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Januar 2017 - coolibri Düsseldorf

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T H E M A Lehrer Marcel

T H E M A Lehrer Marcel Riedel hat in seine Wohnung im Düsseldorfer Norden eingeladen. Auch Schülerin Shannon Lindner ist zum Interview gekommen. Und das, obwohl Ferien sind. Ein Indiz dafür, dass die Lore-Lorentz-Schule in Eller keine gewöhnliche Bildungseinrichtung ist. Was es mit dem Berufskolleg auf sich hat und welche Rolle die Kultur dort spielt, haben Riedel und Lindner Nadine Beneke verraten. „Abitur Plus“ Foto: Marcel Riedel Marcel Riedel Seinen eigenen Start ins Berufsleben beschreibt Marcel Riedel als „Blindflug“. Mit dem künftigen Job beschäftigte man sich seinerzeit erst, wenn es soweit war, mit dem Schul- oder Uniabschluss. Damals wie heute spielte auch die Musik eine große Rolle im Leben des 40- Jährigen. Im Rockpalast in Meppen legte er ebenso auf wie im Wuppertaler Butan Club. Während des Studiums beschallte er die „Designer-Partys“ der Bergischen Universität mit Faith No More und den Beastie Boys. Schließlich entschloss er sich, es seinen Eltern gleichzutun und den Lehrerberuf zu ergreifen. Das Studienfach Kommunikationsdesign tauschte er gegen Gestaltungstechnik und Deutsch ein – aus mehreren Gründen: „Die Aussicht, als Freelancer von Woche zu Woche zu leben, war nicht so mein Modell. Irgendwie hatte ich diesen Sicherheitsgedanken in mir. Der Umgang mit Menschen ist mir wichtiger als Erfolg. Oder dass man in einer tollen Firma arbeitet.“ „Wir waren ein Hirn“ Mit einem „guten Bauchgefühl“ startete Riedel deshalb 2009 an der Lore-Lorentz-Schule. Zusammen mit seinem Kollegen David Körner baute er den Bildungsgang Gestaltungstechnik auf. „Deswegen wurden wir auch gleichzeitig eingestellt“, erzählt der Lehrer. „Wir beide waren ein 14 Hirn.“ Wichtig war und ist ihm vor allen Dingen, dass an der Schule mehr passiert als das „stumpfe Abarbeiten der Leitlinien des Zentralabiturs“. Riedel nennt das: „Abitur Plus“. Die Richtlinien gehören zum Alltag. Ein „Erlebnisbereich“ für die Schüler aber ebenfalls. Viele Kooperationen Spezialisierungen sind am Berufskolleg in Eller in verschiedenen Fachbereichen, wie beispielsweise Sprache und Literatur, Gestaltungstechnik oder Wirtschaft und Verwaltung möglich, genauso wie eine schulische Ausbildung. Außerdem gibt es an der „Lore-Lorentz“ viele Möglichkeiten, sich anderweitig einzubringen. So entwerfen die Schüler der Gestaltungstechnik bereits seit 2013 Postkarten mit gesellschaftskritischen Motiven für die Verkäufer des Straßenmagazins fiftyfifty, die diese gewinnbringend verkaufen können. Der erste reale Auftrag für die jungen Designer lautete, Motive zum 10-jährigen Bestehen der Organisation „Underdog“ zu entwerfen. Termindruck und Absprache mit dem Chefredakteur der fiftyfifty inklusive. Die echte Auftragssituation ist Riedel wichtig: „Der Schulkalender sieht nun mal anders aus als der einer Agentur.“ 2017 arbeitet die Schule außerdem mit dem FFT und der Kunstausstellung DIE GROSSE zusammen, bei der Designvorschläge der Schüler gezeigt werden. Bezahlung: Kuchen Auch eine jährliche Lesung wurde nach einem Gastbeitrag von Sven-André Dreyer 2013 etabliert. Neben namhaften Autoren tragen die Schüler der Sprache und Literatur (SL) ihre eigenen Texte vor, die von den Mitschülern reichlich beklatscht werden. Inzwischen waren Patrick Salmen und Jan-Philipp Zymny zu Gast. Letzterer begeisterte die Schüler besonders, wie Shannon Lindner aus der SL erzählt: „Zymny hat uns für Kuchen einen Workshop gegeben.“ Neben ihrem Engagement bei der Schülerzeitung „Lologramm“ nimmt die 18-Jährige an der Schreibwerkstatt im zakk teil und hat, dank einer Studienfahrt in die Hansestadt, schon eine ziemlich genaue Vorstellung von ihrer Zukunft: „Ich habe Plan A, B und C. Ich habe jetzt erst einmal vor, mich auf einen Praktikumsplatz bei Bauer in Hamburg zu bewerben. Und wenn das gut läuft, würde ich gerne in zwei Jahren auf die Journalistenschule gehen.“ Und wie sieht es mit Riedel und der Lore-Lorentz-Schule aus? „Ich glaube, ich komme da nicht mehr weg. Ich bin da jetzt verwachsen.“ Lesung der SL mit Aylin Celik: 14.2. Lore-Lorentz-Schule, Düsseldorf; lore-lorentz-schule.de

S Z E N E D Ü S S E L D O R F Simone Lucas, „Träumer“, 2013, Öl auf Leinwand, 190 x 240 cm Am Puls der Kunst Generaldirektor Beat Wismer zeigte sich hocherfreut. Obwohl es doch keine Ausstellungseröffnung war, gab es großen Presserummel im Museum Kunstpalast. Der Anlass: Die Buchvorstellung der Düsseldorfer Kulturjournalistin Helga Meister. Auf 400 Seiten präsentiert sie die „Neue Düsseldorfer Kunstszene in 70 Porträts“. Foto: Simone Lucas / Stiftung Museum Kunstpalast Man muss die Kunstszene schon lange begleiten, um solch ein umfassendes Werk zustande zu bringen. Und neben der intensiven Auseinandersetzung braucht es ein vertrauenvolles Miteinander. Helga Meister bringt beides mit. Der Düsseldorfer Kulturdezernent Hans-Georg Lohe sagte auf der Pressekonferenz: „Das Ergebnis ist natürlich sehr subjektiv. Helga Meister hat Akzente gesetzt.“ Meisters Interesse gilt den künstlerischen Strategien, Ideen und Visionen der Künstler, die zwischen 1960 und 1985 geboren sind und an der Kunstakademie Düsseldorf studiert haben. Und ihr Buch zeigt, wie facettenreich sich die Kunstszene präsentiert. In erstmals veröffentlichten Interviews werden die Künstler den Lesern nähergebracht, die Porträts sind individuell und beinhalten viele biographische Details und O-Töne. „Die Szene ist in permanenter Bewegung“, schreibt Helga Meister in ihrem Vorwort. „Nicht nur dank der steigenden Zahl von Meisterschülern, die nach dem Diplom ihr Forum suchen, sondern auch durch den Zuzug aus anderen Ländern. Sie kommen aus Kuba, der Schweiz oder dem Dschungel von Brasilien, aus Bosnien und Herzegowina oder dem Kosovo und haben auch schon an anderen Hochschulen in Deutschland studiert.“ Manche der porträtierten Künstler wiederum sind in Düsseldorf ansässig, aber international bekannt wie Danica Dakic. Auch Professoren sind dabei; andere werden gerade erst stärker wahrgenommen. „Ich war auf viel Hilfe angewiesen“, so die Autorin, „denn so ein Buchdruck ist nicht nur aufwendig, sondern auch teuer.“ Letzlich kam diese Hilfe von mehreren Seiten, u. a. von der Kunststiftung NRW. Barbara Könches nahm für die Kunststiftung an der Buchvorstellung teil. Vom Ergebnis begeistert, äußerte sie den Wunsch nach einer englischen Übersetzung. Um jeden Ansatz von Gewichtung zu umgehen, werden die Künstlerinnen und Künstler in alphabetischer Reihung vorgestellt - von Jan Albers über Frauke Dannert, Elger Esser, Manuel Graf, Rosilene Ludovico, Rita McBride, Gregor Schneider bis zu Alex Wissel. JDD Helga Meister – „Neue Düsseldorfer Kunstszene in 70 Porträts“, Wienand Verlag Köln, ISBN 978-3-86832-371-9, 29,80 Euro V I N TA G E M Ö B E L U N D A C C E S S O I R E S V I N TA G E F A B R I K – N O R D S T R A S S E 4 – 4 0 4 7 7 D Ü S S E L D O R F W W W.V I N TA G E - F A B R I K . D E ÖFFNUNGSZEITEN Mo – Do nach Terminabsprache, Fr 10 – 20 h, Sa 10 – 18 h Werner Zenz | Fischelner Straße 1 | 47877 Willich FON 0 21 54 -60 55 27 WEB www.einrichtungshaus-xxs.de 15

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