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Februar 2017 - coolibri Oberhausen, Duisburg, Mülheim

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T H E A T E R D O R T M

T H E A T E R D O R T M U N D Willi der Wutbürger Julia Schubert, Ekkehard Freye, Marlena Keil Foto: Birgit Hupfeld In der rosaroten Puppenwelt von Willi und Martha läuft einiges schief. Willi „Gerngroß“ ist arbeitslos und er hat sich mit seiner wahnhaften Depression in der winzig kleinen Küchenbehausung eingenistet. Während seine Gattin das Geld nach Hause bringt, vegetiert er vor sich hin, denn in der Leistungsgesellschaft sind Arbeitslose, Ausländer, Kranke, Alte schlichtweg überflüssig. „Der Mensch ist sein Arbeit“ fasst Willi sein Elend in wenige Worte. Und als wäre das nicht schon schlimm genug: Eine Dokumentarfilmerin teilt den Niedergang des Paares in Filmabschnitte, damit sich Fernsehzuschauer daran weiden – bis auch sie ihren Job verliert. „Furcht und Hoffnung in Deutschland: Ich bin das Volk“ sind zwei episodische Texte von Franz Xaver Kroetz, die Regisseurin Wiebke Rüter gewinnbringend zusammengefügt hat. Sie verknüpft die Einzelszenen mithilfe der Figur der Fernsehredakteurin. Aufgepasst: In dieser vermeintlichen Reality-TV-Show entpuppt sich manche Wirklichkeit als Täuschung. Dramatisch untermalt eine düstere Soundcollage von T.D. Finck von Finckenstein die gepeinigte deutsche Volksseele: Wir sehen einen Parteivorsitzenden, der über das Asylrecht lamentiert. Es folgt die Szene einer Wohnungsbesichtigung, in der die zukünftigen Mieter einfordern, nicht neben Ausländern, Homosexuellen oder Linken zu wohnen. Es kommt zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Vater (SPD-Genosse) und seinem Sohn (ein Nazi), der sich auf der Suche nach dem Sinn des Lebens radikalisiert hat. Fleischgeworden All diese Rollen stemmen lediglich drei Schauspieler, dies allein lohnt schon den Besuch in Dortmund. Ekkehard Freye ist der fleischgewordene Wutbürger Willi, der sich bis auf die Unterhose entblößt mit Öl einreibt, um seinem elenden Dasein im Ofen ein Ende zu bereiten. Bei Marlena Keil als Ehefrau schlägt das Mitleid in Ekel um, in ihrer Mimik spiegeln sich Erstaunen, Hass und Resignation. Julia Schubert kämpft als Dokumentarfilmerin um ihre Würde. Die Live-Kamera von Tobias Hoeft holt uns das Elend der kleinen Leute ganz nah ran. Ausländerhass, Opportunismus und Sympathisantentum – gerne würde man Franz Xaver Kroetz einen Pessimisten nennen, doch leider ist die Realität nicht weit davon entfernt. Ariane Schön Furcht und Hoffnung in Deutschland: Ich bin das Volk: 3.2. Megastore, Theater Dortmund BOCHUM 4.2. Der Steppenwolf von H. Hesse (R: Paul Koek), Kammerspiele 16.2. Homo Empathicus von Rebekka Kricheldorf (R: Thomas Ladwig), Theater Unten 23.2. Club 3: Tot ist tot! Oder 64 Premieren im Februar nicht? (R: Lisa Hetzel), Theater Unten CASTROP-RAUXEL 4.2. Nora oder ein Puppenheim von H. Ibsen (R: Markus Kopf), WLT 19.2. Tigermilch von Stefanie de Velasco (R: Ralf Ebeling), Studio, WLT DORTMUND 11.2. hell / ein Augenblick von Kay Voges, Ensemble (R: Kay Voges), Megastore 23.2. Hamlet – Sein oder Nichtsein von Timo Jouko Herrmann, André Meyer (R: Ronny Jakubaschk), Kinder- und Jugendtheater 25.2. Kontraste – Inger / Siegal / Clug, Choreografien von Johan Inger, Richard Siegal, Edward Clug, Opernhaus DUISBURG 4.2. Madama Butterfly von Giacomo Puccini (R: Joan Anton Rechi), Theater Duisburg 12.2. Der Opernbaukasten – Folge 2 (R: Esther Mertel), Theater Duisburg

T H E A T E R B O C H U M LUKAS UND DAS UNIVERSUM (VERSCHWOMMEN) 16.2. ➽ 20 Uhr Premiere 17.2. ✖ 21.2. ➽ 20 Uhr FFT Juta ➽ Kasernenstraße 6 Junges Tanztheater Foto: Diana Küster Keine gottlose Generation Woran soll man glauben? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Hat Religion etwas mit Glauben zu tun? Die acht jungen Darsteller finden in dem Tanztheaterstück „Über Gott und die Welt“ sehr persönliche Antworten. Denn der Glaube ist eine fragile Angelegenheit, je nach Lebenssituation kann sich die innere Haltung verändern. Deutlich wird dies in einer Szene mit projizierten Filmausschnitten eines Interviews, die von der Verfasserin, Jana Deppe, auf der Bühne selbstkritisch kommentiert werden. Ohne Pathos erzählt das Ensemble Anekdoten oder Tiefgründiges von der Taufe oder von einem besonderen Kirchgang. Währenddessen klemmt sich jeder in seine kleine, individuell mit Postern, Bildern oder anderen Details ausgestattete Box. Einige Erinnerungen haben Glauben oder Atheismus womöglich beeinflusst. Ob nun katholische, evangelische, hinduistische, muslimische oder animistische Formen – die einzelnen Geschichten eröffnen ein weites Themenfeld. Aber Regisseurin Martina van Boxen gelingt es ganz spielerisch, vom persönlichen Einblick in die Gedanken junger Menschen auf größere Zusammenhänge zu verweisen. Für ihren biografischen Inszenierungsansatz verwandelt sie das Theater Unten in einen geschützten Raum. Die Texte gehen ganz natürlich in den Tanz über, die bewegte Sprache füllt die sprachlichen Leerstellen. Unter der choreografischen Leitung Arthur Schopa entstehen flüssige und stilistisch offene Bewegungsbilder, Solo- und Gruppenchoreografien wechseln sich ab, Bodypercussion trifft auf modernen Tanz. So glänzen David Attenberger, Malina Hoffmann und Carina Langanki durch körperliche Präzision, Gedeon Mfebe beeindruckt durch Expressivität, Zeynep Topal, Elodie Forget, Jana Deppe und Tharshan Abrolat überzeugen mit ihrer schauspielerischen Präsenz. Ein kurzweiliger, berührender Tanz- und Theaterabend einer Generation, die interkulturelle Verschiedenheiten nicht diskutiert, sondern aktiv gestaltet. Mutig, ehrlich, sehenswert! enaira Über Gott und die Welt: 6., 10., 12.2., Theater Unten, Bochum fft-duesseldorf.de Tickets ➼ (0211) 87 67 87-18 Das FFT wird gefördert durch die Landeshauptstadt Düsseldorf und das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen GELSENKIRCHEN 11.2. Hamlet nach Shakespeare (Ch: Cathy Marston), MiR HAGEN 11.2. Die Blues Brothers nach J. Landis (R: Roland Hüve), Theater Hagen 18.2. Hallo Nazi von Lutz Hübner, Sarah Nemitz (R: Werner Hahn), Theater Hagen MOERS 18.2. The Dead Inc. – Die Toten GmbH von Michael Crowley (R: Ulrich Greb), Schlosstheater OBERHAUSEN 3.2. Gefährliche Liebschaften von Christopher Hampton (R: Lily Sykes), Theater Oberhausen 17.2. Medea - ein Projekt von und mit geflüchteten Theaterkünstlern, Theater Oberhausen 10. bis 16. Februar & 7. bis 9. April stratmanns theater – kennedyplatz essen – tolle aktionen bei facebook! · VVK auch bei eventim.de www.stratmanns.de · tel. 0201 - 8 20 40 60 65

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