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Februar 2018 - coolibri Oberhausen, Duisburg, Mülheim

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COOLINARISCH Bochum Es

COOLINARISCH Bochum Es ist schon gut ein Jahr her, dass wir über den Kimbap Spot als Nachfolger des Café Kalinka am Hellweg berichteten. Jetzt scheint es nach gut 12 Monaten soweit zu sein. Kyung-Ah Meiers hatte zwar 2017 nicht geöffnet, immerhin aber einen gut dotierten Gastro-Gründerpreis für das Konzept eingeheimst. Jetzt geht es damit endlich los. facebook.com/kimbapspot Am Kortländer etabliert sich zunehmend gastronomische Exzellenz. Eis im Kugelpudel und Bier in der Trinkhalle sind Vorreiter, nun kommt außergewöhnlicher Kaffee dazu. Markus Schlichtherle, Musikpromiproduzent hat eine coole Kaffeebude vis-à-vis der Trinkhalle erschaffen. KRTLND heißt das schick-minimalistisch eingerichtete Kleinod der Kuchen- und Koffeinkultur. Snacks in Vorbereitung. Place to be. facebook.com/krtlnd Duisburg Neues Motto im Zollhaus am Hafen. Nur-Burger-Bude ade, jetzt bietet Jens Müller „Futtern wie bei Muttern“ an. Seit Anfang November offeriert Müller mit Mitinhaberin Sölve Sladek Klassiker: Currywurst, Schnitzel, aber auch Grünkohl, Roulade und Fischstäbchen mit Kartoffelpü. Üppiges Mittagstisch-Angebot, zügig serviert. facebook.com/ZollhausDuisburg Essen Zunächst hieß es, es solle trotz Insolvenz weitergehen im schönen Laden Das Schön (Ex-Eigelstein, Rü 199), doch nach Weihnachten kam das Aus. Gerüchten zufolge soll eine Systemgastronomie folgen. Die Institution für Alpenküche in Essen war über Jahre der Bocholder Hof. Jetzt haben Willi und Sieglinde Nierhaus die seit 1958 im Familienbesitz betriebene Lokalität abgegeben. Das Konzept wird sich unter Andreas Rockenbauer (schon vorher im Lokal tätig) nicht viel ändern, allein der Name ist neu: Willkommen im Griaß di!. facebook.com/griassdi.essen Jetzt ist Kennedyplatz zu einem schicken Steak-Hot-Spot geworden. Nach dem konservativ-coolen Block House ist nun auch das etwas hippere Hildesheimer LewensLust-Konzept auf. Klasse Beef und Wein vom eigenen Weingut aus Südafrika machen Spaß in nettem Ambiente. Essens Carnivoren haben die Qual der Wahl. lewenslust.de Gelsenkirchen In Buer weidet jetzt der Burger Bulle. Selbstbewusst kündigte der Laden (Königswiese 2, dort befand sich zuletzt das El Patio) „eine neue Ära“ der jüngeren Gelsenkirchener Burger-Geschichte an. Es gibt aufwendige Self Made Burger. facebook.com/Burger.Bulle.Buer Mülheim Großen Zulauf verzeichnete zu Jahresbeginn die Hafenbar. Leider nicht im laufenden Betrieb, sondern bei der Ausschlachtung der Gastronomie. Das teils handverlesene maritime Mobiliar wurde verkauft. Die Kaffeeemanufaktur Ruhr hat einen kleinen Laden an der Aktienstraße 214 eröffnet. Es gibt knapp 15 Plätze, frisch aufgebrühten Spezialitätenkaffee, Verkostungen, Seminare (ab März)und kleine kulturelle Events. Chef-Diplom-Kaffeesommelier ist Ralf Kijewski. facebook.com/KaffeemanufakturRuhr 25

M O E R S Marcel Hein fängt den Zauber verfallener Orte ein. Wo Moos über Betten wächst, es durch löchrige Decken tropft, die Natur die Zivilisation besiegt, dort findet der junge Fotograf Marcel Hein seine Motive. Der Duisburger spürt verlassene Orte im Ruhrgebiet und in europäischen Nachbarländern auf, um ihre faszinierende Magie in Fotografien einzufangen. „Als ich17war,habeich eine verlassene IndustrieanlageinDuisburg entdeckt. EinriesigesGelände,total runtergerockt, überall Graffitis–also eigentlich nichts Spannendes. Aber ichwar fasziniert.“EineHandvollJahre später istfür Marcel Heinaus demerwecktenInteresse eine Leidenschaft geworden.Überdas Internet recherchiert er nachimmer neuenOrten,die dem Verfall überlassenwurden. Waserdortfindet, will er möglichst authentischabbilden.„Ichfotografiere nurmit natürlichem Lichtund inszeniere nichts.Ich fangenur ein, wasich sehe.“ Besondersanziehend findetder selbstgelernte Fotograf alte MöbelinUmgebungen, diesowirken, als hätte hier gerade noch derAlltaggetobt, wo derVerfall aber schonEinzuggehaltenhat.„Etwa einaltes Hotel, in demnochkompletteingerichtete Zimmer zu findensind. MitBett, Tisch, Sessel,altem Kastenfernseher.Dochüberall wuchertschon Moos undLicht fällt durchdie undichte Decke. So kämpftquasidie Naturgegen dieMenschheit –und andersherum.“Motive, die unweigerlich Fragenaufwerfen. Werhat hier wie gelebt undwas Fotos (3): Marcel Hein Photography Faszinierender Verfall 16 istmit ihnen passiert?„Teilweise findetman noch Unterlagen,Hefte voller Kontoauszüge und mehr.Überdie Geschichte vieler Orte kann man auch durchRecherchennochvielerfahren.“ Führtendie ersten Tourenden 21-Jährigennoch vorallem in dieIndustrieruinen desRuhrgebiets, streckte er schnelldie Fühler über die GrenzenseinerHeimat hinaus.„Klar,imRuhrgebiet gibtesvielzuentdecken,aberauch viel Vandalismus.Das liegtvielleichtander geballtenMasse an Leuten,die hier leben. Fährtman etwa nachBelgien, siehtman teilweise kaum Menschen aufden Straßen.Hierfindensich dann auch verlassene Orte in erstaunlich gutem Zustand.“Vandalismus istauch einerder Gründe,warum er undandereFotografen mitFaszinationfür sogenannte Lost Places niepreisgeben, wiesichdie Orte in denFotografien finden lassen. „EsgibteineCommunity für dieseArt vonFotografie, in deresaberschwierig ist, Fuß zu fassen.Man istdaaus gutem Grundverschwiegen. Viele Leutewissendiese Orte nicht zu schätzen, sehenkeinenWertdarin undzerstörendas mutwillig. Ichfinde,man mussrespektvoll mitdiesenSachenumgehen,inden meistenFällen gehörensie ja auch noch jemandem.“ Ähnlich gut geschwiegenwirdüberdie Legalität dieser Fotoexkursionen. „Sagen wir so: In denmeisten Fällen istesneGrauzone.“Kann Marcel dieBesitzereines Ortesausfindigmachen,zeigen diesichmeist kulant undgewährenZutritt.Unangemeldeter Besuch kann aber unangenehmeReaktionenmit sich bringen. „In Belgienhat unsein Besitzer mitgezogener Waffe begrüßt. Wirmussten eine Strafe zahlen,die aber völlig legitimwar.Danachwar er freundlich undhat vonder Geschichte desOrtes erzählt.“ Fürdas perfekte Bild reiste derDuisburger schonnachFrankreich, Italien,Belgien, in die Niederlandeund quer durchDeutschland.AneinemTagesausflug, derumzweiUhr in derFrüh beginnt, werden biszu15Stationen abgeklappert undmehrere tausendKilometer gefahren. DieaufkeimendePopularität desThemas „Lost Places“sieht Marcel Heinkritisch. „InBerlin etwa werden vieleTourenangeboten.Die kosten richtigvielund darumist alles mitSecuritysabgeriegelt. Lohntsichnicht.Auch Formatewie Galileo finde ichnicht okay.Die treten nichtnur dasThema platt, sondernverratenauch genau, wo sich dieOrtebefinden.“Das lockedie falschenLeute mitden falschen Ideenan. „Für mich gilt: Wirnehmennichtsmit,wir lassenkeinenMüll da,rücken nichts rum, brechennichts auf.“Für Marcel HeineineEhrensache. WaseranVerfall undVerlassenheitinganzEuropa faszinierendfindet, zeigtder jungeFotograf Ende Februarinseinerersteneigenen Ausstellung. Diegestaltet er komplett selbst und stellt dafür dieFotoreisenfür einenMomenthintenan. An Ideenmangelt es Marcel aber nicht. Aufeiner digitalenKarte hateralleOrteeingetragen,die er noch besuchen will.Esist eine Landschaft aus rotenFähnchen. LukasVering VergessenesEuropa: 24.2.-10.3. Euroteclooop, Moers;MarcelHeinPhotography: flickr.com/marcelheinphotography facebook.com//marcelheinphotography

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