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Januar 2016 - coolibri Düsseldorf /Wuppertal

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T H E A T E R Verena

T H E A T E R Verena Billinger und Sebastian Schulz Foto: Florian Krauß Körperbetont Das Düsseldorfer Tanzensemble Billinger & Schulz gilt als große Hoffnung für die Theaterszene. Dem Kulturministerium NRW war dies der Spitzenförderpreis des Landes wert. Gesellschaft und Öffentlichkeit sind die zentralen Themen des Künstlerduos, das den Körper als „Überträger und Lebenszeichen“ versteht. Frage: Was machen die da eigentlich? In der Choreographie von „Romantic Afternoon“ küssen sich sechs Menschen eine Stunde lang ununterbrochen. Gewalt in all ihren Facetten behandelt „Violent Event“ – ein Stück, in dem sich fünf Akteure in freundlichem Einvernehmen gegenseitig an die Gurgel gehen. „Bewegungsmaterial“ nennen Verena Billinger und Sebastian Schulz diese Art von Körpereinsatz. Vorgänge wie Küssen oder Schlagen sind ihr Arbeitsmittel, um Themen choreografisch umzusetzen. „Uns interessiert die Rolle des Körpers in der Gesellschaft“, sagt Sebastian. Alles, was wir denken und tun, müssen wir ja körperlich machen.“ Was der Zuschauer schnell an sich selbst feststellt. Da dreht sich einem der Magen um angesichts der Prügelei auf der Bühne. Oder man spürt Fremdschämen beim Anblick der Dauerknutscherei. Ist es okay, was da passiert? Erregend oder abstoßend? Billinger & Schulz werfen Fragen auf. Sie beantworten sie aber nicht – das muss das Publikum schon selber tun. 70 Verena und Sebastian kennen sich seit der Schulzeit. Erste Theater-Erfahrungen sammelten sie im Gymnasium am Poth bei Dietlind Linke. In Gießen, Frankfurt und Hildesheim studierten sie Angewandte Theaterwissenschaften, Tanz, Choreographie und Performance; seit 2009 arbeiten sie professionell zusammen als freie Künstler in Düsseldorf und Frankfurt. Ende Januar hat ihr neues Stück im FFT Premiere: „Unlikely Creatures (1) who we are“ ist der Auftakt einer Trilogie über unwahrscheinliche Wesen, Normen und ihre (scheinbaren) Abweichungen. Mit „Violent Event“ zur Tanzplattform 2015 erhielten Billinger & Schulz die Spitzenförderung des Landes NRW, was in der Szene als Ritterschlag gilt – 65 000 Euro jährlich für drei Jahre. „Hört sich super viel an“, sagt Verena, „aber die sind schnell weg, wenn man 15 Leute für ein Projekt beschäftigt. Und wir machen ja nicht nur eins pro Jahr.“ Honorare, Bühnenbild, Produktionsleitung, Reisekosten … „da ist keiner von uns sonderlich gut bezahlt“. Aber das Geld gibt Planungssicherheit und ist natürlich „eine große Anerkennung unserer Arbeit“. Vielleicht noch bedeutender ist eine weitere Auszeichnung: Mit „Violent Event“ sind sie eingeladen zur „Tanzplattform“, dem größten deutschen Festival für zeitgenössischen Tanz, das Anfang März in Frankfurt stattfindet. Hierfür kann man sich nicht bewerben, sondern wird von einer Jury ausgewählt. Anwesend ist das komplette internationale Fachpublikum. Sebastian: „Wir sind sehr gespannt, wie die auf unser Stück reagieren, das wird ziemlich aufregend.“ Was jeder Journalist wissen will: Sind Billinger & Schulz auch privat ein Paar? (Sind sie nicht.) „Das ist eine Frage, die uns immer gestellt wird“, sagt Sebastian, „deswegen haben wir ein Stück darüber gemacht.“ In „First Life – ein Melodram“ bieten sie ihre Beziehung zueinander in unterschiedlichen Alternativen an, „wie unsere Liebe begonnen haben oder beendet worden sein könnte“. Wahr oder nicht, den Zuschauern bleibt nur die Spekulation, eine eindeutige Antwort gibt es nicht. Dieses Vage ist das zentrale Element aller Produktionen. Statt dem Publikum eine Botschaft zu vermitteln, soll es selbst seine Position finden. „Im besten Falle fühlt man sich als Mensch ernst genommen“, sagt Sebastian. „Wir machen den Leuten einen Vorschlag, mit dem sie sich auseinandersetzen können.“ Berit Kriegs „Unlikely Creatures (1) who we are“: 27., 29. + 30.1., FFT Düsseldorf; billingerundschulz.de

T H E A T E R T A L T O N T H E A T E R W U P P E R T A L E R B Ü H N E N Die Piraten der Sparrow Alle an Bord der Sparrow! Zwei Schauplätze: Hier sucht die traurige Lilli ihre Großmutter auf, die Hüterin einiger Geheimnisse und auch Weisheiten ist. So erzählt sie eine phantastische Geschichte von Piraten, dem Fluch einer Seehexe und – natürlich – der großen Liebe. Auf der anderen Seite versucht derweil Piratenkapitän Strongblood, seine kauzige Crew unter Kontrolle zu kriegen. Mit Kämpfen, Singen und Feiern kennen die Männer sich aus; mit Frauen indes wollen die harten Seebären nichts am Hut haben. Aber: Plötzlich wimmelt es nur so von ihnen an Bord! Wie es dazu und zu turbulenten Verwechslungen kommen kann, erfährt man im neuen Musical des Wuppertaler TalTonTheaters: „Die Piraten der Sparrow“. Gewohnt bunt und unterhaltsam geht es in dieser TTT-Produktion zur Sache. JD „Die Piraten der Sparrow“: Premiere am 16.1. (20 Uhr) TalTonTheater, Wuppertal Foto: TalTonTheater West Side Story Bernstein, Broadway, Bühnen Shakespeare hat seinerzeit vorgelegt – mit „Romeo und Julia“ schuf er das Urpärchen des Beziehungsdramas. Orientiert haben sich daran zahllose Künstler verschiedenster Genres. Ebenfalls auf dieser Story basiert das Musical „West Side Story“ das 1957 erstmalig zur Aufführung kam (Musik von Leonard Bernstein). Die Liebesgeschichte spielt sich dabei vor dem Hintergrund eines Bandenkriegs rivalisierender ethnischer Jugendbanden ab. „Die gefragte Musiktheaterregisseurin Katja Wolff inszeniert die Ereignisse rund um unglückliche Liebe von Tony und Maria nun mit aktuellen Bezügen zu sozialen Brennpunkten unserer Zeit“, lautet die Information von den Wuppertaler Bühnen, wo das Stück Anfang Dezember Premiere gefeiert hat. „Dieses mit über 30 Sängern und Tänzern groß besetzte Musical ist der Broadway-Klassiker schlechthin.“ JD wuppertaler-buehnen.de Foto: Uwe © Roman Klonek YOU’RE A CYBORG BUT THAT’S OK ist ein Festival von Take-off: Junger Tanz, gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf sowie das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW. Take-off: Junger Tanz ist eine Kooperation Düsseldorfer Kultur-, Bildungs- und Sozialeinrichtungen unter der Gesamtleitung des tanzhaus nrw. www.take-off-junger-tanz.de tanzhaus nrw . Erkrather Str. 30 . 40233 Düsseldorf

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