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Februar 2019 - coolibri Düsseldorf, Wuppertal

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MUSIK V ON HIER Wollen

MUSIK V ON HIER Wollen Wein stattWasser:Bad Bone Beast Hoffnungsträger BadBoneBeast kommen ausDüsseldorfund Osnabrück. Dort lernte sich dasTriobeimgemeinsamen Musikstudiumkennen. Souliger Blues-Rock stehtauf demZettel, wenn dieDreianihreIInstrumentegehen.Über die Debüt-EP„WaterintoWine“,das Musikbusinessund das Lebenals (Berufs-)Musiker haben wir mitSänger und BassistRuben Claro gesprochen. „Water into Wine“ :Was steckthinterdem Nameneurer EP? Als Kindwar ichbis zum jungen Erwachsenenalter sehr gläubigund religiös veranlagt, wassichineinem bestimmten AbschnittmeinesLebensschlagartigänderte. Ichhatte plötzlichmeine eigenenWerte aufgestelltund der Glaubewichden Partiesund derErfahrungmit mir selbst.Esgehtinden Texten viel um Verantwortung, Selbstkritik, Reflexionund daspermanente Verlangennachdem Unerreichbaren.Das sind mitunter dieerstenTexte,die ichzuPapiergebracht habeund da istesklar, dass dieVergangheit nurso aus mirraussprudelte. DieTextzeile ‚You turn thewater into wine‘ imTiteltrackist dementsprechendauf denerstenBlick vielleicht aufeineFraubezogen,allerdingshat sich auch hier mein Unterbewusstsein viel mehr eingemischt, als mir erstmalklarwar. DasMusikbusinesshat sich verändert.Ist es mutig, noch eine Band zu gründenund Musik zu veröffentlichen? Es kommt ganz darauf,was manvor hat. DasMusikbusiness istkeine Oase für Kreativlinge mehr.Jeder,der einSmartphone bedienen kann undmindestenszweiFingerbesitzt,kann sich heutzutageMusiker schimpfen und sogarseine Musikverkaufen.Esist schwierigerdennje, ausschließlichvom Musikmachenzuleben.Aberder Rock gibtuns einVentilund er gibtuns Hoffnung.Erist nichttot,wie vieleglauben.Erist nurirgendwo, ab vomTrubel, undruhtsichaus,umdann mitgeballterEnergie zurückzukommen. Aber ja,esist nichtnur mutig, sondernauch verdammt wahnsinnig,wenn maninder heutigenZeiteineBandgründet. Deshalb istesauch unausweichlichfür uns, nebenbei in anderenBands zu spielen. Washälteuchbei derStange? Wasist eure Inspiration? DieInspiration istdas ständige Musikmachenmit anderenMusikern, die Herausforderung, derAnspruch an sich selbst mehr zu erreichen, besser zu werden.Esist eine unheimlicheBereicherungvor einemPublikum zu stehenund zu wissen, dass mandiesenMenscheneinen tollen Moment bescherthat unddiese es einemauch noch danken.Das istdie größte Belohnung.Wennman damitnochetwas Geld verdienenkann,hat manden bestenJob derWelt. UndesgibtgratisDrinks! „Water into Wine“ VÖ:27.1. /badbonebeast.com 34 Foto: Bad Bone Beast Juniors Zambrana „LaCiudaddelas Columnas“ Musikaus Kuba:Bei diesem Stichwortgeht dieerste Assoziationbei denmeisten in Richtung hotter Salsa-BeatsoderBuena Vista SocialClub. JuniorsCesar Zambrana Sarracent istauf Kuba geborenund aufgewachsen. ZumStudium,das er mitAuszeichnungabschloss,zog es ihn nachDüsseldorf, wo er inzwischen an seiner Alma Materals Gitarren-Dozent unterrichtet. Zambrana zeigtmit seinem kleinenMeisterwerk eine ganz andere Seiteder lateinamerikanischenMusik: klassische Gitarrenklänge,wunderschön interpretiertund aufhöchstemNiveaugespielt. Perfekt, um sich dietrübenWintermonate mitsonnigenGedanken zu versüßen. Lieblingslied (nicht ausschließlich wegendes Titels): „LaCeiba yelColibri“. VÖ: 12.12.18 Luciel„...and that’s all that Iremember“ Popund Jazz gehenHandinHand, daranist so langsamnicht mehr zu rütteln.Und auch die–in dieser Hinsicht durchauszeitweise etwasunversöhnliche–MusikzeneinKöln hatdiesmittlerweileakzeptiert. ZumGlück! Luciel istein Ergebnis dieser Verschmelzung, theBestofbothWorldssozusagen.Als Kollektiv wollen dievierBandmitgliederwerden, eine Stammbesetzungmit verschiedenenSängerinnen. Dass hier Instrumenteund Stimmen fast bis zurPerfektion beherrschtwerdenund dasSongwritingexellent ist, muss fast nichterwähntwerden, viel wichtigerist diewunderbar mitreißende undansteckende Energie, diebei jedemder elfSongs desDebütalbums übersOhr direkt in denKörperfährt. DerFrühlingkann kommen! VÖ:11.1. /HerzogRecords Lemur „Die Herrschaftder Kakerlaken“ „Alles hatein Lied verdient“: Bereitsder erste Song aufder EP desRappers, dermit diesem Werk sein drittesvorlegt,macht dieRichtung klar.Hat mansichdurch knapp eineinhalb MinutenIntro gehört(das namenesgebende Gedicht„EverythingdeservesaSong“des irischenPoeten DavidRyan),eröffnetsich, in musikalischem Rahmen,die Gedankenweltdes Wortpoeten.Düstersieht es aus in dessen Kopf.Endzeitszenarien,Gentrifizierung(LemurlebtmittlerweieinBerlin,natürlich) undpersönliche Katastrophen–nichts hält derMittdreißigerhinterm Berg.Alles hatein Lied verdient,eben. Und das istgut! VÖ:16.11.18/Kreismusik Braunkohlebagger„Abbruch“ Braunkohlebagger aus,naklar, Essen, präsentierenihre Debüt-Ep „Abbruch“(natürlich!). MehrPottgehtjagar nicht? Na wohl! Schonder ersteSatzdes Opener-Songs „Endlosschleife“ trägt so viel Ruhrgebiets-Stimmung in sich,wie dieinDüsseldorfbeheimatete Autorin dieser Zeilen sich denVibeda drüben vorstellt: „Ich binein ganz normaler Typ, darumhat mich meine Frau nichtlieb...“. OK!Die beim HörenaufkommendenBedürfnisse,den Sängermal ganz fest zu drückenoderihm einenArschtrittverpassen zu wollen,haltensichdie Waage. Miteinem riesigen Augenzwinkernnatürlich –sowie dieTexte derfünf StückStarken EP (hoffentlich)auch zu verstehensind. VÖ:10.8.18

ALBEN DIE G OLDENEN Z ITRONEN B O B M O U L D Y A N N T I E R S E N More Than AFeeling Noch immer bringenSchorschKamerun &Co. sperrige Partisanenlieder ansTageslicht. Jetzt, wo dieSpexfastamEndeist,führensie den popkulturellen Diskurs in die Jetztzeit und experimentieren wieimmer wildmit NewWave, Krautrock, Rebellen-Reggae, wildenExperimentenund Hip-Hop.Irgendwoerklingtein Honky- Tonk-Piano:‚Komm Joe, mach dieMusik vondamals nach!‚ heißtesinBrechts Dreigroschenoper,die Goldenen Zitronen zitieren das. SiebietenDAF,Kendrick Lamar, Punkrock,Geräusche undganzvielHaltung in unsicheren Zeiten.Ein großes undwichtigesSittengemälde! Buback/Indigo Sunshine Rock Er istder ElderStatesman desAlternativeRock undseitrundvierJahrenwohnt er in Berlin. NachdemimSeptember 2017 sein alterHüsker Dü-WeggefährteGrant Hart gestorbenist,justiertMould in seinen Songsdie Lebensbilanz neuauf: wenn es keinreines, naives Glückgibt, wasgibtesdann? So fabulierterin„Send Me A Postcard“. SeineGitarrensägeheult aufund signalisiert:esgibtein unerbittliches Weitermachen.Mal tristund in tiefen Dostojewski-Akkorden, aber mallebensbejahend. Aber noch immer brülltMould so schön denimaginärenMondan, wieimJahr 1986.EinfachWunderbar! Merge/Cargo All Vorein paar Wochen istmit „Der Jungemuss malandie frischeLuft“ einimposanterFilm über dieKindheitvon Hape Kerkelingindie Kinosgekommen.DieserFilmhat nureineSchwäche–unddas istder Soundtrack vonNiki Reiser. Wäre dieWahl aufdas neue Yann Tiersen-Albumgefallen,sohätte dasvielmehrGlanz verleihen können.Stückewie „Koad“ funktionieren wieMeditationsmusik in schweren Zeiten –sie zeigen auf, dass es einenWeg nachvorne gibt. Denn Tiersenist einMeister derleisenTöne, er spartnicht mitDramatik undlässt demZuhörer ausreichendLuftzum Durchatmen. Tolles Album! Mute/PIAS ROB HERON &THE TEA PAD ORCHESTRA J A D U C H R I S T I A N S T E I F F E N Soul OfMyCity Retrocharme, Vielseitigkeitund Glamoursind hier derKing. Denn RobHeron undseine fünf MitstreitersindunermüdlicheGenre-Hopper. Sie bestellenihren musikalischen Ackerzwischen Western-Swing, Country, Blues, Ragtimeund Rockabillyund schaufelnden Wegfreiauf ein unbekanntesUniversum an wirklichen Perlen. DerScheckheiligt dieMittel, dasist vielleicht dergrößteUS-Mythos unsererZeit. Und auch in derPopkultur findetdas seineNachahmer.Hier wird nichtder amerikanischeTraum vollendet. Stattdessen gibteseinecharmante Reiseim Cadillac mitganzvielPanorama. TeaPad Recordings/Soulfood Nachricht vom Feind AlltäglicheDinge,wie Einkaufen oder morgens denBriefkasten zu entleeren–dasist nichtdie Sachevon Jadu. Mitihrer eindringlichen Stimme dreht sieden Swag auf. Realtalk istklinischer Mist,das könnte ihre Botschaftsein. Denn bei Zeilen wie„Wirsindviele /Stehendawie eine friedliche Armee“ im gleichnamigenSonggeht es um MutinschwerenZeiten. BeiJaduist es malpathetischund malsokinderleichtwie bei einemMensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spiel. Nur wenn du aufdem falschen Platzstehst, fliegst du raus.Zwischen Hip-Hop undElectronica dreht sich hier dieWeltmit viel Tiefenschärfe. Deserteur/Groove Attack Gott of Schlager Hier istParty derKing! Zwischen Ironie,Schinkenstraßen-Humor undintravenös gereichtem Eierlikör verbindetMisterSteiffenElementeder klassischenDiscomusik mitmodernemSprechgesang undganzvielKlimbim.AmEndeist klar: TheRhythmisunderControl!Dann aber widmet sich derSchlagerkönigganzneuenThemenfeldern.In„Wieder Wind“ geht es um Freiheit,Furzenund Fernweh. Früher hatRolandKaiser seine Anzüglichkeiten immer um dieEckegedacht, hier wirdalles wildvermengt: RexGildo mitFunny vanDannen,Truck Stop mitStoppok –und Melancholie mitFrohsinn.Crazy! It Sounds/Rough Trade 35

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