineWerkreihe„Homage to theSquare“bekannt, derersichjedocherstab1950 verschrieben hatimAlter von62 Jahren.Daher möchtedie Ausstellung„Albersaus demNimbus desQuadrat-Malers befreien“, wieKurator Heinz Liesbrockbetontund sein vielseitigesSchaffenaufzeigen: angefangen vonmagischen Glasarbeitenund Möbeldesigns aus seiner Zeit am Bauhaus in Weimar undDessaubis hin Werken,die nachseinerEmigrationindie USAentstandensind, wo er Lehrer am legendärenBlack Mountain College war. „Josef Albers wäre nichtder große, weltbekannte Künstlergeworden, wenn er nichtindie USAaufgebrochenwäre. Ohne dieErfahrung deramerikanischen Kultur,der amerikanischen Landschaft,wäre Albersnicht der Künstlergeworden,den wir heute kennen“, hebt Heinz Liesbrockhervor. Beispielsweiseist die„Adobe“-Serieindirekter Anlehnungandie mexikanischeKulturentstandenund wird in diesem Kontextgezeigt. Zudemwerdendie Einflüsse vonAlbersauf dieamerikanischeKunst beleuchtet.Die berühmteWerkreihe „Homagetothe Square“ kommt dennochnicht zu kurz undwirdinder großen Bildergaleriedes Hauses miteiner spektakulärenAuswahl großformatiger Arbeiten aus denUSA,Deutschland undder Schweizpräsentiert. Eine Interaktionder Farben istdabei ebenso zu beobachten wieeineWechselwirkungmit derVillaHügel:dennKunst verändert Räume. Stefanie Roenneke Josef Albers: Interaction,bis 7. Oktober 2018,Villa Hügel, Essen;josefalbers.villahuegel.de;Paralleldazuzeigt die Kunstsammlung NRW DüsseldorfimK20 biszum 9. September 2018 „AnniAlbers“. Foto: ©Kulturstiftung Ruhr, Essen 2018 Spektakuläre Räume DasEndedes Steinkohleabbaushält das Ruhrgebiet 2018 in Atem.17Museen derRegion haben darauf mitüberraschenden künstlerischen Positionen in derGemeinschaftsschau „Kunst &Kohle“reagiert. Ergänzt wird siedurch eine große, spektakuläre und unbedingt sehenswerte geschichtlicheAusstellung:„DasZeitalter derKohle“inder Mischanlage der Essener ZecheZollverein. Schondie Einfahrt miteiner Standseilbahn über eine ehemalige Kohlebandbrücke führt eindrucksvollins Themaein.Wie bis1993die Kohle durchläuft derBesucher dieMischanlagevon oben nach untenund entdeckt grandios gestaltete Erfahrungsräumezur politischen, technischen undwissenschaftlichen Dimension vonrund250 JahrenBergbau.Ganz oben glänzt ihm zwischen Farnen,die wohl dieFlora derKarbonzeit symbolisierensollen, einbesonders schwerer Brockendes schwarzenGoldes entgegen: Das größteStückSteinkohle,das je im Ruhrgebietgefördert wurde inder Bottroper ZecheProsper Haniel,die im Dezember dieses Jahres schließt. Aufder darunterliegenden Verteilerebene wird dieAufmerksamkeitder Besucher aufdie vier Elemente Erde,Luft,Feuerund Wasser gelenkt,die jeweils eineeigene Geschichte über die gewaltigen technischen Errungenschaften desBergbau erzählen: DieErde, in derenTiefesichdie Bergleute vorarbeiteten. DieLuft, dieman dafür hinunter bringenmusste. Das durch Grubengas genährte Feuer, daseszubändigengalt. Das (Grund-)Wasser, dasman zurück halten musstewasheute immernocheineder so genanntenEwigkeitsaufgaben desNachbergbausist. Zusammenarbeitmit DeutschemBergbau-Museum Bochum In denriesigenRäumen dertieferen Ebenen hatdas Stuttgarter Büro Space4die Entfesselungder gespeichertenSonnenenergie derKohle inszeniert, dienicht nurdas Industrie-,sondern auch dasWissenschaftszeitalterauf denWeg brachte, in dassichdas Ruhrgebiet heutebewegt.Kohlechemie machtedie Nachahmungder NaturinChemie undPharmazie möglich,der Stoffwar Garant für bessereInfrastruktur,Fortschritt,Arbeit undWohlstand,forderteaberauch Arbeitskämpfeherausund brachte natürlichgewaltige negative Folgen für dieUmwelt. All dasthematisiert diesetolle Ausstellung, fürdie sich dasRuhrmuseum Essenmit demDeutschen Bergbau-Museum Bochum zusammengetan hatunddas wertvollste Exponat,der Gründungsvertrag derEuropäischenGemeinschaftfür Kohleund Stahl,macht zum Schluss noch deutlich,was dieKohle ebenfalls gebracht hat: FriedeninEuropadurch wirtschaftlicheZusammenarbeit. MaxFlorian Kühlem DasZeitalter derKohle:bis 11.11. Mischanlage ZecheZollverein, Essen; zeitalterderkohle.de 57 Foto: Rainer Rothenberg/ Ruhr Museum

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