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Februar 2020 - coolibri Düsseldorf, Wuppertal

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INTERVIEW

INTERVIEW Begegnungsräume K A P 1 - L A B O R 2021 ziehen die Zentralbibliothek,das Theatermuseum und dasFFT in dasehemalige Postgebäude am Konrad-Adenauer-Platz 1– kurz KAP1.Auf 25 000 Quadratmeterngehtesdann um Kultur,Literatur und vorallem Begegnung. Ab Februar bereitetdas „KAP1- Labor für Begegnungund Experiment“ schon einmal auf dasvor,was kommt. DieLeitungdes Projektshat AnnetteKrohn übernommen, die seitüber 15 Jahren fürdas Veranstaltungsmanagementder Zentralbibliothekverantwortlich ist. NadineSole verriet sie, welche Veranstaltungengeplantsind, wiedie Bibliothek derZukunftaussehenkönnte –und welche Rolle Kultur undUnsinn für die Demokratie spielen. Ab Februarist eingroßesBildungs- und Kulturprojektals Vorbote fürdas KAP1 geplant. Washat es damitauf sich? Mitdem Projekt„KAP1-Labor fürBegegnung undExperiment“ gehendie Stadtbüchereieneinen weiteren Schritt in Richtung ihrerEtablierung als idealerLernort in Düsseldorf. EinOrt,der nichtnur Zugriffauf Medien undInformationsquellen bietet, sondern auch als Plattform fürWissenstausch funktioniert. Konkret heißtdas,dasswir in einemeigensdafür umgestaltetenBereich derZentralbibliothek, dem„KAP1-Labor“, in einem Zeitraum vonjedreiMonaten vielfältigeVeranstaltungsangebote zu einemThema machen. WelcheThemenund Veranstaltungensindgeplant? DenStart im Februarmacht dasThema Nachhaltigkeit. Wirladen bisEnde April Experten undNetzwerke in unserneuesLabor ein. DieBürgerhaben dortvielfältige Möglichkeiten, über dieDimensionen vonNachhaltigkeit etwaszuerfahren, auch konkretdarüber,wie mannachhaltigerleben, oder sich selbst engagierenkann.Rund40Workshops, Impulsvorträge, Beratungsangebote, Lesungen undFilmvorführungen wirdesgeben.Zum Beispiel in derEröffnungswocheein Improvisationstheatermit denLooters zum ThemaNachhaltigkeit. DieBlogger Shia&HannoSu, dieineinem Jahr nurein Glas voll Müll produzieren, werden zu Gast sein undviele Zero-Waste-Tipps geben. In denFolgewochen gibtdas Umweltamt Tipps zumKlimasparen, dieAwista bietet Minikompostierung für Kinderan, die Verbraucherzentraleinformiert über einLeben ohne Plastik. Mitder Akademiefür Mode undDesignwirdeseine spannende Podiumsdiskussionüber nachhaltige Mode geben, einFahrradaktivtag mitdem Amt fürVerkehrsmanagement stehtanund vieleandere großartige Angebote mehr. DasKAP1 bringt ab 2021 unteranderemdas FFT, dasTheatermuseum und dieZentralbibliothek aufrund 4 AnnetteKrohn Shia(Foto)und HannoSugeben am 6.2. Zero-Waste-Tipps. 25 000 Quadratmeternzusammen.Wie kannman sich das künftigeZusammenspiel vorstellen?Und wiebereitetdas Projekt darauf vor? Mitdem „KAP1-Laborfür Begegnung undExperiment“ möchten wirdie ArbeitimneuenGebäude am KAP1 inhaltlich vorbereiten. DieZusammenarbeitmit denneuenMitbewohnernsoll schonmal geübtund ausprobiertwerden. Wir hoffen,mit dem ProjekteineCommunity,alsoeineGemeinschaftaus Bürgern undden Mitarbeitern derdreiHäuserimKAP1,schon vordem Umzugdorthin entstehenund wachsenlassenzukönnen.Ein Theater, einMuseumund eine Stadtbücherei arbeitenmit unterschiedlichenKonzepten unddochwar schon nach unseren ersten Gesprächen klar,dasseszahlreiche Überschneidungengibtund dass unsvor allem eins eint:den Wunsch,ein offenes, lebendiges Haus für undmit allen Düsseldorfern zu gestalten. Foto: Annette Krohn /privat Du bist Literaturwissenschaftlerin undDiplom-Bibliothekarin.Wie erlebst du denWandelder Bibliotheken? Es isteinehochspannende Zeit füröffentlicheBibliotheken.Sie haben sich zu sogenannten„drittenOrten“gewandelt.UnsereKundenkommen nichtmehrnur zurMedienausleiheins Haus,sie bleibengerne längerdort. Wirsindheute schon ein„Co-Working-Space“, an demjeder Zugang hat. Mitunseren Angebotenzur LeseundMedienkompetenzförderung in derKinder- undJugendbüchereiund im „Library-Lab“sowie unserenKulturveranstaltungen fördern wir aktiv dieKommunikation undBegegnung zwischen verschiedenenGenerationenund Menschen mitganzunterschiedlichen Backgrounds. Foto: Wasteland Rebel Wasbedeutetdas konkret fürdie Zentralbibliothek,die ja deutlich größerund modernisiertwiedereröffnensoll? Das neue Haus wirdvielmehrRaum für dieBürgerund ihre unterschiedli-

INTERVIEW Auf25000 Quadratmeternentstehtein neues kulturellesZentrum. Foto: Stadt Düsseldorf /Michael Gstettenbauer chen Wünsche bieten.EswirdruhigeBereichegeben,Ortefür Gespräche, aber auch zum Beispiel Räumefür konzentrierteGruppenarbeit, viel mehr Platzfür dieKinderbibliotheksowie einenneuenJugendbereich undnatürlichausreichend Raum fürunseredigitalen Angebote.Die Aufenthaltsqualität wird mitvielfältigenSitz- undAufenthaltsgelegenheitenund sogar einemCafévielhöher werden.Für unsere Veranstaltungenwirdesräumlich mehr undflexiblere Perspektiven geben. WelchenStellenwertoderwelchegesellschaftlicheFunktion werden Bibliotheken in derZukunft deiner Meinung nach einnehmen? Ichglaube einensehrhohenStellenwert. Mitihren pluralen Informations-, Bildungs-und KulturangeboteninKombination mitihrer schwellenfreienZugänglichkeit füralle, sind Bibliotheken unverzichtbare Orte derDemokratie. Siesind einzigartige Begegnungsräume, in denendie Bürger gesellschaftlicheZukunft gestalten. In Düsseldorfentstehen Mammutprojekte wiedas KAP1,esverschwinden aber auch offkulturelleKleinodewie dasDamenundherrenoderdie Brause.Wie würdest du diekulturelleEntwicklung in derStadt beurteilen? Kultur istimstetenWandel, Räumeverschwindenund andere entstehen, dasist einStückweitauch einCharakteristikumder sogenanntenOff-Szene understmal meiner Meinung nach nichtalarmierend. In denletzten Jahren sehe ichaber, dass dieNischen für solche meistehrenamtlich und unabhängigorganisierten Vereineund Initiativen verschwinden, vorallem „Esist eine hoch spannendeZeitfür öffentliche Bibliotheken.“ aufgrundvon immobilienwirtschaftlichen Interessen.Das istein gravierendesProblem: bezahlbareKünstlerateliers, Freiraum für Begegnung, kulturelleEntwicklung, Experimentund manchmal sogarUnsinn sind der Nährboden, aufdem sich eine Gesellschaft begegnet, ausprobiert und weiterentwickelt.WenndieserNährboden wegfällt, sehe ichnichtswenigerals dieDemokratieinGefahr. Waswünschstdudir persönlich fürdie Kultur in derStadt? Dasssie noch selbstbewussterauftrittund ihrenStellenwert in derStadt deutlich macht.DassKünstlersichnoch mehr selbst organisierenund sich lautstärkergegenden Wegfallvon Atelierräumen wehren. Unddassesein breitesBündnis zwischen allen Kulturschaffendenund Kulturorten gibt, dassichsolidarisch undgemeinsam fürihre Interessen einsetzt. Daranarbeite ichimRat derKünste Düsseldorfmit.OhneKulturinihrer Vielfalt undBreite– vonder Oper biszukleinen,selbstorganisierten Off-Räumen –ist eine Stadtseelenlos undnicht lebenswert. KAP1-Laborfür Begegnung und Experiment–„Nachhaltigkeit“:3.2.-27.4., Zentralbibliothek,Bertha-von-Suttner-Platz1,Düsseldorf Infos,Kontakt undVeranstaltungsflyer unterkap1labor@duesseldorf.de oder aufduesseldorf.de/stadtbuechereien Alle Veranstaltungendes KAP1-Labors sind kostenlosund ohne Anmeldung zugänglich. 5

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