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Februar 2020 - coolibri Düsseldorf, Wuppertal

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KUNST All diese Dinge L

KUNST All diese Dinge L E V E R K U S E N „Liebes Ding“ heißt dieaktuelle Ausstellung des Museums Morsbroich in Leverkusen. Geleitetvon FragenzuStreben, Umgang,Bedeutung und denKonsequenzen unserer Liebe zu den Dingen sindzahlreiche Fotografien und Videos zeitgenössischer Kunstschaffender zu sehen. MelanieBonajo: FurnitureBondage (Hanna), 2007 Foto: Courtesy die Künstlerin und AKINCI; ©Melanie Bonajo „Ich liebedie Dinge über alles“, beginntder chilenische Schriftsteller PabloNerudaseine „Ode an dieDinge“. Zweifelsohne könntenviele in diesesLoblied einsteigen,wennsie ihrVerhältnis zu alldem beschreibenmüssten,was sieumgibt: denneuenPullover,die lang gesuchte Schallplatte,die alte Schreibtischlampe oder all diemehrund wenigernützlichen Dinge, die Schränkeund Räumefüllen.DassdiesesKonsumieren undBesitzenvon Dingennicht nur positive Assoziationenweckt, istspätestens seit dererstenKonsumkritikbekannt: DieWarenweltmacht nichtglücklich. Zuletztwurde sogarder Umgang mitder Unterordnung desMenschengegenüber denDingenzum Welterfolg: „Magic Cleaning“ versprach diejapanischeBeraterin undAutorin MarieKondo.Ihr Kredo:Wenn dich dieGegenstände nichtglücklichmachen– wegdamit. Das Museum Morsbroich greift mitder Ausstellung„Liebes Ding“ alsoein altesund doch stets aktuelles Themaauf,ineiner Zeit,inder viele Dinge verschwinden, Überflussund derverschwenderischeUmgangmit Ressourcen kritisiertwird, doch dieAbhängigkeitzuanderen 34 Dingenenorm steigt–mandenke nurandas Smartphone. Objekteaus dem Supermarkt In derAusstellungwill dasMuseumdie Verstrickungenvon Menschen undDingenaufzeigen undMenschenebensozuWortkommenlassen wiedie Dinge selbst.Unter denvertretenden Kunstschaffendenist zumBeispiel Karsten Bott,der im September1988das „Archiv für Gegenwartsgeschichte“gründete. „Ich versuche alleinder GegenwartvorkommendenDinge gleichermaßen zu sammeln, zu sortieren, zu katalogisieren undzudokumentieren.Besonderer Schwerpunkt liegtdabei aufkurzlebigen Alltagsgegenständenund aufvon Museen undArchivenvernachlässigten Gebieten“, schrieb er 1993 füreinem Ausstellungskatalog. Aufden Fotoszuder Reihe„Vonjedem Eins“sindunzählige Objektezusehen –manchmal kommen sie direkt aus demSupermarkt.Mit ihrerArbeit „Furniture Bondage“ (2009) erkundetMelanie Bonajo dashäusliche Leben. Siefragt danach, wieesIdentität schafft, unsere Zukunftprägt undwelcheBeziehung zwischen Menschund Umwelt bestehen.Dazu kombiniertsie Aktmodellemit Objekten –seien es Bücher,Stühle oder Collagen aus verschiedenenAlltagsgegenständen. Es sind hybride Skulpturen, dieneben einergewissenKomik auch eine Verkrampfung zumAusdruck bringen. Miteinem besonderen Verhältniszwischen Mensch undDinghat sich KathrinAhäuser für ihre Arbeit„Du liebes Ding“ auseinandergesetzt. In Film undBildhat siesichmit Objektsexualität beschäftigt. Es sind intime PorträtsüberMenschen, dieeinetiefeZuneigungzuGegenständenempfinden –sei es einLaptop, einFlugzeug oder einNotenpult. Neben Arbeiten von Thomas Bayrle, Andreas Gurksy, ErwinWurm undvielenweiterensindebensoAri Versluis und EllieUyttenbroek dabei. Siefotografieren seit 1994 jeweils zwölf Personen proSerie in ähnlichen Outfitsund Pose.Damitlegensie eininteressantesWechselspiel zwischen Uniformität undIndividualität durchKleidungund Trends offen. Stefanie Roenneke Liebes Ding –ObjectLove: bis26.4.,Museum Morsbroich,Leverkusen; museum-morsbroich.de

KUNST K 2 0 / K U N S T S A M M L U N G COMING SOON ADVERTORIAL PabloPicasso, Drei Schafschädel,17.10.1939, MuseoNacionalCentrodeArteReina Sofia Picassos Kriegsmalerei Für PabloPicasso begann derKrieg schonvor demZweiten Weltkrieg. Die Grauen desSpanischen Bürgerkriegsund vorallem dieBombardierung derbaskischenStadt Gernikadurch eine deutsche Legion im Jahr 1937 erschütterten ihnzutiefstund veranlassten ihnzum berühmtenmonumentalen Wandbild „Guernica“. EinenEinblick in sein Schaffen in denfolgenden Jahren ermöglichtdie Ausstellung„PabloPicasso.Kriegsjahre 1939 bis1945“ im K20der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf. Wasvielleichterstmal überrascht:Picasso hatwährend desZweiten Weltkriegs keineweiterenBilder, Zeichnungen, SkulpturenoderScherenschnitte gefertigt,die sich explizit mitdem Kriegsgeschehen oder dermenschlichen Fähigkeitzur Grausamkeitbeschäftigten. Seit 1936 arbeitete er in seinem Pariser Atelier. 1939 floh er zwar nach Südfrankreich, kehrte im August 1940 aber in dievon denDeutschen besetzte französische Hauptstadtzurück. Dort widmeteersich, ohne eine einzigeReise zu unternehmen, vorallem denklassischen Gattungender Malerei: Es entstandenvielseitigeStillleben,PorträtsoderAktdarstellungen,häufigmit Motivenaus derprivatenUmgebung. DemBilddes egozentrischen Künstlers,der sich nurvon seinen Obsessionenleitenlässt undvor demTrauerspiel um ihn herumdie Augenverschließt, wollen dieAusstellungsmacherallerdingsentgegentreten. Picasso hatselbstgesagt: „Ich habeden Krieg nichtgemalt. Aber ichbin sicher, dass derKrieg Einganggenommenhat in dieBilder, dieich geschaffen habe.“ In einerZeit, wo dieErrungenschaftender modernen Kunstals „entartet“ bezeichnet wurdenund KünstlernAusstellungsverbote, Internierung undTod drohte, kann manschon als Akt desWiderstands betrachten, dass er unermüdlich an seinem progressiven Werk weiterarbeitete undso aufseine Weisegegendie Kräfteder Unterdrückungund Rückschrittlichkeit kämpfte. Wenn seineStillleben immerkargerwerden, er sich derAusarbeitung von Tierschädelnwidmetund zunehmendschwermütige Braun-,Grau- oder Grün-Tönedominieren,schleichensichunübersehbardie Themen Verarmung,Resignation,Trauerund TodinseinWerk. Als er nach Kriegsende vomSchrecken derVernichtungslager erfährt, versucht er sich noch einmalanexpliziterKriegsmalerei,docherfindetkeine Form fürdas Nicht- Darstellbare,mussschließlich kapitulieren: „Das Leichenhaus“und auch dieIllustrationenfür Reverdys „Gesangder Toten“ kann er nichtzuEnde bringen. MaxFlorian Kühlem PabloPicasso.Kriegsjahre1939-1945:15.2.-14.6. K20, Düsseldorf; kunstsammlung.de Foto: Succession Picasso /VG Bild-Kunst, Bonn, 2019, Photographic; Archives Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia CIRCUS-THEATER RONCALLI Tournee 2020 Verschenken Sie unvergessliche Momente im schönsten Circus der Welt. Erleben Sie Bernhard Paul‘s Meisterwerk –modern inszeniert im nostalgischen Chapiteau. 12.03. -05.04.2020, Recklinghausen 09.04. -24.05.2020, Köln 28.05. -28.06.2020,Düsseldorf Ticketsunter www.roncalli.de und +49(0) 221-96494 260 ATZE SCHRÖDER „Echte Gefühle“ „Echte Gefühle“ zeigt Atze mal wieder in Bestform. Nie war er wichtiger als heute, denn in seinem neuen Programm spricht der Beichtvater der Emotionen über Wahrhaftigkeit. Atze Schröder – Tränen vor Lachen. Aber echt! 05.03.2020, Westfalenhalle Dortmund Ticketsunter www.eventim.de und an allen bekanntenVVK-Stellen AUF DEINE INSTAGRAM STORY DROHT LEBENSLANGLICH. DAS WÄRE DEIN LEBEN OHNE PRESSEFREIHEIT. WWW.REPORTER-OHNE-GRENZEN.DE/SPENDEN 35

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