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Februar 2021

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INTERVIEW Abnehmen mit

INTERVIEW Abnehmen mit Style &Humor MitSicherheitsteht bei vielen aufder To Do für '21der Punkt „Traumfigurerreichen“. Gerade zu Anfangherrscht noch Motivation,nachdem trägen Corona-Jahrendlich wieder in die Lieblingssachen zu passen.Simon Schuberth aus Dortmundund sein Foodblog „unter300“ könntendabei unterstützen undbesonders unterhalten. „Hallo Mensch“prangtingroßenLettern auf derHomepage. Danach einamüsanterHinweis aufdas vorkurzemerschienene „Chapter Two“. Simon hatgut ein Jahr nach seinem erstenBuch nun ein zweiteshinterher geliefert, da die Resonanzsogroßund so positivausfiel. Es umfasst50seiner beliebtesten Rezepte,die sicheinerseits durch ihre knackige Kürze,andererseits aber durch den trockenen Humorauszeichnen. DasHauptaugenmerk: jedesEssen hatpro Portionunter 300Kilokalorien.Ein Konzept, dasbei Simonsüber 90.000-Instagram-Abonnenten hervorragend ankommt. Im Frühjahr 2018 gingesmit sehr einfachen, kalorienarmen Leckereien los, die ausgekauftenKomponenten bestanden. Mittlerweile brutzelt derHobbykoch, der eigentlich als Kommunikationsdesigner arbeitet,fastalles selbst. Ungefährdreimal die Woche postetSimon aufseinem Kanalein Foto miteiner knappen, selbstironischen Anekdoteaus dem Alltagund einer anschließenden Anleitung zum Nachkochen. DerGroßteil der Gerichte fürden schlankenBauch istfleischlos, da der32-jährige selbst vegetarischlebt. Hier und da schleichen sich aber auch malHähnchenfilets ein. DieFotos sindbuntwie die malsüßen, malsalzigenZutaten.Die meistgeliketen Rezepteder letzten Monate sind Schokoschnecken,Apfelmuffins,Couscous-Talermit buntemSalat,eine Süßkartoffel-Zucchini-Lasagne undein Alaska-Seelachsfilet aufSpinat undTomaten in Sahnesauce. Bei vielen Sachen traut man seinen Augen kaum,dassdas derartigkalorienarmsein soll und auch vonLeutenmit wenigKüchentalent ohneviel Aufwand gezaubert werden kann. Nichtzuletzt hebtsich„unter300“dadurch hervor,dassauf viele Kommentare derFollowereingegangen wird.Egal, ob lustig,kritisch odernachfragend –Simon freut sich über Feedbackund hatauchdazudie passenden, meistnicht ganzernstzunehmenden,aber charmanten Worteparat. Weralsonun diesesJahr –„diesesJahr zieh ich’sdurch, aber wirklich,ganzsicher,bis zum Ende“ –abnehmen magodereinfach Bock auf Wortwitz beim Kochlöffelschwingenhat,kann dem Herrn, dessen Lieblingsausdruck „etwas in denSchlundführen“ ist, folgen. 4

INTERVIEW DasJahrist geradegestartet!Bei vielen deiner Followersteht bestimmt Abnehmen bzw. gesundes Essenauf derVorsatzliste für2021. Aufdeiner auch? Aufmeinerpersönlichennicht.Ich halteehnicht so viel vonguten Vorsätzenfürs neue Jahr,weildas meistens nichtfunktioniert. Entwederman hatdaBockdrauf oder nicht. Aber gerade nach denFeiertagenhabeich aufjeden Fall Lust aufein bisschen Sportund gesundes Essen,das schon. Wiekommtman denn aufdie Idee,einen solchenBlogzumachen? Angefangen hatdas Ganzevor fast dreiJahrenmit einerWette unter Freunden. Wirhaben gewettet,wer am schnellstenmit einemzufälliggezogenen Thema1000 Followerauf Instagramzusammenbekommt.Der Gewinner wurde dann vonden andereneineWoche zumEssen eingeladen. MeinZetteldamals war „Gesunde Ernährung“.Davor war icheigentlich kaum instagramaffin undhatte nureinen privatenAccount. Nach einwenig Recherche habeich mich für eine Challengeanmich selbst entschiedenund habeprobiert,Essen mitmöglichst wenigKalorien zu kochen.Das hatsuper funktioniert, sodass ichdie Wetteinnerhalb wenigerWochenauch gewonnen habe. Wieich aufdie 300gekommen bin, weiß ichgar nichtmehr. Aber im Nachhinein finde ich, dass „unter 300“ auch cool klingt. Hast du dirdie Rezepte alle selbst ausgedacht? Ja!Natürlich lasse ich mich inspirieren. DieQuellen dafür sind auch äußerstunterschiedlich. Manchmal laufe icheinfach durch denSupermarkt undseheZutaten, zu denenmir spontanwas einfällt. Manchmal esse ichbei Freunden und „Wie ichauf die 300 gekommenbin,weiß ichgar nicht mehr. Aber im Nachhinein finde ich, dass ‚unter 300‘ auch cool klingt.“ wandle anschließenddas Rezept demThema entsprechend ab.Manchmal sehe icheinfachguteIdeenbei anderenFoodblogs.Abund zu funktioniert davonauch wasnicht,sodassich’s vier-bis fünfmal kocheund verändere, bisdas Rezept steht. Heißtalso, dassdudeine Rezepteauchalleimmer vorabtestest? Ganz genau. Ichnenne dasimmer den„Qualitätscheck“.Ich gucke, wie dasmit derKonsistenzklappt, ob es am Ende schmeckt, satt macht und auch nett aussieht. Wenn ja,geht’sonline. Du bist Vegetarier.GibtesZutaten,die du beiden Rezepten ausschließt oder bist du füralles offen? Da ichkeinFleisch esse, benutzeich immerFleischersatzprodukte, schreibeaberdazu,dassman auch richtigesFleisch benutzen kann,da sich dieKalorienanzahl garnicht so groß unterscheidet.Ansonsten gibt es aber einige Produkte, diesichschwerersetzenlassen, zumBeispiel Schokolade.Die nutzeich wenn malals kleinesTopping.Oderstatt Butter dann Halbfettmargarineund so. Dein Blog macht sich nebenden Rezeptenganzbesonders durchdeine humorigen Einleitungen aus. HatKochenfür dich Humor? WievielSimon stecktin„unter300“? Ichfinde,Kochenist nichtunbedingt witzig. Aber gerade dieseEinleitungensindtypisch ich. Manche Leuteschreiben mir,dasssie dielustigen Anekdotenmehrmögen alsdas Rezept selbst.Letztendlichist es immer noch SocialMedia.Man quatscht,man tauschtsichaus undich nutzedas, um einbisschenGedönsaus meinem Lebenloszuwerdenund freue mich auch aufReaktionendarauf. Auch wenn manche dieIronieleider nichtverstehen undmichechtböseanschreiben.Wegendes Miteinanders istes eben auch beiInstagram undkeinklassischer Blog aufeiner Homepage. Stattdessenbietest du dieRezepte noch in Büchernan. Daszweiteist seit wenigenWochen draußen. Wiekam es dazu? DieIdee kammir gar nichtselbst. Mich haben Leutegefragt,obich nichtmal einBuch machen möchte, da sie meineRezepte so cool fanden. Da ichaußerhalb vonInstagram aber als Kommunikationsdesigner arbeite,mochte ichdie Idee undhab irgendwann angefangen, dasGanze aufzusetzen undzudesignen. Hat mega viel Spaß gemacht, aber war auch argvielArbeit, da ich vonden Fotosüberdie Textebis hinzudem Errechnender Nährwerte alles selbst mache. Nach derFertigstellung dachte ich, dass ichnie wiedereinsmache,weil SimonSchuberth(unter300) ichden Umfang derArbeit davorgar nichteinschätzen konnte. Nach ungefähr einemJahrhabe ichaberdochwiederangefangen, habeteilweise bisnachtsum1gewerkelt, dann war’s aber fertigund seit Dezember istesdraußen. Istman alsFoodblogger einInfluencer? Bist du einer? Kann manpauschalnicht sagen. Ichselbstsehemichnicht alseiner.Aber „beeinflussen“tun wiruns allegegenseitigjeden Tag. Ichbewerbeaber vergleichsweisesehrwenig.Wennich Werbungfür etwasmache,sinddas Produkte,die ichwirklichcoolfinde undschon vorabselbstbenutzthabe. Deswegenbin icheherein klassischerBlogger als einInfluencer. Wasmöchtestdumit deinem Projektnocherreichen? Hastdunoch Ziele? Das Buch war eins,das habeich erreicht.Die Abonnentenanzahl istmir rechtegal. Davonleben möchteich auch nicht, da ichmeineneigentlichen Job liebe. Ansonstenmöchteich mich in Fotografie verbessern, da ichdas auch nurhobbymäßigmache.Das istzwar in derZeitschon entschieden besser geworden,aberimmer noch ausbaufähig. Hand aufs Herz: Isst du nurkalorienarm? Nein, natürlich nicht. Wenn ichnicht für Instagramkoche,koche ichnach Gefühlund ohne Waage. Zwar probiere ichschon,michein bisschen gesund zu ernähren,aberauf keinen Fall in demUmfang. Tiefkühlpizza in denOfenzuschiebengehtauch. Als letztes: Deinedreipersönlichen Lieblingsrezepte! Ichliebe Porridge. Auch in allen Abwandlungen, aber mein Favoritist das Kaffee-Porridge, weil ichKaffeesomag.Dann ganz klassischesKartoffelgratin.Und als drittesPilzrahmsoße mitReisoderBlumenkohl. Steh ich voll drauf. 5 Fotos (2): Simon Schuberth

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