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Februar 2018 - coolibri Dortmund

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M O E R S Marcel Hein

M O E R S Marcel Hein fängt den Zauber verfallener Orte ein. Wo Moos über Betten wächst, es durch löchrige Decken tropft, die Natur die Zivilisation besiegt, dort findet der junge Fotograf Marcel Hein seine Motive. Der Duisburger spürt verlassene Orte im Ruhrgebiet und in europäischen Nachbarländern auf, um ihre faszinierende Magie in Fotografien einzufangen. „Als ich17war,habeich eine verlassene IndustrieanlageinDuisburg entdeckt. EinriesigesGelände,total runtergerockt, überall Graffitis–also eigentlich nichts Spannendes. Aber ichwar fasziniert.“EineHandvollJahre später istfür Marcel Heinaus demerwecktenInteresse eine Leidenschaft geworden.Überdas Internet recherchiert er nachimmer neuenOrten,die dem Verfall überlassenwurden. Waserdortfindet, will er möglichst authentischabbilden.„Ichfotografiere nurmit natürlichem Lichtund inszeniere nichts.Ich fangenur ein, wasich sehe.“ Besondersanziehend findetder selbstgelernte Fotograf alte MöbelinUmgebungen, diesowirken, als hätte hier gerade noch derAlltaggetobt, wo derVerfall aber schonEinzuggehaltenhat.„Etwa einaltes Hotel, in demnochkompletteingerichtete Zimmer zu findensind. MitBett, Tisch, Sessel,altem Kastenfernseher.Dochüberall wuchertschon Moos undLicht fällt durchdie undichte Decke. So kämpftquasidie Naturgegen dieMenschheit –und andersherum.“Motive, die unweigerlich Fragenaufwerfen. Werhat hier wie gelebt undwas Fotos (3): Marcel Hein Photography Faszinierender Verfall 16 istmit ihnen passiert?„Teilweise findetman noch Unterlagen,Hefte voller Kontoauszüge und mehr.Überdie Geschichte vieler Orte kann man auch durchRecherchennochvielerfahren.“ Führtendie ersten Tourenden 21-Jährigennoch vorallem in dieIndustrieruinen desRuhrgebiets, streckte er schnelldie Fühler über die GrenzenseinerHeimat hinaus.„Klar,imRuhrgebiet gibtesvielzuentdecken,aberauch viel Vandalismus.Das liegtvielleichtander geballtenMasse an Leuten,die hier leben. Fährtman etwa nachBelgien, siehtman teilweise kaum Menschen aufden Straßen.Hierfindensich dann auch verlassene Orte in erstaunlich gutem Zustand.“Vandalismus istauch einerder Gründe,warum er undandereFotografen mitFaszinationfür sogenannte Lost Places niepreisgeben, wiesichdie Orte in denFotografien finden lassen. „EsgibteineCommunity für dieseArt vonFotografie, in deresaberschwierig ist, Fuß zu fassen.Man istdaaus gutem Grundverschwiegen. Viele Leutewissendiese Orte nicht zu schätzen, sehenkeinenWertdarin undzerstörendas mutwillig. Ichfinde,man mussrespektvoll mitdiesenSachenumgehen,inden meistenFällen gehörensie ja auch noch jemandem.“ Ähnlich gut geschwiegenwirdüberdie Legalität dieser Fotoexkursionen. „Sagen wir so: In denmeisten Fällen istesneGrauzone.“Kann Marcel dieBesitzereines Ortesausfindigmachen,zeigen diesichmeist kulant undgewährenZutritt.Unangemeldeter Besuch kann aber unangenehmeReaktionenmit sich bringen. „In Belgienhat unsein Besitzer mitgezogener Waffe begrüßt. Wirmussten eine Strafe zahlen,die aber völlig legitimwar.Danachwar er freundlich undhat vonder Geschichte desOrtes erzählt.“ Fürdas perfekte Bild reiste derDuisburger schonnachFrankreich, Italien,Belgien, in die Niederlandeund quer durchDeutschland.AneinemTagesausflug, derumzweiUhr in derFrüh beginnt, werden biszu15Stationen abgeklappert undmehrere tausendKilometer gefahren. DieaufkeimendePopularität desThemas „Lost Places“sieht Marcel Heinkritisch. „InBerlin etwa werden vieleTourenangeboten.Die kosten richtigvielund darumist alles mitSecuritysabgeriegelt. Lohntsichnicht.Auch Formatewie Galileo finde ichnicht okay.Die treten nichtnur dasThema platt, sondernverratenauch genau, wo sich dieOrtebefinden.“Das lockedie falschenLeute mitden falschen Ideenan. „Für mich gilt: Wirnehmennichtsmit,wir lassenkeinenMüll da,rücken nichts rum, brechennichts auf.“Für Marcel HeineineEhrensache. WaseranVerfall undVerlassenheitinganzEuropa faszinierendfindet, zeigtder jungeFotograf Ende Februarinseinerersteneigenen Ausstellung. Diegestaltet er komplett selbst und stellt dafür dieFotoreisenfür einenMomenthintenan. An Ideenmangelt es Marcel aber nicht. Aufeiner digitalenKarte hateralleOrteeingetragen,die er noch besuchen will.Esist eine Landschaft aus rotenFähnchen. LukasVering VergessenesEuropa: 24.2.-10.3. Euroteclooop, Moers;MarcelHeinPhotography: flickr.com/marcelheinphotography facebook.com//marcelheinphotography

TITEL D O R T M U N D coolibri präsentiert Superfruits Headliner: Kraftklub Foto: Philipp Gladsome Auch 2018 wird im Dortmunder Westfalenpark wieder ein Obstsalat der Sonderklasse angerichtet: Das Juicy Beats Festival wird 23, und dieses zarte Alter wird mit 150 Acts auf über 20 Bühnen und Floors gefeiert. Wir haben uns das -Up schon mal genauer angeschaut. Fil Bo Riva Foto: Juliane Spaete SXTN Kraftklubare back!Die Kombo aus Chemnitz, diemittlerweilemit Preisen, Lobund viel Fanlieb überhäuft wurde,kommt nachsieben Jahrenzurückinden Westfalenpark: 2011 noch aufder Newcomerbühne, sind dieFünf in diesemJahr derHeadliner des23. JuicyBeats.Am27. und28. Juli verwandelt sich dieGrünfläche unterm Florianturm wieder in eine gemischte Obstplatte. Unddie hat es in sich:Neben Kraftklubgeben sich auch die257ersdie Ehre.Das EssenerDuo hatmit seinem Hit „Holz“ für gleichermaßen viel Verwirrungund Begeisterung gesorgt. Demroten Fadendes deutschenSprechgesangsfolgend ist auch Kontra KimLine-Up zu finden. Derselbsternannte einsame Wolf derDeutschrapszenehat sich,inspiriertvom OldschoolHip Hopder 80er, in denletzten JahreneinesolideFanbaseerspielt. Auch Rap, aber eher derneueren Generation,machenSXTN. DiebeidenLadiesaus Berlin nehmen keinBlattvor denMund. Dasses in denLyrics vornehmlich um das InhalierenausgesuchterKräutermischungenund Ringelpietz mit Anfassengeht, kommt beiden Fans offenbargut an.Dadas Juicy Beatsaberweder einreines HipHop noch einausschließlich für deutsprachigeActsvorbehaltenesFestival ist, kommen natürlich auch Künstleraus allen Teilen derWelt, um ihre Note in den Fruchtcocktail zu hauen: DieEditors aus good oldEngland sind mitIndierock am Start, derItalienerFil Bo Riva schlägt folkige Töne an undÖsterreichschickt Nachwuchs-R‘n‘B-LadyMavi Phoenix in denFrüchtekorb.Ein ganz besonderes Bonbon erwarteteuch am Fernsehturm:Auf demcoolibri-Floorlassenwir das Vögelchen,wie schon2017, mit Karachoaus demSack. Genaue InfoszuTimetable undBühnenbelegunggibtesdemnächstauf der Homepage desFestivals. toc JuicyBeats:27. &28.7. Westfalenpark, Dortmund juicybeats.net Foto: Louise Amelie HANS HEILING OPER VON HEINRICH MARSCHNER Premiere 24. Februar 2018 Weitere Vorstellungen 28. Februar; 3., 9., 22. März; 29. April; 12., 27. Mai; 22. Juni 2018, Aalto-Theater Tickets T 02 01 81 22-200 www.theater-essen.de 17

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