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Januar 2018 - coolibri Recklinghausen, Gelsenkirchen, Herne

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KINO © 2017 Twentieth

KINO © 2017 Twentieth Century Fox Isle of Dogs | Start: 3.5. Ready Player One | Start: 5.4. Was flimmert 2018? Jaap Buttendijk, Warner Bros. Entertainment Inc., Was wollen wir sehen, wenn wir ins Kino gehen? Glaubt man den blanken Verkaufszahlen aus 2017, dann am liebsten Altbekanntes. In Deutschland regiert der dritte „Fack Ju Göhte“ die Kinocharts, weltweit sitzt die von Schauspielern nachgestellte Version von „Die Schöne und das Biest“ mit mehr als 1,2 Milliarden Dollar Einspielergebnis auf dem Kinothron. Unverwunderlich, dass für 2018 schon etliche Remakes, Fortsetzungen und Adaptionen mit bereits bekannten Namen angekündigt sind. Alte Positionen scheinen gefälliger, als der Kraftakt des Kennenlernens. Wir zeigen, was demnächst über die Leinwände flimmert. Superstärken ZehnJahre alt wird Marvels Comicfilmkosmos nächstes Jahr. In „Avengers: Infinity War“ (26.4.) treffen alle Helden aufeinander, um das größte Übel aller Welten zu bekämpfen: Den Titanen Thanos. Neben diesem Schwergewicht bringt uns Marvel auch noch „Ant Man and The Wasp“ (2.8.) und „Black Panther“ (25.2.), welcher mit beachtlichen Trailern schon für Euphorie sorgt. Andere Superhelden, die abkassieren wollen: „Aquaman“ (20.12.), „Venom“ (4.10.), „X-Men: Dark Phoenix“ (1.11.) und die „New Mutants“ (12.4.). Letztere versprechen X-Men-Teenies im Horrorsetting mit Starbesetzung. Zukunftsbilder Die ganz große Sci-Fi-Schelle beschert uns 2018 Steven Spielberg, der den Bestseller „Ready Player One“ (5.4.) über eine virtuelle Spielwelt voller 80er-Referenzen verfilmt. Großer Stoff wird auch die kunterbunte Verfilmung des Fantasyromans „A Wrinkle in Time“ (5.4.) mit zeitreisenden Teens und Oprah! Fingerlecker Wes Anderson ist einer der visionärsten Regisseure unserer Zeit und verwöhnte unsere Sinne schon mit Streifen wie „Grand Budapest Hotel“ oder „Moonrise Kingdom“. Sein neustes Werk „Isle of Dogs“ (3.5.) wird ein Stop-Motion-Film 42 über Hunde, die auf einer Müllinsel wohnen. Her damit! Ähnlich euphorisch stimmt auch der vorab schon umjubelte Neuling von „Pans Labyrinth“- und „Hellboy“-Macher Guillermo del Toro: „Shape of Water“ (15.2.). Connaisseure lecken sich auch schon die Finger nach dem dystopischen Thriller Noir „Bad Times at the El Royale“ (11.10.) von Netflix-Daredevil-Schöpfer Drew Goddard, dem Coming-of-Age-Hype „Lady Bird“ (19.4.) von Greta Gerwig und dem von Jerry Bruckheimer produzierten Kriegsdrama „12 Strong“ (8.3.) über CIA-Agenten, die auf Pferden nach Afghanistan einreiten. Preisverdächtig Während sich Jake Gyllenhaal eindringlich mit „Stronger“ (26.7.). um den Oscar bewirbt, streckt Ryan Gosling in „First Man“ (11.10.) die Finger nach der Goldstatue, in dem er unter Regie von „La La Land“-Macher Damien Chazelle in die Rolle von Astronaut Neil Armstrong schlüpft. Ebenfalls weit vorne: Margot Robbie mit „I, Tonya“ (1.3.) und Daniel Day-Lewis in seinem angeblich letzten Film „Der seidene Faden“ (1.2.). Neugemacht Statt Clooney und Pitt bringt die Neuauflage von „Oceans 11“ geballte Frauenpower: In „Oceans 8“ (21.6.) wollen Sandra Bullock, Cate Blanchett und Rihanna auf Ganoventour gehen. Andere Remakes scheinen schlechtere Ideen: „Robin Hood: Origins“ (20.9.) klingt nach einem Verbrechen, „Predator“ (2.8.) nach schierer Ideenlosigkeit und „Scarface“ (9.8.) nach Anmaßung. Wie erwärmend „Marry Poppins Returns“ (20.12.) mit Emily Blunt und „Tomb Raider“ (15.3.) mit Alicia Vikander werden, darf sich zeigen. Deutschstunde Schluss mit lustig. Michael Bully Herbig will 2018 mit „Ballon“ (27.9.) einen Thriller über DDR-Familien ins Kino bringen, die der Republik per Heißluftballon entschweben wollen. Außer dem Helgoland-Thriller „Abgeschnitten“ (11.10.) mit Moritz Bleibtreu hat das deutsche Mainstreamkino bis Dato nicht viel spannendes zu melden. Obligatorisch: „Klassentreffen 1.0“ (20.9.) von und mit Til Schweiger und 100 Dinge (6.12.) mit Matthias Schweighöfer. Gähn. Fortsetzung folgt... Viel wird fortgesetzt im Jahre 2018:„Pacific Rim 2“ (22.3.), „Jurassic World 2“ (7.6.), „Mission: Impossible 6“ (2.8.), „Die Unglaublichen 2“ (27.9.). Hinter dem Streifen „Grindelwalds Verbrechen“ (15.11.) steckt übrigens die Harry- Potter-Prequel-Fortsetzung zu „Phantastische Tierwesen“. Wer unbedingt wissen will, was Han Solo vor dem Krieg der Sterne trieb, erfährt das in „Solo: A Star Wars Story“ (24.5.). Lukas Vering

MUSIK D O R T M U N D coolibri präsentiert Donots Nimmt man die Periode von der ersten Single bis zu seinem Tod, so blieben Elvis Presley genau 23 Jahre, um in der Musikgeschichte seine Spuren zu hinterlassen. Die gleiche Zeitspanne haben die Donots aktuell auch auf dem Buckel. Einst in einer Scheune in Ibbenbüren gestartet, gehören sie inzwischen zum großen Besteck in der bundesdeutschen Rockliga. Peter Hesse hat sich mit Sänger Ingo Knollmann zu einer aktuellen Bestandsaufnahme verabredet. Foto: Dennis dirksen Es ist halt einfach Punk Campino sagte mal, dass die Ärzte 10 000 Mädchen wollten, die Toten Hosen aber immer die Jungs von der Opel Gang geblieben sind. Verkürzt auf einen Song der eigenen Band-Geschichte, wer sind dann die Donots? Nach kurzer Grübelphase antwortet Ingo:„Ich glaube der letzte Song von unserem neuen Album ,Lauter als Bomben‘ bringt es ganz gut auf den Punkt. Er nennt sich ,Heute Pläne, morgen Konfetti‘. Der zeigt ziemlich genau wie ich mich fühle und wie wir das mit der Band seit Jahren so halten. Es ist ein Rundumschlag, wie man im tagtäglichen Leben alles von jetzt auf gleich über den Haufen wirft, hinterfragt und dann neu zusammen baut. Aber auch eine ganz klare Standortbestimmung wo wir gerade stehen – nach dem Motto: Der jetzige Moment muss immer der allerbeste sein.“ Es ist erstaunlich, was Ingo für ein positiv gestimmter Glückspilz ist. Alles scheint ihm ohne Anstrengung zu gelingen. „Ich halte es für ein ganz großes Privileg, dass wir das mit der Band so machen dürfen. Bei allen Unwegsamkeiten ist es auch ein großes Glück, dass wir das so unbeschadet überstanden haben – und zwar bis heute. Ab einem gewissen Alter relativierst du auch, wie lang ein Jahr ist. Es ist ja auch so, dass wir inzwischen die größten Shows unserer Karriere spielen dürfen. Und das ist ja kein Normalfall.“ „Ich halte es für ein ganz großes Privileg, dass wir das mit der Band so machen dürfen.“ Musikalisch switchen diese fünf Granaten auf „Lauter als Bomben“ von Hot Water Music über Tom Petty zu den Hives und The Killers, klauen schon mal den Gitarrensound von The Ruts oder Wedding Present - und leihen sich auch Mal ganz frech eine Gesangsmelodie von Nirvana aus. Das klingt in der Summe aller Töne sehr frisch und vielschichtig. Sie erfinden sich mit geblümten Tapeten an den Soundwänden neu und probieren sich wie ein buntes Chamäleon weiterzuentwickeln. Ingo kommentiert dazu: „Wir sind ja jetzt nicht so Ausdruckskünstler wie meinetwegen David Bowie, wir brauchen ja keine großartigen Verkleidungen. Das war ja bei uns nie der konzeptionelle Überbau, dass ein bisschen Theatralik mitschwingt. Es ist halt einfach Punk – und im Grunde genommen funktioniert das wie ,Malen nach Zahlen‘. Das darf und kann ja irgendwie auch jeder. Aber: Einen David Bowie gibt es ja auch nur ein einziges Mal.“ Textlich erfindet Ingo Songs dazu, die wie Filme im Kopf dazu funktionieren. „Ich mag das Album ,Schweineherbst‘ von Slime sehr und alles, was Bands wie Pascow oder Turbostaat erschaffen haben. Aber ein Texter und Autor wie Sven Regener ist wirklich Lichtjahre entfernt von mir, da kann ich leider nicht mithalten“, erklärt der sympathische Münsterländer. Auch im musikalischen Bereich will die Band auf eigenen Füßen stehen, und sie möchte nicht zu satt und müde wirken. „Ich will niemals an den Punkt kommen, wo ich denke, ich bin zufrieden mit dem, was ich mache. Ich möchte immer das es jemanden gibt, zu dem ich aufschauen kann und denke: Boah, der macht es noch einen Tick besser. Das spornt mich dann an, wieder neue Texte zu schreiben oder an bessern Arrangements zu arbeiten.“ Die Typen in der Band sind eigentlich ziemlich unterschiedlich. Ingo ist ein grundsolider Westfale mit Hang zum Perfektionismus und sein Bruder Guido ein ziemlicher Chaos-Freak, der den überlebensgroßen Punkrock-Faktor in sein Leben übertragen hat. Dazu Alex, der ein BWL-Diplom in der Tasche hat und mit sehr viel Beflissenheit die Geschicke der Band managt. Ergänzt wird dieses Charakter- Ensemble von Drummer Eike, ein freundlicher Familienmensch und Teilzeithippie, sowie Jan- Dirk, der der eigentliche Betriebsrat der Band ist. Er kümmert sich viel – zum Beispiel um die Videos der Donots und das „Heavy Kranich“-Studio in Münster. Dieses gehört der Band, aber sie verleihen es auch gern an andere Musiker, um dort Aufnahmen zu machen. „Wir sind sehr basisdemokratisch aufgestellt und gehen uns nicht an die Gurgel“, gibt Ingo zu verstehen. Das ist der große Pluspunkt, den diese Band als Komplettpaket so unglaublich stark und sympathisch macht. Peter Hesse Donots: 20.3., FZW, Dortmund 43

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