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Juli 2017 - coolibri Dortmund

DORTMUND D O R T M U N D

DORTMUND D O R T M U N D Hopsen verboten Es hatsichausgehüpftinDortmundsKleingärten. Seitdem Frühjahr ist dasAufstellengroßerTrampolineverboten. Zudem haben dieVereinsvorstände ihrePächterangewiesen, diebestehenden Trampoline abzubauen. In der Presseschlug dasThemahohe Wellen. In wütenden Leserbriefen wurde dem Stadtverband Regelungswutund Kinderfeindlichkeit vorgeworfen. Zu Recht? FotoS: Laura Niermann „Ich habedie Kommentare in derZeitung auch gelesen“,sagtUwe Kaupenjohann lächelnd. Der Vorsitzendedes Gartenvereins Bolmkee.V. fühlt sich unddie Kleingartenvereine zu Unrechtangegriffen.„Ichwidersprechedem Vorwurfganzklar. Wirsindder Meinung, dass wir genügendSpielmöglichkeitenfür Kinder bereitstellen.“Geradehat derVereinseinenSpielplatz rundum erneuern lassen: EinSpielturm aus recyceltem Kunststoff,ein Drehkarussell,eine Schaukel undeinegroße Wippewurdenaufgestellt. Außerdem verfügt derSpielplatzübereine Tischtennisplatte,eineTorwandund einenBasketballkorb. „Wir sind jetztauch nichtder Verein, derdas Ballspielen verbietet“, ergänzt der 51-Jährige.„Wirversuchen einfacheineguteMischung zwischen kleingärtnerischer Nutzung undFreizeitangeboten zu erreichen. Undich denke, wir kriegendas auch ganz gut hin.“ Der Kleingartenist mit154 Parzellender größte im BezirkSüdwest.Gut einDrittel derPächter sind Familien mitKindern.„Unsist bewusst, dass sich dasKleingartenwesen wandelt, es istnicht UweKaupenjohann vordem neuen Spielplatz 20 mehr wievor 40 Jahren, wo mannochvielangebaut hatund nureinekleineWiese für zwei Stühle freiließ“, sagt derdreifache Familienvater. Er selbst istindem Schrebergartendirekt am Westfalenstadion groß geworden,genauso wieseine mittlerweile erwachsenenTöchter. Wichtigsei ihm einverständnisvolles Miteinander, gerade zwischen denGenerationen. Sicherheit und Störung des Gartenbilds „Niemand in denVereinenhat etwasdagegen, wenn kleine Trampolinemit maximal einemMeterDurchmesser aufgestelltwerden“,erklärt derneugewählteStadtverbandsvorsitzende Heinrich Jordan.„Wirbetrachtendiese Trampoline noch als Spielgeräte, dieschnell undunkompliziert durchWegräumen zu sichernsind.“Das seibei dengroßenTrampolinen anders.Diese hättenschon eher denCharakter einesSportgerätes.Deshalb plädiert derVorsitzende dafür, derenNutzungauf dieentsprechende Umgebung wieTurnhallenoderFreizeitparks zu beschränken.„DieGefahr liegtnicht in derAufstellungder Trampoline, sonderninder Überwachungdessen, wasauf undmit diesen Trampolinen geschieht. JederTrampolinaufsteller hat im Rahmen seiner Verkehrssicherungspflicht dafür Sorgezutragen, dass niemandzuSchadenkommt.“ Dafür seieineständige Aufsicht nötig,die durchdie Pächter nichtgeleistet werdenkönne. „UnsereGartenanlagen sind Tagund Nachtfreizugänglich unddie kleinenZäune oder Hecken an denEinzelgärtenstellen keine wirklicheBarrieregegenunbefugtesBetreten dar.“Neben Sicherheitsbedenken äußert Heinrich Jordan auch ästhetischeEinwände:„Diese GeräteschießenimMomentinden Gärten wie Pilzeaus demBoden undwir müssenuns von Besuchernmassive Kritikanhören, weil derAnblickder vielen TrampolineimGartenbildstört.“ Gemischte Reaktionen Seitensder Gartenfreundegibtesgemischte Reaktionen. „Ich finde dasblöd,wir haben genugGesetzeund Verbote“,meint Egon Czyborra vomKVG Hobertsburg. „Wennnebenan ein Trampolin steht, istdas doch schön, denn es bedeutet,dassKinderimGartensind. Ichbin zwar auch schonälter,aberein bisschen Leben in derBudeist doch toll.“ Dermit demTrampolin verbundene Kinderlärm störe ihnnicht undzudemseien doch derSchussauf dieTorwand oder dasHundegebell in denanderen Gärten genausolaut. MarioBaltruweitvon derParzellegegenüber siehtesähnlich:„Ichhabeselbstzwar keine Kinder, aber vonmir aus darf jederinseinemeigenen Garten machen, waserwill.Wenn mein Nachbarein Trampolin aufstellen möchte, kann er dasruhig tun.“Erich Goßmann vomKGV Fredenbaum istdaganzanderer Meinung. „Trampolinegehöreneinfachnicht in einen Kleingarten“,meint derRentner,„für Kinder habenwir extraSpielplätze, diewir mitunserem Geld undunseren Gemeinschaftsstundenin Schuss halten.Kinderfeindlich sind wir aufkeinenFall.“ Er verweist aufden Schulgarten, den derVereinunterhältund pflegt.„Erstletztens warendie Kindervon derKitaBurgholzstraßeda undhaben kiloweiseErdbeeren gepflückt.“ Vielleicht liegtgeradeinsolchenProjekten einakzeptablerKompromiss. Mehr Gärten zumMitpflanzen undMitgestaltenfür Kinder,dazu attraktiveSpielplätzeund dafür nurkleineTrampoline auf der eigenen Scholle. Lina Niermann

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